Mit dem 202 NSW bringt Zipp seinen bisher leichtesten Laufradsatz auf die Straße. Ein kompromissloser Kletterspezialist, optimiert auf geringstmögliches Gewicht. Doch rechtfertigt dieser Fakt den stolzen Preis von 3.800 €? Wir haben den vielversprechend leichten Laufradsatz über unsere Teststrecken gejagt und prüfen, ob er sein Geld wirklich wert ist.

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Zipp 202 NSW | 1.064 g (Inklusive Tubeless-Felgenband und Freilaufkörper)
3.800 € | Hersteller-Website

Wenn Zipp das Kürzel NSW auf eine Felge druckt, ist die Erwartungshaltung klar: technisches Limit. Mit dem 202 NSW – was übrigens für Nest Speed Weaponry steht – liefern die US-Amerikaner nun ihren leichtesten Laufradsatz aller Zeiten ab. Mit gerade einmal 1.064 Gramm ist es eine Kampfansage an die Schwerkraft. Das Rezept? Ein an das Schwester-Modell 353 NSW angelehnte Carbon-Lay-up soll für maximale Spannung sorgen, während verstärkte Felgenhörner ein souveränes Fahrverhalten und hohe Stabilität versprechen. Wie sich das Paket auf der Straße schlägt, erfahrt ihr in unserem ersten Test.

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Während die Modellbezeichnung 202 für die geringe Felgenhöhe steht, kennzeichnet NSW Zipp’s High-End-Ausführung. Zusammen ergibt das Zipp’s leichtesten Laufradsatz im aktuellen Line-up.

Die neuen Zipp 202 NSW im Detail: Stahl statt Carbon – Das Rekord-Paradoxon von Indianapolis

Bereits beim Blick auf die Speichen stutzt man: Während Mitbewerber wie DT Swiss, Roval oder NEWMEN mittlerweile auf ultraleichte Carbonspeichen von Vonoa setzen, vertraut Zipp überraschend auf klassische, wenn auch ultraleichte Stahlspeichen von Alpina. Ein konservativer Sicherheitskurs bei einem reinrassigen Kletterspezialisten oder ein kluger Schachzug für mehr Langlebigkeit? Zipp begründet den Verzicht auf Carbon mit mangelnder Langzeiterfahrung – ein mutiges Statement in einer Branche, die sonst jeden Trend jagt. Was das geringe Gewicht aber noch beeindruckender macht.

Erreicht wird das Rekordgewicht von nur 1.064 g vor allem durch den neuen, in Deutschland entwickelten Nabensatz, ultraleichte Speichen sowie ein verbessertes Carbon-Lay-up. Dieses soll durch den Einsatz unterschiedlicher Fasern die Funktion einer Muskelsehne nachahmen, um die Steifigkeit am Speichenbett und die Robustheit am Felgenhorn zu maximieren.

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Die weißen Decals auf dem matten Carbon-Finish sorgen für eine extrem cleane und hochwertige Optik …
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… , wenngleich die klassischen J-Bend-Stahlspeichen mittlerweile etwas konservativ anmuten.

Aber auch das Gesamtpaket bleibt hochmodern: Satte 23 mm Innenmaulweite treffen auf Zipps bewährte Hookless-Technologie und eine vielseitige, 35 mm tiefe Felge, die auch bei Seitenwind überzeugt. Im stolzen Preis von 3.800 € sind Tubeless-Ventile, vorinstalliertes Felgenband sowie der passende Freilaufkörper bereits enthalten.

Wir wollten wissen, ob die Rechnung aus Tradition und High-Tech auf der Straße aufgeht. Deshalb haben wir unser bewährtes Setup aus Continental GP5000 S TR hinten und dem aerodynamisch optimierten Continental Aero 111-Reifen vorne aufgezogen und den 202 NSW über unsere härtesten Teststrecken gejagt. Ist dieser Laufradsatz die neue Benchmark für den Gipfelsturm – oder bremst ihn der Verzicht auf Carbonspeichen unnötig aus?

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Die Felge setzt auf Zipps bewährte Hookless-Technologie mit einer großzügigen Innenmaulweite von 23 mm, optimiert für breitere Reifen und geringen Luftdruck.
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Mit einem Gesamtgewicht von nur 1.064 g unterbietet der 202 NSW die Sub-1.100-Gramm-Marke deutlich.

Die Zipp 202 NSW-Laufräder im Test – Agilität trifft Komfort

Schon auf den ersten Metern unserer Testrunde wird klar: Das Zipp 202 NSW ist ein reinrassiges Laufrad für Bergfahrer*innen. Mit seinem Leichtgewicht von gerade einmal 1.064 g beschleunigt der Satz extrem willig und zeigt ein spritziges Fahrverhalten. Er fühlt sich im Antritt leicht und direkt an, ohne dabei die oft gefürchtete Nervosität technischer Leichtbau-Laufräder an den Tag zu legen.

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Ebenfalls bemerkenswert ist der Komfort: Zipp hat hier kein knallhartes, unnachgiebiges Brett gebaut. Im Vergleich zu teils extrem aggressiven Race-Laufrädern wirkt das 202 NSW vertikal etwas nachgiebiger. Das führt dazu, dass sich der Satz im ersten Moment vielleicht nicht ganz so „messerscharf“ anfühlt, wie man es bei diesem Gewicht erwarten würde – doch genau diese Kombination aus Spritzigkeit und einer soften Seite entpuppt sich schnell als echter Vorteil.

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Der Gewinn an Komfort ist deutlich spürbar. Vibrationen werden effektiv gedämpft, was vor allem auf langen Anstiegen und rauerem Untergrund Kraft spart. Das Handling bleibt dabei über jeden Zweifel erhaben: Ausgeglichen, sehr vorhersehbar und ohne böse Überraschungen in schnellen Kurven.

Für wen sind die Zipp 202 NSW?

Zipp liefert mit dem 202 NSW keinen aerodynamischen Spezialisten für die letzten Zehntel im Kriterium, sondern einen souveränen Partner für lange Tage im Sattel und anspruchsvolle Gran Fondos. Dabei schlägt der Laufradsatz eine Brücke, die besonders für Amateure und ambitionierte Hobbyfahrer*innen spannend ist: Während Aero-Gains erst jenseits der 40 km/h ihre volle Wirkung entfalten, macht sich das extrem geringe Gewicht viel früher bemerkbar – spätestens dann, wenn sich die Straße unermesslich zum Gipfel schlängelt und die hohe Eigendämpfung Schläge schluckt, die bei steiferen Carbon-Laufrädern oft ungefiltert in die Knochen gehen.

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Fazit zu den neuen Zipp 202 NSW

Technisch liefert Zipp beim 202 NSW richtig ab: 1.064 g bei 23 mm Maulweite sind trotz Stahlspeichen eine echte Ansage. Das Laufrad fährt sich agil, komfortabel und sicher. Doch bei 3.800 € bleibt die Zielgruppe klein. Zudem dürfte die Hookless-Technologie trotz unserer positiven Erfahrungen polarisieren. Wer mehr Aero-Stabilität sucht, sollte zudem eher zu tieferen Felgen greifen. Doch für Berg-Enthusiasten, denen der Preis zweitrangig ist und die vor allem ein verlässliches High-End-Leichtgewicht suchen, ist der 3.800 € teure Zipp 202 NSW eine solide Wahl – ohne Kompromisse beim Handling.

Tops

  • sehr geringes Gewicht
  • komfortables Fahrverhalten
  • berechenbares Handlin

Flops

  • exklusiver Preis

Mehr Informationen findet ihr unter zipp.com.

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Text & Fotos: Jan Fock

Wer schreibt hier?

Jan Fock
Junior Editor

Jan Fock vereint bei 41 Publishing sportlichen Ehrgeiz mit einem tiefen Verständnis für die Radsportkultur. Der studierte Gesellschaftswissenschaftler bringt ein feines Gespür für Trends und Dynamiken in die Redaktion des GRAN FONDO Magazin ein. Sein Fokus liegt auf dem Testen von High-End-Rennrädern und Gravel-Bikes, wobei seine Leidenschaft besonders dem Bikepacking und sportlichen Feierabendrunden gilt. Jan kombiniert sein Organisationstalent mit akribischen Analysen und bietet in seinen fundierten Kaufberatungen präzise Orientierung für alle ambitionierten Radsportler und Radsportlerinnen.

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