
Als Tubeless-Version des legendären Turbo Cotton tritt der neue Turbo TLR mit einer neuen und vollständig vulkanisierten Bauweise an. Specialized bewirbt den Reifen als Race-Modell für das ganze Jahr, also ein Reifen, der sowohl leicht und robust ist, aber auch unter allen Bedingungen die nötige Performance bieten kann, um ganz vorne mitzufahren. So bleibt der Pneu auch optisch dem Turbo-Stil treu. Dank der zentralen, schnellen Lauffläche und den griffigen Flanken ergibt sich der bekannte sportliche Look. Doch wie schlägt er sich auf der Straße?
Gripverlust fast ausgeschlossen – Specialized S-Works Turbo TLR im Rennrad-Reifen-Test 2025
Große Worte, die es zu untermauern gilt. Doch schon im Effizienz-Test kann der Turbo TLR nicht ganz mit der absoluten Spitze mithalten: Mit 15,1 Watt Rollwiderstand zählt er zu den langsameren Reifen im Test, etwa 3 Watt hinter den direkten Racing-Konkurrenten und rund 4 Watt hinter dem Testsieger Continental GP 5000 S TR. Dennoch rollt der Reifen geschmeidig und hält die Geschwindigkeit gut, doch gerade im Antritt kann der Reifen trotz des geringen Gewichts nicht voll überzeugen.
In puncto Grip lässt der Turbo TLR keine Zweifel aufkommen: Der Specialized-Reifen bietet das griffigste Profil und die griffigste Gummimischung im gesamten Testfeld. Egal, ob Asphalt, Schotter oder nasser Untergrund, der Turbo TLR klebt förmlich auf der Straße und bleibt selbst im Grenzbereich kontrollierbar. Beim Bremsen überzeugt er mit starker Verzögerung und viel Sicherheit. So ist auch das Kurvenverhalten präzise und ausgewogen. Denn der Reifen reagiert direkt, wird nicht nervös und bietet so eine ideale Balance zwischen Race-Feeling und Alltagstauglichkeit.
Bei der Compliance zeigt sich der Turbo TLR durchaus komfortabel und bietet deutlich mehr Dämpfung als etwa die Pneus von Pirelli, kommt aber nicht ganz an die Compliance des Michelin Power Cup TLE heran. Insgesamt bietet der Reifen aber ein angenehm sportliches und kontrollierbares Fahrgefühl. Auf Kopfsteinpflaster und losem Untergrund spielt der Turbo TLR seine Stärken aus. Er bietet guten Grip und ausreichend Dämpfung, um auch härtere Schläge aufzunehmen, für einen Performance-Reifen wie den S-Works Turbo TLR ein starkes Ergebnis.
Die Montage gestaltet sich dagegen etwas straff, ähnlich wie beim Pirelli TLR, gelingt diese mit einem Reifenheber jedoch problemlos. Positiv ist auch, dass der Reifen sofort und zuverlässig abdichtet. Beim Pannenschutz liegt der Turbo TLR leicht über dem Durchschnitt, durchaus solide, aber nicht auf dem Niveau der Top-Performer von Continental, MAXXIS oder Schwalbe. Für einen Allround-Rennreifen dennoch ein gutes Ergebnis.
Reifeneigenschaften
Rollwiderstand
Durchschlagschutz
Durchstichschutz
Grip
Fazit zum Specialized S-Works Turbo TLR
Der neue S-Works Turbo TLR überzeugt als vielseitiger Allrounder mit erstklassigem Grip, gutem Komfort und sicherem Fahrverhalten, egal ob im Training oder im Rennen. Zwar liegt die Effizienz leicht unter der der Topmodelle und auch der Pannenschutz ist nicht ganz auf dem erwarteten Niveau. Doch angesichts der starken Fahreigenschaften und sportlichen Ausrichtung ist der griffige Specialized S-Works Turbo TLR die ideale Wahl für alle, die das ganze Jahr auf der Straße zu finden sind.
Tops
- hervorragender Grip
- geringes Gewicht
- guter Komfort
Flops
- für einen Ganzjahresreifen mittelmäßiger Pannenschutz
- mittelmäßige Effizienz
Hergestellt in Thailand | Getestete Größe 30–622 | Reifenbreite in mm¹ 30,1 | Reifenhöhe in mm¹ 21,3 | Reifenhöhe + Testfelge in mm² 66,5 | Gewicht 270,9 g | Preis 75 €
1 gemessene Dimensionen bei 5,0 Bar, 2 Testfelge: HUNT 40 Carbon Disc 622 x 22TC (Felgenhöhe 45,2 mm)
Mehr Informationen unter specialized.com.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Die 13 schnellsten Rennrad-Reifen im Test – Der beste Reifen für euer Rennrad
Alle Reifen im Test: Challenge Criterium RS | Continental GP 5000 S TR | Continental Aero 111 | Continental GP 5000 TT TR | Hutchinson Blackbird Race | MAXXIS HighRoad Gen 3 | Michelin Power Cup TLR Competition Line | Pirelli P ZERO TLR RS | Pirelli P ZERO Race RS | Schwalbe Pro One TL | Specialized RapidAir TLR | Specialized S-Works Turbo TLR| Vittoria Corsa Pro TR
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Text: Calvin Zajac Fotos: Jan Fock
