Wie sieht das ideale Gravelbike eines pensionierten Rockstars aus und was hat das RONDO RUUT ST mit Kreisverkehren zu tun? Wir haben den Eisernen Vorhang gelüftet und sind nach Polen gereist, um diesen Fragen nachzugehen.

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RONDO RUUT ST | 10,65 kg | 2.299 €

Der Leadsänger der Rockband Blenders und RONDO-Firmengründer Szymon Kobylinski ist ein Mann der Tat. Sein Wunsch: auf dem idealen Gravelbike durch die Wälder Polens ziehen und es nicht von einem der großen Hersteller kaufen. Szymon, den man bereits als Gründer von NS Bikes kennt, stellte zu dem Zweck ein Team aus ehemaligen Bentley-Produktmanagern, Ingenieuren und polnischen Top-Designern zusammen. Herausgekommen sind drei Gravelbikes, die sich eine Geometrie teilen, in ihren Rahmenmaterialien jedoch nicht unterschiedlicher sein könnten. Nachdem wir das RONDO RUUT CF2 bereits für euch im großen Gravelbike-Vergleichstest gefahren sind, steht hier sein stählerner Bruder RUUT ST im Fokus.

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Endlose Gravel-Pfade lassen einen …
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… grinsen wie ein Honigkuchenpferd

RONDO RUUT ST Ausstattung und Geometrie

Alle RONDO-Bikes werden zu 100 % in Polen montiert. Beim RONDO RUUT ST setzt der Hersteller auf ein robustes Aluminium-Cockpit, das in Sachen Vorbaulänge und Lenkerbreite mit der Größe des Rahmens wächst und so die Bedürfnisse unterschiedlich großer Fahrer berücksichtigen soll. Unser Testbike in Größe M ist ausgestattet mit einem 100 mm langen Vorbau und einem 440 mm breiten Lenker.

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In Rahmengröße M misst der Vorbau 100 mm Länge und der Lenker 440 mm Breite
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Farbliche Abstimmung wird groß geschrieben
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Das TWINTIP-System gibt’s nur bei RONDO

Der Vollcarbon-Gabel des RUUT ST hat die RONDO-Crew nicht nur Montagemöglichkeiten für Schutzbleche und eine Thru Axle spendiert, sondern es hat auch das sogenannte TWINTIP-System verbaut, mit dem sich die Geometrie des Rades auf die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen soll. Im HI-Setting bietet das RUUT ST steile Lenk- und Sitzwinkel, einen kurzen Fork-Trail und eine dementsprechend sportliche Fahrposition. Dreht man den Flip-Chip in die LO-Position, so wachsen Lenk- und Sitzwinkel um 0,5° an. Der Gabel-Trail wächst ebenfalls um 13 mm und die Höhe des Cockpits steigt um 10 mm. Diese entspanntere Sitzposition soll den Charakter des Rades tourentauglicher gestalten.
Am Chromoly-Stahlrahmen aus dem Hause Tange können außer drei Flaschenhaltern auch Schutzblech und Gepäckträger montiert werden, was den Tourencharakter des Bikes nochmals unterstreicht. Die mit 420 mm relativ kurzen Kettenstreben ermöglichen durch ihre asymmetrische Anordnung ausreichend Reifenfreiheit für Pneus mit bis zu 700 x 40C bzw. 650B x 2,1”. Darüber hinaus verfügt der in Taiwan gefertigte Rahmen des RUUT ST über Direct Mount-Scheibenbrems- und Thru Axle-Aufnahmen und ist ausschließlich für 1-fach-Antriebe ausgelegt.

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Das Narrow-Wide-Kettenblatt hält die Kette wo sie hingehört

Um den Preispunkt von 2.299 € zu halten, bedient sich RONDO für Antrieb und Bremsen der SRAM Rival 1-Gruppe. Sie wird mit 160 mm großen Bremsscheiben an Front und Heck, X-Sync 40-Zahn-Kettenblatt sowie SunRace 11–42T 11-fach-Kassette kombiniert.
Die 21 mm breiten RONDO Alloy-Felgen sind auf farblich abgestimmte RONDO Superlight-Naben montiert. Ab Werk wird das RUUT ST mit Panaracer GravelKing SK-Reifen in Tan-Wall-Optik mit 40 mm Breite ausgeliefert. Diese Kombination wird den Polen auch dabei geholfen haben, den Preisrahmen nicht zu sprengen. Ein farblich angepasster Fabric Scoop Flat-Sattel rundet das Gesamtpaket optisch ab. In der Serienausstattung und der von uns getesteten Rahmengröße M bringt das RUUT ST 10,65 kg auf die Waage.

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Panaracer GravelKing – Nomen est Omen
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Montagemöglichkeiten für Schutzblech und Gepäckträger
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RONDO RUUT ST im Test

Nachdem wir das RONDO RUUT CF2 bereits getestet haben, waren wir gespannt, wie sich sein Stahl-Pendant auf den endlosen Gravel-Pfaden des polnischen Hinterlands schlägt. Unabhängig vom Material des Rahmens weisen sämtliche RONDO RUUT-Modelle die gleiche Geometrie auf. Laut dem selbstkritischen RONDO-Chef Szymon ist die Besonderheit bei den Rahmen des RUUT ST, RUUT AL (Aluminium) oder RUUT CF (Carbon), dass keine sogenannten Open-Mold-Bauteile zum Einsatz kommen. Somit konnten die Polen nicht nur unkonventionelle Rohrformen, sondern auch eigene Visionen umsetzen.

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Ein Fahrt …
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… ins Grüne

Never think you are God. I would never do myself!” Szymon

In der Beschleunigung macht sich außer dem höheren Gesamtgewicht im Vergleich zum CF2 erneut der relativ schwere Laufradsatz bemerkbar. Stahlrahmentypisch flext der Tretlagerbereich des RUUT ST deutlich mehr als der seines Carbon-Bruders. In Kombination mit den behäbigen Laufrädern sorgt das dafür, dass der Antritt zu einem zähen und langwierigen Unterfangen wird. Touren- und Adventure-Biker, für die das RUUT ST in erster Linie gebaut ist, sollte das jedoch nicht stören. Sobald man die Reisegeschwindigkeit erreicht und mental den Tempomat eingeschaltet hat, überwiegen die Vorteile des eher weichen Rahmens. Im Zusammenspiel aus dem relativ weichen Alu-Cockpit, den großvolumigen Reifen und dem Stahlrahmen genießt der Fahrer maximalen Komfort. So werden Vibrationen und kleinere Unebenheiten geschluckt, wodurch man sich auf die Landschaft konzentrieren kann und nicht ständig an das Vermeiden potenzieller Hindernisse denken muss. Auch der Flare des Alu-Lenkers vermittelt vor allem im Downhill eine Extraportion Sicherheit. Durch das relativ lange Steuerrohr und die kompakte Bauweise des Lenkers kann man auch im Touring-Modus für längere Zeit im Unterlenker dahincruisen.

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Im HI-Setting wirkt das RUUT ST nicht träge und reagiert quirlig auf die Lenkimpulse des Piloten – das perfekte Setting für den spaßigen After-Work-Ride also. Für längere Touren empfehlen wir den LO-Modus des TWINTIP-Systems, der durch eine aufrechtere Sitzposition etwas Druck von Händen und Schultern nimmt. Doch selbst im HI-Setting ist die Sitzposition angenehm aufrecht und eher kompakt. Das richtige Setting sollte dabei jedoch vor der Fahrt gewählt werden, da nicht nur der Flip-Chip gedreht, sondern auch ein anderer Bremsadapter montiert werden muss. Und wer möchte schon gerne das halbe Werkstattinventar mit sich führen? Den Grundzügen der Spezifikation und des Rahmenmaterials steht das LO-Setting besser zu Gesicht, schließlich ergibt es auch wenig Sinn, einen Familien-Van tiefer zu legen und dann auf große Reise zu gehen.

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Auch auf dem Stahlbike …
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macht der Sprint zum Ortsschild Spaß

Sobald der richtige Reifendruck gefunden war, konnte uns der Panaracer GravelKing wie bereits im Gravelbike-Vergleichstest auch auf den gemischten Untergründen Polens überzeugen. Egal ob Sand, grobes Kopfsteinpflaster oder festgefahrene Waldwege – sein exzellenter Grip resultiert in ein gutes und jederzeit vorhersehbares Kurvenverhalten. #nevergofullretard Um auf längeren Touren mit viel Gepäck mehr Reserven im rauen Gelände zu haben, empfehlen wir Reifen mit 650B x 2,1”, die durch ihr größeres Volumen noch gutmütiger sind.

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Gutmütigkeit ist auch der Schlachtruf des SRAM Rival 1-Antriebs. Zwar verrichtet er seinen Dienst pannenfrei, Schaltvorgänge vollziehen sich jedoch recht indirekt. Die Kassette vom Drittanbieter SunRace trägt hier ihren Teil bei. Auch die günstige Haptik der überdimensional großen Schaltgriffe sorgt nicht für Begeisterungsströme. Die 160 mm großen Bremsscheiben haben im Adventure- und Touringbereich ihre Daseinsberechtigung, können jedoch in Sachen Bremspower und -Modulation nicht überzeugen. Es bedarf zu viel Nachdruck am Bremshebel, bis die SRAM-Stopper zupacken.

Fazit

RONDO ist polnisch, steht für Kreisverkehr und ist angelehnt an den Ort, an dem sich Szymon und seine Freunde jeden Sonntag 9.00 Uhr zur Ausfahrt getroffen haben. Diese Unbeschwertheit kommt mit dem RUUT ST auf zwei Räder und garantiert Fahrspaß auch bei langen Touren. Jeder, der während der Ausfahrt die Umgebung genießen und dabei stilsicher unterwegs sein möchte, findet hier nicht nur ein clever durchdachtes, sondern auch preislich attraktives Bike. Mit dem schwerfälligen Laufradsatz und der günstigen Schaltgruppe bleiben Spielräume, das Bike zu tunen und die Performance deutlich zu steigern.

Stärken

  • durchdachte Rahmen-Features
  • Wohlfühlfaktor
  • Vertrauen und Sicherheit
  • stylisher Reisebegleiter

Schwächen

  • schwerer Laufradsatz
  • SRAM Rival Schalt- und Bremsperformance


Mehr Infos unter: rondo.cc

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Danke Polen. Wir kommen wieder!


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Text: Fotos: Piotr Staron

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