Gravel und elektrisch? Ja, das geht! Shimano bringt mit der GRX Di2 12-fach endlich neue Gravel-Komponenten auf den Markt. Doch was gibt es am schon sehr guten Vorgänger noch zu verbessern? Eine optimierte Ergonomie, Semi-Wireless und natürlich 12 Gänge in der Kassette sollen die aufgefrischte GRX Di2 auf ein neues Level heben.

Nicht ganz ein Jahr nach dem Launch der 12-fach-GRX ist nun auch der elektronische Zwilling namens Shimano GRX Di2 auf dem Markt. Analog zu den aktuellen Road-Komponenten setzt die Gravel-Schaltgruppe auf den bekannten zentralen Akku, kabellose Shifter und eine neue „Zentrale“, integriert im Schaltwerk. Die mechanische 12-fach-Gravel-Schaltgruppe GRX spendet mit den Kurbelgarnituren und Bremskomponenten den Rest und komplettiert die neueste Gravel-Innovation aus Japan.

Doch der Elefant im Raum lässt sich nicht so einfach ignorieren. Vorerst kommt von Shimano keine 1x-Schaltgruppe mit dicken MTB-Kassetten nach dem Mullet-Konzept auf den Markt. Schade, denn gerade für Gravel macht 1x so richtig Sinn, und die Konkurrenz von SRAM ist hier ganz vorn mit dabei.

Neues Cockpit mit bewährter Ergonomie

Wenn Shimano GRX Di2 für eines steht, dann ist das eine ausgezeichnete Ergonomie. Schon die Hoods des Vorgängers wussten zu begeistern. So setzen nicht wenige Roadies auf die griffigen Gravel-Hoods und verzichten auf die schmächtigen 11-fach-Shifter der Road-Gruppen.

Laut eigener Aussage will Shimano die Ergonomie an der neuen GRX Di2 sogar nochmals verbessert haben. So sehen die Hoods trotz ähnlicher Grundform recht unterschiedlich aus. Etwas massiver und größer, muten die Shifter auch dank neu platzierter Statusleuchten fast futuristisch an. Ergonomisch passen sie sich dabei dank angewinkeltem Bremsgriff besonders gut an die im Gravel-Bereich beliebten Lenker mit Flare an. Als zusätzlichen Benefit winken eine rundere Form und eine größere Auflagefläche zum Vorbeugen von Druckpunkten. Wie sich die Änderungen in der Realität bemerkbar machen, konnten wir leider noch nicht testen, warten aber gespannt auf die ersten Testprodukte von Shimano.

Das Gewicht der Hoods mit der Bezeichnung ST-RX825 gibt Shimano mit 415 g pro Paar an. Das Set aus Schalthebel und Bremse am Vorderrad gibt es für 449,95 € bzw. 454,95 € für die Version am Heck.

Der Kopf der neuen Shimano GRX Di2

Das Gehirn der 12-fach Shimano GRX Di2 sitzt ab sofort im Schaltwerk. Hier findet nicht nur die Kommunikation mit externen Geräten wie Headunit oder Handy statt, auch die komplette Einstellung läuft über das Schaltwerk. Zusätzlich versteckt sich der Ladeport unter einer kleinen Abdeckung am hinteren Ende. Kompatibel ist das Schaltwerk allerdings nur mit Kassetten mit maximal 36 Zähnen.

Als wirklicher Unterschied zu den Road-Komponenten mit den gleichen Specs bekommt die GRX Di2 eine eigene Kettenstabilisation, welche sich wie gewohnt per Kipphebel an- bzw. ausschalten lässt. Das kleine Extra bringt natürlich auch zusätzliches Gewicht, und so kommt das Schaltwerk mit der Kennung RD-RX825 auf 310 g im Vergleich zu 287 g des Vorgängers. Preislich liegt die neue Di2-Schaltzentrale bei 369,95 €.

Neu wie alt? – Der Umwerfer der Shimano GRX Di2

Zwar leicht überarbeitet, erinnert der Umwerfer der neuen Shimano GRX Di2 doch stark an den Vorgänger. Die schmalere Bauweise, wie sie an den neuesten ULTEGRA Di2 und DURA-ACE Di2-Umwerfern zu sehen ist, lässt sich hier gänzlich vermissen. Extra für den Gravel-Einsatz wurde allerdings die Kettenlinie um 2,5 mm nach außen verlegt. So gewinnt man etwas mehr Reifenfreiheit und Sicherheit, gerade bei extrem matschigen Bedingungen.

Kompatibel ist der Umwerfer mit der bereits bekannten GRX 2×12-Kurbel RX820, hier gibt es die Option auf 48/31. Auf die Waage bringt der FD-RX825-Umwerfer 142 g und kostet 204,95 €.

Software for the win? – GRX Di2 und Software-Update

„Front shift next“, so nennt Shimano die nächste kleine Innovation, welche im Zuge des GRX Di2-Launch vorgestellt wird. Etwas kryptisch beschreibt das die Möglichkeit, die Di2-Buttons so zu programmieren, dass sich mit nur einem Knopfdruck der Umwerfer schalten lässt, ganz egal in welcher Position dieser steht. So lässt sich ein Schalter an den Hoods als neuer Umwerfer-Master-Shifter auswählen, und dieser schaltet je nach Position den Umwerfer hoch oder runter. Ähnlich wie bei SRAM soll so vor allem Dropbar-Neulingen der Einstieg erleichtert werden. Parallel zur neuen GRX Di2 steht die Neuerung allen 12-fach Di2 Road-Gruppen per Firmware-Update zur Verfügung.

Fazit zur Shimano GRX Di2 2024

Shimanos neuester Streich der Gravel-Schaltgruppen vereint aktuelle Road-Elektronik mit Gravel-Kurbel, -Kassetten und -Bremsen. Gepaart mit kleinen Ergonomie-Verbesserungen und einer vereinfachten Schalterbelegung, geht Shimano mit der GRX Di2 einen Schritt in die Zukunft. Gleichzeitig sorgt das kabellose Cockpit für Ordnung, selbst an Bikes mit externer Kabelführung.
Wir freuen uns auf das erste Bike mit 12-fach GRX Di2 und sind gespannt, ob die 1-fach-Version die langersehnte Mullet-Option bringt.


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Text: Calvin Zajac Fotos: Shimano