Durch sein federleichtes Gewicht von 7,22 kg war das Specialized S-Works Crux einst das Maß der Dinge im Gravel-Race-Segment. Doch seit seinem Release 2022 hat sich die Szene weiterentwickelt und der Wettbewerb ist härter denn je: Aero-Boliden mit mehr Reifenfreiheit setzen 2025 neue Maßstäbe. Kann das Crux in diesem Test trotzdem noch mithalten oder wird es vom Thron gestoßen?

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Specialized S-Works Crux | 7,22 kg in Größe 56 | € 13.210,00 | Hersteller-Website

Mit dem S-Works Crux sicherte sich Specialized in unserem letzten Gravel-Race-Vergleich den Kauftipp – und auch 2025 bleibt es das leichteste Bike im Testfeld. Doch die Konkurrenz hat aufgerüstet: Aero-Rahmen, tiefere Laufräder und mehr Reifenfreiheit setzen neue Maßstäbe. Reicht das minimale Gewicht allein noch aus, um ganz vorne mitzufahren?

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Um mit der Zeit zu gehen, schickt Specialized das S-Works Crux in einem Custom-Race-Setup mit Road-Komponenten wie Aero-Cockpit und tiefen Laufrädern – übernommen vom Specialized S-Works Tarmac SL8 – ins Rennen. Das Ziel ist klar: Durch die optimierte Aerodynamik soll es auch 2025 noch mit den Aero-Gravelbikes der Konkurrenz mithalten. Unser Test zeigt, ob das wirklich die perfekte Symbiose für moderne Gravel-Rennen ist und das Crux erneut den Kauftipp einfährt.

Die Crux des Gewichts: Ist weniger noch genug?

Was sofort auffällt: Das Crux bleibt sich treu: kein neues Modell mit Aero-Offensive, sondern weiterhin klassische Rohrformen im Stil des Aethos. Während viele Hersteller auf möglichst wenig Luftwiderstand setzen, wirkt der schlanke Rahmen fast schon nostalgisch. Keine D-förmige Sattelstütze, keine abgesenkten Sitzstreben, keine versteckten Storage-Lösungen – das Crux ist Purist und wirkt fast schon etwas oldschool.

Doch was auf den ersten Blick veraltet erscheint, macht das S-Works Crux mit seinem ultraleichten Design wieder wett. Mit 7,22 kg ist es das leichteste Bike im Test – doch zur Abwechslung mal nicht das teuerste. Mit 13.210 € gehört es dennoch zur absoluten Spitzenklasse im Race-Gravel-Vergleich und wird nur noch vom Titan-Exoten von Falkenjagd übertroffen.

Unauffällig am Bike ist hier nur der dezente S-Works-Schriftzug. Die wuchtigen Roval Rapide CLX II-Carbon-Laufräder hingegen sind alles andere als zurückhaltend. Ursprünglich für das Tarmac entwickelt, wurden sie speziell für unser Testbike nachgerüstet, um das Crux im Racing-Kontext aerodynamischer zu machen. Ein mutiger Zug, denn im Vergleich zum serienmäßigen Terra CL-Gravel-Laufradsatz sind die Rapide-Laufräder nicht nur schwerer, sondern auch deutlich weniger auf Offroad-Tauglichkeit ausgelegt. Dafür sollen sie auf Asphalt und Hardpack durch verbesserte Aero-Werte glänzen.

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Specialized S-Works Crux 2022

13.210 €

Ausstattung

Sattelstütze Roval Alpinist Carbon Round
Bremsen SRAM RED E1 AX 160 mm
Schaltung SRAM RED XPLR AXS 1 x 13
Kettenblatt 40
Vorbau Roval Rapide 110 mm
Lenker Roval Rapide 420 mm
Laufräder Roval Rapide CLX II 50|62 12 x 100 / 12 x 142
Reifen S-Works Pathfinder 700 x 42c
Kurbeln SRAM RED XPLR AXS Powermeter 172,5 mm
Kassette SRAM RED XPLR XG-1391-E1 10-46T

Technische Daten

Größe 49 52 54 56 58 61
Gewicht 7,22 kg
Reifenfreiheit (v/h) 47/47

Besonderheiten

Klassisch Runde Rahmenrohre
Roadkomponenten von Roval
Sehr leichtes Gewicht

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All out S-Works: Die Ausstattung am Specialized S-Works Crux

Maximaler Leichtbau, kompromisslos auf Racing getrimmt: Das Crux verzichtet am Rahmen auf aerodynamische Tricksereien und setzt dafür umso mehr konsequent auf eine High-End-Ausstattung. Die SRAM Red XPLR AXS mit Powermeter sorgt für präzise Schaltperformance, während das kleine 40T-Kettenblatt für die geringste Übersetzung im Testfeld steht … Jedes Gramm zählt ;).

Die Roval Rapide Laufräder setzen mit 50 mm Felgentiefe vorne und 62 mm hinten voll auf Aerodynamik. Das bringt Speed auf Asphalt und Hardpack – doch auf grobem Schotter macht sich die schmale Maulweite von 21 mm bemerkbar. Der 42 mm breite Specialized S-Works Pathfinder wölbt sich dadurch stärker ballonartig, was die Aufstandsfläche reduziert und den Grip in Kurven sowie auf losem Untergrund spürbar einschränkt.

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Die Roval Rapide CLX II Road-Laufräder sollen dank 50 mm und 62 mm Felgentiefe Aero-Performance ans Gravel-Bike bringen.
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Das Roval Rapide-Cockpit soll Aero-Vorteile bieten – doch mit 42 cm Breite wirkt es für moderne Gravel-Rennen überdimensioniert und verspielt so seinen aerodynamischen Anspruch.
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Ungewohntes Understatement: Der dezente S-Works-Schriftzug am Unterrohr steht für Top-Level-Performance, fällt optisch aber zurückhaltender aus als gewohnt.

Zwar glänzte der Reifen in unserem Gravel-Reifenvergleichstest mit einem extrem niedrigen Rollwiderstand, musste dafür aber bei Traktion und Kontrolle spürbare Kompromisse eingehen. Dafür bleibt viel Platz im Rahmen, der bis zu 47 mm breite Reifen aufnimmt – mehr als beim Canyon Grail CFR XPLR und damit ist das Crux auch 2025 noch wettbewerbsfähig für fast jede erdenkliche Rennsituation.

Passend zum Aero-Konzept übernimmt Specialized auch das Roval Rapide-Cockpit aus der Road-Kategorie. Mit 42 cm Breite verspricht es auf dem Papier gute Kontrolle und konnte in der Vergangenheit durch angenehme Ergonomie überzeugen. In der Praxis wirkt das Setup jedoch weniger aggressiv als bei Konkurrenten wie Trek oder Parapera – und das liegt nicht nur am fehlenden Flare in den Drops, der bei Abfahrten auf losem Untergrund für mehr Stabilität sorgen würde.

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Während viele Hersteller auf D-förmige Aero-Stützen setzen, bleibt das Crux seiner klassisch runden Sattelstütze treu.
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Durch die schmale Maulweite von nur 21 mm wölben sich die 42 mm breiten S-Works Pathfinder-Reifen ballonartig auf – zulasten der Traktion.

Auch wenn das Cockpit optisch aerodynamisch wirkt, ist die Breite von 42 cm im aktuellen Vergleichsfeld fast schon konservativ: Denn moderne Gravel-Race-Cockpits setzen zunehmend auf schmalere Maße, kombiniert mit ausgeprägtem Flare – genau das vermisst man hier.Optisch hauchen die tiefen Laufräder und das einteilige Aero-Cockpit dem Rahmen mit seinen klassisch runden Rohrformen zwar einen modernen Look ein, Fans des Oldschool-Looks könnte das jedoch abschrecken.

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Die Geometrie des Specialized S-Works Crux

In der Geometrie positioniert sich das Cruxx klar auf der sportlichen Seite des Testfelds. Das Stack-to-Reach-Verhältnis von 1,46 sorgt für eine gestreckte Sitzposition. Der steile 72°-Lenkwinkel verweist auf die Cross-DNA des Bikes und verspricht ein direktes, agiles Handling. Mit 425 mm Kettenstreben liegt das Cruxx indes wieder im Durchschnitt des Testfelds.

Größe 49 52 54 56 58 61
Sattelrohr 466 mm 496 mm 521 mm 546 mm 576 mm 606 mm
Oberrohr 512 mm 539 mm 549 mm 568 mm 582 mm 599 mm
Steuerrohr 100 mm 115 mm 130 mm 145 mm 170 mm 190 mm
Lenkwinkel 70.5° 71.5° 71.5° 72° 72.5° 72.5°
Sitzwinkel 75.5° 74° 74° 73.5° 73.5° 73.5°
Kettenstrebe 425 mm 425 mm 425 mm 425 mm 425 mm 425 mm
BB Drop 74 mm 74 mm 72 mm 72 mm 72 mm 72 mm
Radstand 1008 mm 1014 mm 1023 mm 1033 mm 1045 mm 1059 mm
Reach 375 mm 382 mm 388 mm 397 mm 405 mm 415 mm
Stack 530 mm 547 mm 560 mm 578 mm 598 mm 621 mm

Cross-DNA mit Schotterlizenz: Das Specialized S-Works Crux im Test

Schon auf den ersten Metern auf dem Weg zur Teststrecke in den Bergen hinter Nizza macht das Superior XR 9.7 GF sehr viel Spaß. Doch liegt das nur am Straßenbelag oder kann das Superior doch mehr, als die Ausstattung verspricht?
Schon nach wenigen Metern ist klar: Dem Specialized S-Works Crux geht es um pure Geschwindigkeit und Fahrspaß. Mit seinem minimalistischen Design, dem steifen Rahmen und dem ultrageringen Gewicht ist das Crux eines der reaktionsschnellsten Bikes im Testfeld. Jeder Lenkimpuls wird unmittelbar umgesetzt, das Handling ist sehr scharf, was besonders in engen Kurven und technischen Passagen für ein superagiles Fahrverhalten sorgt – nur das extrem verspielte SCOTT Addict Gravel RC ist noch wendiger.

Mit 7,22 kg fühlt sich das Crux am Berg fast unfair leicht an.

Doch wo viel Agilität ist, kann die Laufruhe leiden. Vor allem auf schnellen, ruppigen Abfahrten fordert das Crux eine saubere Linie und eine ruhige Hand, denn es reagiert sensibel auf Lenkimpulse und hält seine Spur weniger souverän im Vergleich zu Gravel-Monstertrucks wie dem Cannondale SuperX oder 3T RaceMax Italia. Im direkten Vergleich bleibt es aber trotzdem stabiler als nervösere Allroad-Modelle, wie das Superior oder Parapera, und vermittelt stets ein direktes, intuitives Fahrgefühl. Schnelle Kurven nimmt das Crux mit chirurgischer Präzision – ein echtes Race-Gefühl, das sich direkt und kontrolliert anfühlt.

Seine wahre Stärke spielt das Crux allerdings im Antritt aus. Kaum ein anderes Bike im Test sprintet so mühelos nach vorne, setzt jede Pedalumdrehung so effizient in Vortrieb um und belohnt einen aktiven Fahrstil mit sofortiger Beschleunigung. Besonders in kurzen, steilen Anstiegen fühlt es sich beinahe unfair leicht an und setzt sich mühelos an die Spitze – hier schlägt die volle Leichtbau-DNA durch. Selbst das ultraleichte Parapera Anemos² kann da nicht ganz mithalten. Auf der Geraden hält es das Tempo souverän, ist jedoch nicht so explosiv wie das ROSE BACKROAD FF, das mit seinem steifen Rahmen und aggressiven Setup noch mehr Spritzigkeit bietet.

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Neben all der Dynamik bringt das Crux auch ein sehr hohes Maß an Fahrspaß mit. Der leichte Rahmen, die präzise Lenkung und das verspielte Handling machen es zu einem Bike, das nicht einfach nur gefahren, sondern aktiv bewegt werden will. Dennoch ist das Crux kein entspannter Cruiser für lange Distanzen – der Rahmen ist straff und schluckt auf ruppigem Terrain längst nicht alle Vibrationen und Schläge. Ein großer Teil des Komforts kommt daher von den Anbauteilen.

Die Roval Alpinist-Sattelstütze samt sehr weichem S-Works Power Mirror-Sattel, das Roval-Cockpit und die Pathfinder-Reifen holen spürbar Dämpfung heraus und machen das Crux trotz seines straffen Rahmens deutlich komfortabler als erwartet. Zwar ist es nicht ganz so bequem wie ein Trek Checkmate SLR, aber viel sanfter als das knochenharte ROSE BACKROAD FF. Durch die großzügige Reifenfreiheit von 47 mm bleibt zudem genug Spielraum für ein Plus an Dämpfung und Grip – ein klarer Vorteil gegenüber dem Canyon Grail CFR XPLR, das mit nur 42 mm hinten deutlich limitierter ist. Wer das volle Potenzial des Crux nutzen will, könnte mit breiteren Felgen und griffigeren Reifen ein spürbar offroad-tauglicheres Setup erhalten.

Tuning-Tipp: Schmaleres Cockpit mit Flare für weitere Aero-Gains.

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Helm Kask Protone Icon | Brille Koo Alibi | Weste Specialized Prime Windvest | Shirt Specialized Prime LT
Shorts Specialized Prime Bib Shorts | Schuhe Specialized S-Works Recon
Socken Fingerscrossed Hell Yeah 1.0

Für welche Rennen ist das Specialized S-Works Crux?

Das S-Works Crux ist die ultimative Wahl für Rennen mit vielen Höhenmetern – an steilen Rampen spielt sein geringes Gewicht alle Trümpfe aus und lässt die gesamte Konkurrenz hinter sich. Besonders in kurzen, intensiven Rennen mit vielen Richtungswechseln brilliert das direkte Handling. Weniger souverän zeigt es sich dagegen auf langen High-Speed-Abfahrten oder grobem Terrain, wo laufruhigere Bikes wie das 3T RaceMax oder Cannondale SuperX mehr Vertrauen vermitteln.

Wer ein wendiges, reaktionsschnelles Gravel-Race-Bike mit CX-DNA und viel Fahrspaß sucht, bekommt mit dem Crux dennoch ein pures und präzises Rennwerkzeug. Die Reifenfreiheit von 47 mm liegt über dem Durchschnitt des Testfelds, was dem Specialized zusätzlich deutliche Reserven in Sachen Komfort, Laufruhe und Grip verleiht.

Fahreigenschaften

Agilität

  1. träge
  2. verspielt

Stabilität

  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

  1. fordernd
  2. intuitiv

Antritt

  1. träge
  2. leichtfüßig

Fun Factor

  1. langweilig
  2. lebendig

Komfort

  1. straff
  2. komfortabel

Vielseitigkeit

  1. niedrig
  2. hoch

Einsatzgebiet

Climbing

 

Aero

 

Offroad

 

Style Factor

 

Fazit zum Specialized S-Works Crux

Das Specialized S-Works Crux ist ein ultraleichtes, pfeilschnelles Race-Gravel-Bike mit ausgeprägter Cross-DNA und einem messerscharfen Handling. Sein geringes Gewicht und die ausgeprägte Agilität machen es zur ersten Wahl für steile Kletterpassagen und enge Kurse. Zwar fordert das Crux eine aktive Fahrweise, belohnt diese aber mit unvergleichlicher Dynamik und maximalem Fahrspaß. Wer hingegen ein laufruhiges und feature-bepacktes Bike für schnelle Abfahrten und lange Distanzen sucht, ist mit Alternativen wie dem Canyon Grail besser bedient.

Tops

  • spritziger Antritt am Berg
  • großzügige Reifenfreiheit
  • präzises Handling

Flops

  • breites Road-Cockpit ohne Flare passt nicht zum Gravel-Race-Einsatz

Mehr Informationen unter specialized.com.

Das Testfeld

Dieses Bike wurde im Rahmen des Race Gravelbike Vergleichstest 2025 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Race Gravelbikes erhaltet ihr hier:

Race Gravel Bike Test 2025 Test Review WEB 147

Alle Bikes im Test: 3T Extrema Italia | Cannondale SuperX 2 | Canyon Grail CFR XPLR | Falkenjagd Aristos SL | Merida Silex 8000 | Parapera Anemos² | Rose Backroad FF RED XPLR AXS | Scott Addict Gravel RC | Superior XR 9.7 GF | Specialized S-Works Crux | Trek Checkmate SLR 9 AXS | Wilier Rave SLR


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Text: Jan Fock Fotos: Jan Richter