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Wahoo KICKR v5 2021-Rollentrainer im ersten Test – Mit bewährten Technologien und auf elastischen Füßen in ein neues Fahrerlebnis

Wahoo spendiert ihrem Topmodell KICKR ein Update für die kommende Saison. Mit neuem Neigungssystem auf elastischen Füßen soll sich das Indoor-Training noch natürlicher anfühlen. Was der überarbeitete KICKR sonst noch alles kann, erfahrt ihr hier in einem ersten Test.

Wahoo KICKR v5 2021 | 1.199,99 € | Hersteller-Website

Der Wahoo KICKR ist der Highend-Rollentrainer im Portfolio der US-Amerikaner und ist mit einer maximalen Leistung von 2.200 W mehr als 20 % potenter als die Performance-Version Wahoo KICKR CORE, die wir bereits letztes Jahr für euch getestet haben (zum Test). Im Vergleich zum 2018er KICKR, der bis zuletzt auf dem Markt war, hat das 2021er Modell drei kleine Updates bekommen – der KICKR an sich ist aber der Gleiche geblieben.

Was ist neu beim Wahoo KICKR v5 2021?

Das erste Update dürfte für diejenigen unter euch relevant sein, die häufig unterwegs sind und viele Rennen fahren: Der Wahoo KICKR 2021 erhält eine neue Platine, die euch das ständige Kalibrieren erspart, das nach jedem Aufbau fällig ist. Praktisch, denn das Kalibrieren hat bisher auch gerne mal mehrere Durchgänge gebraucht. Ein positiver Nebeneffekt dieses Features ist laut Wahoo die verbesserte Leistungsmessgenauigkeit von +/- 1 % statt bisher +/- 2 %. Die Füße der fünften KICKR-Version haben ebenfalls ein Update erhalten. Die neuen AXIS-Füße auf beiden Seiten sind mit Elastomeren ausgestattet, die eine Seitwärtsbewegung erlauben sollen. Laut Wahoo ist die Zahl der Indoor-Trainingseinheiten, die länger als die bisher üblichen 30–60 Minuten-Blocks gingen, signifikant angestiegen. Um dem Fahrer auch auf langen Ausfahrten ein komfortableres und natürliches Fahrerlebnis zu ermöglichen, sollen die Polymere durch ihre Nachgiebigkeit die natürlichen Bewegungen einer reellen Ausfahrt außerhalb der eigenen vier Wände simulieren. Durch drei verschieden große Hartplastik-Teller, die auf die Polymere geschraubt werden, kann Nachgiebigkeit je nach Vorliebe dosiert werden. Wahoo hat bei der Entwicklung auch an die KICKR-Besitzer der vorherigen 2017er und 2018er Versionen gedacht und bietet die Füße ab September als eigenständiges Zubehör zum Nachrüsten an. Top!

Die Hartplastik-Teller regulieren die seitliche Bewegungsfreiheit. Je größer der Teller, desto steifer der Rollentrainer.

In Zeiten von Quarantäne sowie Indoor-Training und E-Sport-Wettkämpfen, was sich immer größer werdender Beliebtheit erfreut, hat Wahoo viel Wert darauf gelegt, den Trainer für E-Racing zukunftssicher auszustatten. Bisher wurden Rollentrainer per Bluetooth oder einer anderen kabellosen Verbindung mit dem Computer verbunden. Bei einem E-Racing-Event, welches üblicherweise in einer großen Halle stattfindet, besteht mit diesem System natürlich die Möglichkeit, dass sich Befugte oder Unbefugte in die Übertragung hacken und die Werte manipulieren. Ob gewollt oder ungewollt, bewusst oder unbewusst: E-Doping führt hier auf das gleiche Ergebnis hinaus wie Doping. Die einzige Möglichkeit, dieser neuen Art des Schummelns einen Riegel vorzuschieben, ist der Verzicht auf Funkübertragungen und dem Wiedereinführen von Kabeln. Auch wenn es Stand heute noch keine Software gibt, die das Signal verarbeiten kann: Bei zukünftigen Rennen wird an dieser Art der Signalübertragung kein Weg dran vorbeiführen. Wahoo hat den Trend frühzeitig erkannt und dem KICKR eine überarbeitete Junction-Box spendiert, die sowohl kabellose, als auch kabelgebundene Kommunikation erlaubt.

Schmal zusammengeklappt passt der KICKR in jede Nische und lässt sich per Tragehilfe einfach bewegen
Der Wahoo KICKR ist durch einfaches Drücken innerhalb von Sekunden auf- und abgebaut
Die 11-fach-Kassette ist bereits im Lieferumfang enthalten
Der KICKR lässt sich in der Höhe für viele Laufradgrößen einstellen

Der Wahoo KICKR 2021 im ersten Test

Wie schon sein kleiner Bruder KICKR CORE kommt auch der KICKR 2021 mit fast jedem Bike klar. Ob Schnellspanner mit 130/135 mm Breite, normale Steckachsen mit 142 mm oder Boost-Steckachsen mit 148 mm – der KICKR nimmt alle auf, die passenden Adapter liegen dem KICKR bereits bei. Auch 12-fach-Schaltgruppen sind möglich, der passende XD- bzw. XDR-Freilauf kann einfach nachgekauft werden. Für Shimano steht jedoch aktuell noch kein MICRO SPLINE-Freilauf zur Verfügung. Falls ihr vor dem Kauf auf Nummer sicher gehen wollt: Wahoo bietet online eine praktische Kompatibilitäts-Hilfe an.

Bereits im Auslieferungszustand ist eine 11-fach-Kassette montiert, sodass es bei geeignetem Antrieb am Bike direkt losgehen kann. Der KICKR ist innerhalb von Sekunden ausgeklappt und die passende Laufradgröße eingestellt. Im Betrieb zeigt sich der Wahoo-Rollentrainer flüsterleise, das einzige Geräusch ist das Rasseln der Kette. Nach unzähligen Stunden auf dem Wahoo KICKR CORE, an dem wir fehlende Nachgiebigkeit und ein nur bedingt natürliches Fahrgefühl moniert hatten, waren wir sehr gespannt auf das neue Fuß-Konzept am großen Bruder. Endlich auch im Sprint und im Wiegetritt ein natürlicher Bewegungsablauf? Nach dem ersten Test können wir sagen: Top Idee und prima Ausführung! Mit dem großen Hartplastik-Teller gibt der KICKR noch kaum spürbar nach und das Polymer hat keine Möglichkeit, sich zu verformen und den Rollentrainer einfedern zu lassen. Wechselt man jedoch direkt vom großen auf den kleinen Teller, ist der Unterschied bereits bei leichtem Pedalieren und ohne viel Kraftaufwand zu spüren. Der KICKR gibt dann bei jeder seitlichen Bewegung deutlich nach und bietet fast schon zu viel Bewegungsspielraum. Für uns hat sich der mittlere Teller als perfekter Kompromiss herausgestellt und das natürliche Fahrgefühl deutlich verbessert. Im kraftvollen Wiegetritt und spätestens beim All-out-Sprint fängt der Rollentrainer jedoch wie auch alle anderen Direktantrieb-Trainer aus dem letzten Test mit dem Wackeln an und wandert aufgrund seiner Konstruktion mit Mittelblock durch den Raum.

Unser Fazit zum Wahoo KICKR 2021

Wahoo spendiert seinem KICKR-Rollentrainer kleine, aber sehr sinnvolle Upgrades. Neben der Funkübertragung ist auch eine Signalübertragung per Kabel möglich, um für zukünftiges E-Racing gerüstet zu sein. Durch ein neues Fuß-Konzept bietet der KICK-Rollentrainer nun auch seitlichen Bewegungsspielraum für ein natürlicheres Fahrgefühl und lässt sich je nach Vorliebe durch drei Tellergrößen individuell einstellen. Bei All-out-Sprints fängt jedoch der ganze Trainer an, sich durch Kippeln langsam in Bewegung zu setzen.

Tops

  • natürliches Fahrgefühl durch einstellbaren Bewegungsspielraum
  • geringe Geräuschkulisse
  • Kompatibilität mit den meisten Bikes und Antrieben
  • für zukünftiges E-Racing gerüstet
  • kein Kalibrieren mehr notwendig

Flops

  • steht für All-out-Sprints nicht stabil genug und setzt sich in Bewegung

Mehr Informationen zum Wahoo KICKR-Rollentrainer findet ihr unter wahoofitness.com

Ihr wollt mehr Infos über Zubehör erhalten, das für den Wahoo KICKR nützlich und sinnvoll ist? Dann lest euch den Test über den Wahoo KICKR CORE durch, dort haben wir die Ergänzungen CLIMB, HEADWIND und BIKE DESK direkt mit getestet. Für einen Überblick über weitere Rollentrainer geht es hier zu unserem großen Vergleichstest.

Text: Philipp Schwab Fotos: Jonas Müssig