
3.499 € | Hersteller-Website
Mit der neuen Generation der Rapide CLX-Laufräder zieht Roval alle Register. Carbon-Speichen, ein überarbeitetes Aero-Konzept, weniger Gewicht – und das Ganze im weiterhin klar erkennbarem Roval-Stil. Was letztes Jahr mit der limitierten CLX II Team Edition mit silbernen Naben schon angedeutet wurde, wird mit den neuen Roval Rapide CLX III nun konsequent umgesetzt.
Dabei soll das Aero-Konzept nicht einfach nur überarbeitet, sondern komplett einmal auf den Kopf gestellt worden sein – sprichwörtlich: Statt klassisch tiefer Felge am Hinterrad setzt Roval nun auf 51 mm vorn und 48 mm hinten. Der Fokus liegt dabei auf dem Vorderrad – dort, wo laut Roval bis zu 90 % des Luftwiderstands entsteht. Genau hier setzt das neue Design an: Eine leicht tiefere Felge soll mehr Aerodynamik bringen, während am Heck die Tiefe reduziert wurde, um eine höhere Stabilität bei Seitenwind und ein gutmütigeres Handling zu erhalten.
Die größte Neuerung: Carbon-Speichen. Zum ersten Mal verbaut Roval an einem Dropbar-Laufradsatz auch Speichen aus Kohlenstofffasern. Laut Hersteller spart das rund 100 g Gewicht, erhöht die Steifigkeit und sorgt für einen spürbar direkteren Antritt. Entwickelt wurden die Speichen in Zusammenarbeit mit ARRIS Composites – demselben Partner, der auch bei Specializeds XC-Laufrädern mitmischt. Dazu kommen neue Naben mit edlem Dark-Chrome-Finish, ein überarbeitetes Felgendesign und der gewohnt cleane Roval-Look. Schon der Vorgänger überzeugte in unserem Carbon-Laufrad-Vergleichstest mit Effizienz und Komfort. Kann die Kombination aus Carbon-Speichen und Feintuning am Design das Fahrgefühl jetzt noch lebendiger machen?
Mit der 21 mm breiten Maulweite ist die Felge optimiert für 28-mm-Reifen – ein Setup, das aus aerodynamischer Sicht weiterhin Sinn ergibt. Klar ist aber auch: 28 mm ist fast das neue 25, und unser jüngster Rennrad-Reifen-Vergleichstest zeigt, dass 30 mm vielerorts die neue Benchmark darstellt. Doch wie viel bringt das alles auf der Straße – und für wen lohnt sich der Schritt zum High-End-Laufradsatz für 3.500 Euro? Genau das haben wir getestet.
Im Test: Was können die neuen Roval Rapide CLX III?
Um dem umfassenden Update der Roval Rapide CLX III gerecht zu werden, haben wir den Laufradsatz über mehrere Monate hinweg und auf verschiedenen Bikes getestet. Gefahren wurde dabei das von Roval empfohlene Setup mit 28 mm breiten Specialized RapidAir TLR-Reifen. Aufgezogen auf die breite Vorderradfelge mit den charakteristisch breiteren Flat-Top-Felgenhörnern wirkt der schmalere Reifen optisch etwas ungewohnt. Doch genau dieses Design soll laut Roval für einen besonders sauberen Übergang zwischen Reifen und Felge sorgen – und damit das aerodynamische Verhalten spürbar verbessern, vor allem bei seitlichem Anströmwinkel.


Kaum rollt man an, merkt man, dass die Rapide CLX III ein spürbar direkteres Fahrgefühl vermitteln. Vor allem im Vergleich zum Vorgänger fällt auf, wie stark die neuen Carbon-Speichen das Setup prägen: Der Laufradsatz ist deutlich steifer, aber nicht zu hart. Gerade auf längeren Distanzen spielt die gelungene Balance aus Steifigkeit und Compliance ihre Stärken aus. Am Berg reagiert der CLX III sofort auf jede Tempoverschärfung. Der Antritt wirkt leichtfüßig und racy – das reduzierte Gewicht und die hohe Torsionssteifigkeit sorgen dafür, dass jedes Watt spürbar in Vortrieb umgesetzt wird. Auch wenn der Laufradsatz nicht zu den allerleichtesten Climbing Wheels auf dem Markt zählt, vermittelt er ein spritziges, lebendiges Gefühl. Im Kurvenverhalten zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Rapide CLX III gehen präzise und sauber um die Ecke – das Handling bleibt dabei stets berechenbar. In schnell wechselnden Kurven oder engen Abfahrten baut der Laufradsatz viel Vertrauen auf, ohne messerscharf oder zickig zu reagieren. Besonders auf dem neuen Specialized S-Works Aethos 2 fühlt sich das Setup souverän, stabil und angenehm Race-orientiert an.
Auf flachen Etappen liefert der Laufradsatz eine sehr gute Effizienz. Der Segeleffekt hält sich im Vergleich zu anderen Aero-Laufrädern eher zurück, dafür ist die Seitenwindanfälligkeit angenehm gering. Der RapidAir TLR-Reifen verleiht dem Laufradsatz einen sportlich-straffen Charakter und lässt den Komfort dabei etwas auf der Strecke. Dafür überzeugt das Setup mit messerscharferm Handling und direktem Feedback. Wer es etwas softer will, könnte mit 30 mm breiten Tubeless-Reifen und niedrigerem Druck mehr Komfort auf die Straße bringen.
Auch optisch gibt sich der neue CLX III so hochwertig, wie man es von Roval kennt: edles Carbon-Finish, saubere Linien und ein technisch souveräner Look. Die flachen Carbon-Speichen passen gut ins Gesamtbild – einzig die sichtbaren Alu-Nippel wirken am sonst so aufgeräumten Setup fast ein wenig aus der Zeit gefallen. Verdeckte Nippel hätten das Finish perfekt gemacht. Die neuen Naben überzeugen mit einem satten, klassischen Ratchet-Sound und einem eleganten Dark-Chrome-Finish. Auch die Proportionen stimmen: Das Vorderrad wirkt optisch breiter, die Hinterradfelge ist ebenfalls voluminöser geworden und sorgt für eine moderne, stimmige Silhouette.


Bleibt die Frage nach dem Aero-Versprechen: Auf dem Papier soll die asymmetrische Tiefe für mehr Effizienz sorgen, in der Praxis bleibt der Effekt wahrscheinlich nur für Profis relevant. Wer sich große Aero-Gewinne durch die neue Felgenhöhe erwartet, sollte seine Erwartungen zurückstufen – dafür überzeugt das Gesamtkonzept durch seine Vielseitigkeit im Trainingsalltag und ein gelungenes Fahrverhalten.
Für wen sind die neuen Roval Rapide CLX III?
Die neuen Rapide CLX III sind für alle, die ihre S-Works-Schätze nicht nur sonntags zur Eisdiele ausführen, sondern bei jedem Antritt spüren wollen, wie direkt ein Laufradsatz reagieren kann. Der Rapide CLX III ist für Fahrer und Fahrerinnen, die einen kompromisslosen Allround-Race-Laufradsatz suchen. Wer dabei 28–30 mm breite Reifen fährt, findet hier ein modernes Setup an Carbon-Laufrädern. Nichts für absolute Gewichts-Fetischisten oder Komfort-Fans, sondern ein gelungener Allrounder, der schnell gefahren werden will.
Fazit: Würden wir die neuen Roval Rapide CLX III kaufen?
Ja – auch wenn Roval mit einem Preis von knapp 3.500 € seinem Image als Premiumhersteller treu bleibt, bieten die Rapide CLX III ein rundes Gesamtpaket aus Gewicht, Effizienz und präzisem Handling. Die Carbon-Speichen sorgen nicht nur für spürbar mehr Direktheit, sondern bringen auch Style-Faktor auf die Straße. Wer Kontrolle bei Seitenwind und ein lebendiges Race-Gefühl sucht, bekommt hier einen echten Allround-Carbon-Laufradsatz, der nicht nur am neuen Aethos 2 Eindruck macht.
Tops
- direktes Fahrgefühl dank Carbon-Speichen
- präzises Handling
- edler Look mit mattem Carbon-Finish und Dark-Chrome-Naben
Flops
- sichtbare Speichennippel trüben den sonst hochwertigen Gesamteindruck
Mehr Informationen unter specialized.com/roval.

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Text: Jan Fock Fotos: Robin Ulbrich, Jan Richter
