Steifer, leichter, schneller – mit dem S-Works Ares 2 bringt Specialized die zweite Generation seines Sprinterschuhs auf den Markt. Mit neuem Design und stolzem Preis zielt Specialized auf maximale Performance. Doch glänzt der Schuh nur auf dem Weg zum Kaffee-Stopp – oder liefert er auch im Sprint ab?

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Specialized S-Works Ares 2 | 450 g (Größe 41, gewogen ohne Cleats)
550 € | Hersteller-Website

Mit dem S-Works Ares 2 stellt Specialized die zweite Generation seines High-End-Rennradschuhs für Sprinter und fürs leistungsorientierte Peloton vor. Ziel ist es, mit gezielter Weiterentwicklung an die Erfolge des Vorgängers anzuknüpfen – mit mehr Steifigkeit, verbesserter Ergonomie und einem klaren Fokus auf Kraftübertragung. Dafür verzichtet Specialized auf das sockenartige Innenleben des Ares-Vorläufermodells und setzt stattdessen auf ein neues BOA-Verschlusssystem, kombiniert mit breiterer Zehenbox und überarbeitetem Leisten. Auch die Carbonsohle wurde laut Specialized weiter optimiert – sowohl in puncto Gewicht als auch Torsionssteifigkeit. Mit einem Preis von 550 € ist der Ares 2 im absoluten Top-End-Segment angesiedelt. Doch wie schlägt sich der Schuh auf der Straße im Trainingsalltag, im Intervalltraining und im Sprintfinish?

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Weiß, clean, auffällig: Der Ares 2 macht optisch eine gute Figur.
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Der Ares 2 soll genau dann glänzen, wenn maximale Kraft aufs Pedal trifft – wie hier im Sprint.

Nicht alles, was glänzt, ist Gold: Die neuen Specialized S-Works Ares 2 im Detail

Entwickelt wurde der neue S-Works Ares 2 in enger Zusammenarbeit mit den Specialized World Tour-Profis wie Primoz Roglic oder Tim Merlier. Das Ziel: bloß keine Leistung verschwenden. Entsprechend konsequent fällt der Aufbau aus: Der Schuh richtet sich klar an leistungsorientierte Fahrer, bei denen Passform, Stabilität und Kraftübertragung über allem stehen. Herausgekommen ist ein Modell mit einem Gewicht von 224 Gramm pro Schuh in Größe 41, was ihn zu einem der leichtesten Modelle auf dem Markt macht. Auch preislich bleibt sich Specialized treu – mit 550 € markiert der Schuh das obere Ende der Fahnenstange im Rennradschuh-Markt. Beim Design bleibt Specialized gewohnt protzig und setzt auf das edle perforierte Obermaterial, silbern glänzende BOA Li2-Verschlüsse und einen auffälligen S-Works Schriftzug an der Seite.

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Im Vergleich zum Vorgänger fällt vor allem eines auf: Das Innenleben wurde grundlegend überarbeitet. Die integrierte, sockenartige Konstruktion, wie man sie vom Ares 1 oder etwa dem Canyon Tempr CFR kennt, entfällt. Stattdessen setzt Specialized auf einen neu entwickelten Verschluss mit zwei BOA Li2-Drehverschlüssen. Was zunächst konventionell klingt, ist in der Umsetzung dann doch besonders: Der hoch angesetzte obere BOA-Verschluss legt sich weit über den Spann und soll so für maximalen Halt sorgen – gerade dann, wenn im Wiegetritt oder Sprint mit viel Zug gearbeitet wird. Gleichzeitig verspricht Specialized einen einfacheren Einstieg und eine nochmals direktere Kraftübertragung.

Auch die Leisten sind überarbeitet: Die Zehenbox fällt deutlich breiter aus und folgt einem anatomischeren Schnitt. Specialized verspricht sich davon mehr Platz für die natürliche Zehenspreizung sowie eine geringere Druckbelastung im Vorfuß.

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Die neue Zehenbox fällt deutlich großzügiger aus und soll mehr Platz für die natürliche Zehenspreizung bieten.

Mit dem Ares 2 ins Grüne Trikot? Die neuen Specialized S-Works Ares 2 im Test

Bei der Tour de France 2025 hat es für die Sprinter der Specialized Teams wie Merlier und Meeus nicht ganz gereicht – am Ares 2 dürfte es wohl kaum gelegen haben. Die Schuhe zählen definitiv zu den steifsten Modellen, die wir je gefahren sind. Besonders in der Ferse fällt der feste Sitz schon beim Anziehen auf. Wir haben den Rennschuh über mehrere Wochen hinweg bei Intervallen, längeren Ausfahrten und harten Trainingseinheiten getestet. Insgesamt kamen dabei rund 1.000 Kilometer zusammen.

Der erste Eindruck: Der Ares 2 ist steif – und das merkt man sofort. In Kombination mit der Carbonsohle entsteht ein direkter Tritt, der auch bei Sprints und Antritten kaum Spiel zulässt. Gerade bei starker Zugbelastung bleibt der Fuß spürbar stabil im Schuh. Die neue, breitere Zehenbox sorgt dabei für ein ungewohntes, aber insgesamt angenehmes Tragegefühl. Sie schafft mehr Platz im Vorfußbereich und reduziert den Druck gekonnt. Die Passform fällt insgesamt recht großzügig aus. Trotzdem lässt sich der Schuh so straff fixieren, dass der Fuß selbst bei hoher Zugbelastung sicher gehalten wird. Möglich macht das vor allem der hoch angesetzte obere BOA-Verschluss, der sich breit über den Spann legt und den Fuß regelrecht in den Schuh presst. Wer hier zu fest zudreht, riskiert allerdings genau das: ein zu starkes Einschnüren – in unserem Test führte das bei einigen Fahrern nach kurzer Zeit zu tauben Zehen. Die richtige Balance aus Halt und Komfort verlangt also etwas Fingerspitzengefühl. Sitzt der Schuh aber einmal perfekt, verrutscht und drückt nichts.

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Der obere BOA-Verschluss sitzt hoch auf dem Spann und soll für maximalen Halt sorgen.
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Maximale Power aufs Pedal, minimaler Energieverlust.

Die Silhouette des Ares 2 wirkt schon auf den ersten Blick etwas wuchtiger – und erinnert mit ihrer breiten Zehenbox durchaus an orthopädisch inspirierte Modelle. Aber es gibt ja auch ein Leben hinter der Finish-Linie. Und genau da können Barfußschuhe eine gelungene Abwechslung liefern. Wie sich echte Barfußschuhe im Vergleich schlagen, lest ihr hier.

Das glänzende weiße Finish wirkt hochwertig, die Schuhe sehen schon beim ersten Anblick hochpreisig aus. Der weiße Zehenschutz an der Front zeigte in unserem Test allerdings schnell erste Gebrauchsspuren, und auch die ungeschützte Carbonsohle blieb nach wenigen Einsätzen nicht von Kratzern verschont – ein bekanntes Bild bei schneeweißen High-End-Schuhen mit offen liegender Carbonsohle. Im Vergleich zum S-Works Torch hat der Ares 2 einen etwas geringeren Tragekomfort – vor allem wegen der speziellen Konstruktion: Die hoch angesetzte BOA-Fixierung zieht den Fuß stark von oben in den Schuh und sorgt so für außergewöhnlich festen Halt. Das erhöht die Stabilität bei hoher Belastung, reduziert aber die Bewegungsfreiheit im Spannbereich spürbar.

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Not made for walking? Für wen sind die neuen Specialized S-Works Ares 2?

Der S-Works Ares 2 richtet sich an alle, die bei maximaler Belastung keine Kompromisse machen wollen. Sprinter, denen ein fester Halt wichtiger ist als schnelles Reinschlüpfen. Rider mit kräftigen Beinen, die im Wiegetritt jede Bewegung in Vortrieb umsetzen möchten. Und natürlich spricht er alle an, für die ein Schuh auch optisch zum S-Works Tarmac SL8 in Sonderlackierung passen muss – inklusive S-Works-Schriftzug und glänzender Oberfläche.

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Fazit

Der S-Works Ares 2 ist kein Schuh für Kompromisse – und erst recht nicht für entspannte Sonntagsfahrten mit Cappuccino-Stopp. Stattdessen zielt er auf maximale Performance unter Volllast. Wer sich bislang mehr Platz im Vorfuß gewünscht hat, dürfte hier fündig werden – muss dafür jedoch durch seine steife Sohle und strammen Halt im Spannbereich leichte Abstriche beim Komfort in Kauf nehmen. Der feste Sitz sorgt für enorme Stabilität im Sprint, verlangt aber eine feinfühlige Justierung. Wer explosive Antritte liebt und jedes Watt direkt aufs Pedal bringen will, findet im Ares 2 einen der steifesten Schuhe auf dem Markt mit einem extrem festen Halt.

Tops

  • sehr cleaner Weißer Look
  • sehr direkte Kraftübertragung
  • viel Platz für breite Füße

Flops

  • BOA Einstellung erfordert etwas mehr Fingerspitzengefühl

Mehr Informationen unter specialized.com.


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Text & Fotos: Jan Fock