
In unserem Test tritt der Pirelli P ZERO Race RS mit TPU-Schlauch gegen zwölf andere Tubeless-Rennrad-Reifen an, darunter auch das Schwestermodell, der P ZERO Race TLR RS. Beide Modelle sind optisch nahezu identisch, doch die Unterschiede verstecken sich nicht nur konzeptionell, sondern auch tatsächlich im Reifen. Denn wo der P ZERO Race TLR RS auf eine Tubeless-Bauweise setzt, geht Pirelli mit dem P ZERO Race RS neue Wege in alter Technik. So soll der P ZERO Race RS mit dem hauseigenen TPU-Schlauch ein ähnliches Leistungsniveau erreichen und gleichzeitig ordentlich Gewicht sparen. So wiegt die Kombination aus Reifen und Pirelli SmartTube-TPU-Schlauch lediglich 289 g und ist damit leichter als die meisten Tubeless-Reifen – selbst ohne Dichtmilch.
Mit Schlauch an die Spitze – Pirelli P ZERO Race RS im Rennrad-Reifen-Test 2025
Beim Antritt zeigt sich der Reifen solide, aber nicht explosiv. Besonders bei höheren Geschwindigkeiten rollt der P ZERO RS effizient – zumindest subjektiv. Im Labor hingegen schneidet der Reifen überraschend schlecht ab. Mit 16,6 Watt Rollwiderstand landet er auf dem letzten Platz im Testfeld. Selbst der Allround-Reifen MAXXIS HighRoad Gen 3 liegt leicht davor, die TLR-Version des Pirelli ist ganze 4,6 Watt schneller. Das liegt womöglich auch am getesteten TPU-Schlauch. Denn der Pirelli SmartTube ist nicht die schnellste verfügbare Variante, war aber zum Testzeitpunkt die von Pirelli für 30 mm breite Reifen freigegebene Version. Laut Pirelli soll sich die Effizienz mit dem neuen Pirelli SmartTube RS nochmals deutlich verbessern.
Beim Grip punktet der Reifen dafür mit gutem Halt auf Asphalt und Schotter, hält aber weniger Reserven als die TLR-Version. So überzeugt auch das Kurvenverhalten mit einem direkten, präzisen Lenkverhalten ohne Nervosität – deutlich sportlicher als bei der Tubeless-Variante. Mit 30,6 mm Breite auf unserer Testfelge fällt er minimal schmaler aus als der P ZERO Race TLR RS, liegt aber deutlich näher an der angegebenen Breite von 30 mm.
In Sachen Compliance liegt der P ZERO RS im Mittelfeld. Deutlich nachgiebiger als etwa der MAXXIS HighRoad Gen 3, aber nicht ganz auf dem Niveau von Michelin und der Tubeless-Version P ZERO Race TLR RS. Kleine Unebenheiten schluckt der Reifen gut, auf gröberem Kopfsteinpflaster zeigt er sich hingegen straff und direkt. Auf losem Schotter rollt der Reifen mit solidem Grip, bei gröberen Untergründen fällt die Dämpfung deutlich ab. Trotzdem vermittelt der Reifen insgesamt ein stabiles Fahrgefühl.
Dazu gelingt die Montage problemlos, wenn auch mit etwas Kraftaufwand. Positiv ist aber der Verzicht auf Dichtmilch, denn obwohl sich die meisten Reifen im Test problemlos montieren lassen, ist die Montage mit Schlauch für viele immer am einfachsten. Beim Pannenschutz zeigt sich das Konzept zwiespältig, zwar ist der Durchstichschutz gut, doch beim Durchschlagschutz ist der Pirelli P ZERO Race RS das Schlusslicht im Test.
Reifeneigenschaften
Rollwiderstand
Durchschlagschutz
Durchstichschutz
Grip
Fazit zum Pirelli P Zero Race RS
Pirelli bietet mit dem P ZERO Race RS einen spannenden Ansatz für alle, die keine Lust auf Tubeless haben und trotzdem ein modernes Setup fahren möchten. So überzeugt der Reifen durch ein geringes Gewicht, ein präzises Handling und viel Grip. Dadurch leiden allerdings die Effizienz sowie der Pannenschutz, weshalb der P ZERO Race RS nicht mit der Racing-Konkurrenz mithalten kann. Mit alternativen, schnelleren Schläuchen bleibt der Reifen dennoch eine interessante Option mit etwas Luft nach oben.
Tops
- hoher Gripanteil
- fortschrittliches Konzept
- geringes Gewicht
Flops
- geringe Effizienz
- geringer Pannenschutz
Hergestellt in Italien | Getestete Größe 30–622 | Reifenbreite in mm¹ 30,6 | Reifenhöhe in mm¹ 22,1 | Reifenhöhe + Testfelge in mm² 67,3 | Gewicht 252 g | Preis 74,90 €
1 gemessene Dimensionen bei 5,0 Bar, 2 Testfelge: HUNT 40 Carbon Disc 622 x 22TC (Felgenhöhe 45,2 mm)
Mehr Informationen unter pirelli.com.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Die 13 schnellsten Rennrad-Reifen im Test – Der beste Reifen für euer Rennrad
Alle Reifen im Test: Challenge Criterium RS | Continental GP 5000 S TR | Continental Aero 111 | Continental GP 5000 TT TR | Hutchinson Blackbird Race | MAXXIS HighRoad Gen 3 | Michelin Power Cup TLR Competition Line | Pirelli P ZERO TLR RS | Pirelli P ZERO Race RS | Schwalbe Pro One TL | Specialized RapidAir TLR | Specialized S-Works Turbo TLR | Vittoria Corsa Pro TR
Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann würde es uns sehr freuen, wenn auch du uns als Supporter mit einem monatlichen Beitrag unterstützt. Als GRAN FONDO-Supporter sicherst du dem hochwertigen Bike-Journalismus eine nachhaltige Zukunft und sorgst dafür, das die New-Road-Welt auch weiter ein kostenloses und unabhängiges Leitmedium hat. Jetzt Supporter werden!
Text: Calvin Zajac Fotos: Jan Fock
