Minimalistisches Design, ultraleichter Custom-Aufbau und pure Race-Performance – das Parapera Anemos² soll das Beste aus zwei Welten verbinden: Spritzigkeit eines Rennrads und die Robustheit eines Gravel-Racers. Aber reicht das für moderne Gravel-Rennen oder ist es eher ein Rennrad, das sich auf Schotter verirrt hat? Unser Test zeigt, ob es im Fahreindruck genauso auffällt wie optisch.

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Parapera Anemos² | 7,47 kg in Größe L | € 9.911,00 | Hersteller-Website

Wenn der Name Programm ist, dann ist das Parapera Anemos² der Inbegriff von Leichtigkeit. „Anemos“ – griechisch für Wind – steht für maximale Effizienz bei minimalem Gewicht. Der Custom-Race-Aufbau mit Vollcarbon-Sattel, Lightweight-Laufrädern und Campagnolo-Schaltgruppe bringt unser Testbike auf nur 7,47 kg – nur das S-Works CruX ist leichter. Mit 9.911 € liegt es preislich nur knapp über dem Durchschnitt. Doch bedeutet weniger Gewicht automatisch auch immer mehr Speed oder wird das Anemos² beim ersten Gegenwind aus der Spur geweht?

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Moderne Gravel-Rennen verlangen mehr als nur Kletterstärke – gefragt sind auch Komfort, Spurtreue, Stabilität und Vielseitigkeit. Wie schlägt sich das Anemos² auf ruppigem Terrain, in technischen Passagen und auf langen Distanzen? Ist es ein echtes Race-Gravel-Bike oder doch nur ein aufgemotztes Allroad-Rennrad mit breiten Reifen?

Rennrad auf Abwegen? Das Anemos² im Detail

Parapera bedeutet sinngemäß „darüber hinaus“ – und genau das will das Anemos² liefern. Hier dreht sich alles um kompromisslosen Leichtbau: Was nicht der Performance dient, wird weggelassen. Spätestens auf der Waage wird’s ernst – mit nur 7,47 kg ist es das zweitleichteste Bike im gesamten Testfeld. Nur das 3.500 € teurere Specialized S-Works CruX ist noch leichter.

Der Leichtbau zieht sich wie ein roter Faden durch jedes Detail: Die Lightweight Pfadfinder EVO-Laufräder standen lange für Carbon-Kunst und ultimativen Leichtbau, wirken mit ihrer schmalen Innenmaulweite von nur 18,2 mm allerdings etwas aus der Zeit gefallen und sind dabei mit etwa 1.430 g nicht einmal die leichtesten im Vergleich. Mit einem Preis von 3.780 € aber definitiv die teuersten. Im Gegensatz dazu, präsentiert sich die Schmolke-Carbon-Sattelstütze und der Vollcarbon-Sattel von Selle Italia als unschlagbar leichte Vollcarbon-Kombination.

Der goldene Zypern-Umriss auf dem Oberrohr bildet zusammen mit der funkelnden Lackierung ein harmonisches und detailverliebtes Design, das sich konsequent vom Rahmen bis ins 35 cm schmale Cockpit zieht. Die Gabelinnenseiten greifen das Farbschema dezent auf und selbst kleine Schriftzüge, wie „Powerhouse“ am Tretlager oder das nahtlose Branding auf der Kettenstrebe und dem Oberrohr, fügen sich nahtlos ins Gesamtbild ein.

In Sachen Technik offenbart sich die Allroad-DNA: Die maximale Reifenfreiheit von 40 mm limitiert das Anemos² im Vergleich zur modernen Konkurrenz deutlich in Sachen Grip, Dämpfung und Offroadtauglichkeit. Mit 40 mm liegt das Anemos² klar unter dem Testfeld-Durchschnitt von rund 45 mm – Bikes wie das 3T RaceMax Italia bieten sogar Platz für bis zu 57 mm breite Reifen.

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Parapera Anemos² 2024

9.911 €

Ausstattung

Sattelstütze Schmolke Carbon TLO Round
Bremsen Campagnolo Super Record Wireless 160 mm
Schaltung Campagnolo Super Record Wireless 2 x 12
Kettenblatt 45/29
Vorbau Parapera Carbon Aero Combi 110 mm
Lenker Parapera Carbon Aero Combi 360 mm
Laufräder Leightweight Pfadfinder Evo 38 12 x 100 / 12 x 142
Reifen Schwalbe G-One R/ RS 700 x 40c
Kurbeln Campagnolo Super Record Wireless 170 mm
Kassette Campagnolo Super Record Wireless 12-fach 10-29T

Technische Daten

Größe XS S M L XL
Gewicht 7,47 kg
Reifenfreiheit (v/h) 40/40

Besonderheiten

Detaillreiche Lackierung
Leightweight Laufräder mit schmaler Innenmaulweite
Campagnolo Super-Record Schaltgruppe
Komplett individualisierbar

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Leichtbau ohne Kompromisse: Die Ausstattung am Parapera Anemos²

Für unseren Race-Gravel-Bike-Vergleich 2025 hat Parapera das Anemos² mit einer echten Rarität ausgestattet: der Campagnolo Super Record Wireless – einer der exklusivsten Schaltgruppen am Markt, eigentlich gemacht für High-End-Rennräder mit Showroom-Ambitionen. Doch passt das italienische Prunkstück wirklich auf ein Gravel-Race-Bike?

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Die Lightweight Pfadfinder EVO-Laufräder sind superexklusiv und teuer, limitieren aber mit 18 mm Innenweite moderne Reifenoptionen.
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Bei 40 mm ist Ende Gelände – mehr Luft bleibt nicht.
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Maximal leicht, minimaler Halt: Der Vollcarbon-Sattel von Selle Italia überzeugte beim Gewicht, nicht aber beim Sitzkomfort auf Schotter.

Optisch? Auf jeden Fall! Doch sobald es ins Gelände geht, zeigt sich: Prestige und makellose Verarbeitung ersetzen keine gravelspezifische Optimierungen. Die Übersetzung mit 45/29er-Kettenblättern und einer 10–29-Kassette bietet immerhin 450 % Entfaltung – genug für steilere Gravel-Anstiege. Doch der Gruppe fehlt es spürbar an Kettenspannung, was sich auf ruppigem Terrain durch Kettenschlagen bemerkbar macht. Gravelspezifische Gruppen wie die Shimano GRX setzen auf Schaltwerke mit Clutch-Mechanismen, was genau das verhindert.

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Schaltperformance mit Showroom Faktor – die High-End-Rennradgruppe Campagnolo Super Record ist eher nicht fürs Grobe gemacht.
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Mit 36 cm in den Hoods und 42 cm in den Drops ist das Parapera-Carbon-Aero-Cockpit nicht nur modern und rennorientiert, sondern auch das schmalste im Testfeld.

Die Bremsperformance hingegen überzeugt mit einem satten Druckpunkt und knackiger Verzögerung. Bei den Reifen setzt Parapera auf eine geschickte Kombination: vorn ein Schwalbe G-One R für zusätzlichen Kurvengrip, hinten der schnelle G-One RS Pro für maximalen Vortrieb – eine Kombi, die wir auch im Gravel-Reifenvergleichstest empfehlen. Mit real gemessenen 37 mm bleibt der limitierende Faktor die Reifenbreite – was weniger Reserven für Dämpfung und Traktion auf grobem Untergrund bedeutet.

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Die Geometrie des Parapera Anemos²

Mit den kürzesten Kettenstreben im Test von 415 mm und einem kompakten Radstand von nur 1.014 mm will sich das Anemos² gnadenlos wendig präsentieren. Der steile 72°-Lenkwinkel soll für ein direktes, sportliches Lenkverhalten sorgen, während das Stack-to-Reach-Verhältnis von 1,49 für eine kompakte, aggressive Sitzposition steht. Auf dem Papier verspricht das maximale Agilität – gleichzeitig wirkt das Parapera Anemos² so eher wie ein exklusives Allroad-Rennrad mit Gravel-Zulassung. Doch zeigt sich das auch auf der Teststrecke?

Größe XS S M L XL
Sattelrohr 460 mm 480 mm 510 mm 535 mm 560 mm
Oberrohr 520 mm 540 mm 555 mm 570 mm 590 mm
Steuerrohr 100 mm 115 mm 130 mm 150 mm 180 mm
Lenkwinkel 71° 71.5° 72° 72° 72°
Sitzwinkel 74.5° 74° 73.5° 73° 73°
Kettenstrebe 415 mm 415 mm 415 mm 415 mm 415 mm
BB Drop 76 mm 76 mm 76 mm 76 mm 76 mm
Radstand 988 mm 999 mm 1004 mm 1014 mm 1035 mm
Reach 372 mm 382 mm 387 mm 390 mm 402 mm
Stack 534 mm 550 mm 566 mm 583 mm 613 mm

Eine echte Bergziege – Das Parapera Anemos² im Test

Mit seinem ultraleichten Gewicht und den kürzesten Kettenstreben im Test gehört das Parapera Anemos² zweifellos zu den explosivsten Bikes im Vergleich. Kaum ein anderes Bike beschleunigt so leichtfüßig und klettert mit so beeindruckender Effizienz. Nur das Specialized S-Works Crux zeigt sich im Antritt am Berg noch etwas flinker. Doch diese Leistung entfaltet sich vor allem auf Asphalt, Hardpack und fein verdichtetem Schotter – sobald das Terrain gröber wird, zeigen sich die Grenzen des Anemos² schnell.

Die montierte Reifen-Laufrad-Kombination hat im Vergleich zu den breiteren Pneus der Konkurrenz spürbar weniger Auflagefläche und Dämpfung. In ruppigen Abfahrten fehlt es daher an Kontrolle, Komfort und Vertrauen – Bikes wie das 3T Extrema Italia oder das MERIDA SILEX können hier mit deutlich mehr Laufruhe glänzen.

Mamma mia, fliegt das Teil bergauf!

Das Handling des Anemos² ist direkt, reaktionsschnell und wendig – ideal für enge Kurven und schnelle Richtungswechsel. Der steile 72°-Lenkwinkel und der kurze Radstand machen es sehr agil, aber auch anspruchsvoll. Erfahrene Fahrer dürften am direkten, wendigen Fahrverhalten des Anemos² ihre Freude haben – es reagiert präzise auf jede Lenkbewegung und lässt sich messerscharf durch enge Kurven manövrieren.

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Im Vergleich zum ebenfalls sehr verspielten SCOTT Addict Gravel RC oder dem dynamischen ROSE BACKROAD FF wirkt das Anemos² zwar ebenfalls lebendig, aber nie ganz so souverän auf ruppigen Untergründen. Die Laufruhe bleibt der begrenzende Faktor. Solange der Untergrund nicht allzu grob ist, sorgen das verspielte Fahrverhalten und der spritzige Antritt für einen sehr hohen Fahrspaß. Wer etwas mehr Dämpfung und Sicherheit herausholen möchte, kann mit breiteren Felgen oder voluminöseren Reifen leicht nachjustieren – viel Spielraum bleibt allerdings nicht, denn bei 40 mm ist beim Anemos² bereits Schluss.

In Anstiegen macht das geringe Gewicht richtig Laune. Durch die schmalen Reifen bleibt auch der Komfort insgesamt limitiert: Die Schmolke-Carbon-Stütze arbeitet gut mit, auch der Vollcarbon-Sattel von Selle Italia flext spürbar – dennoch bleibt das Gesamtpaket straff, was vor allem am steifen Laufradsatz und den schmalen Reifen liegt. Auf ruppigen Schotterpassagen fehlt es dem glatten Vollcarbon-Sattel etwas an Grip, was sich jedoch mit etwas Grip-Tape lösen lässt.

Ist das Anemos² also ein echtes Gravel-Race-Bike oder doch eher ein Rennrad mit breiteren Reifen? Genau da liegt die Crux der Vielseitigkeit: Wer ein ultraleichtes, kletterstarkes Bike sucht, das sich auf Asphalt, Hardpack und leichtem Schotter zuhause fühlt, wird hier voll bedient. Doch moderne Gravel-Rennen führen immer öfter über grobe, technische Strecken – und genau hier zeigen sich die Schwächen. Die schmalen Reifen bieten wenig Reserven, die Reifenfreiheit lässt kaum Raum zum Nachrüsten und das Handling verlangt geübte Hände. Das kostet nicht nur Sekunden, sondern auch Selbstvertrauen. Ein reinrassiger Racer fürs ganz Grobe ist das Anemos² nicht – aber ein pfeilschnelles Allroad-Bike mit Racing-Genen allemal.

Tuning-Tipp: Laufräder mit breiteren Felgen für mehr Komfort und Laufruhe auf Schotter.

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Helm Kask Protone Icon | Brille Koo Alibi | Weste MAAP Prime Vest
Shirt MAAP Evade Pro Base LS Jersey 2.0 | Shorts GORE Ultimate Bib Shorts
Schuhe Canyon Tempr CFR Off-Road | Socken GORE Essential Socks

Für welches Rennen ist das Anemos²?

Höhenmeter, Höhenmeter, Höhenmeter! Das Anemos² gehört zu den kletterstärksten Bikes im Test und glänzt nicht nur am Berg, sondern auch auf Hardpack und feinem Schotter mit Effizienz und Leichtigkeit. Mit seinem extrem niedrigen Gewicht und der sportlich-kompakten Allroad-Geometrie ist es wie gemacht für Geschwindigkeitsliebhaber, die sich nicht auf einen Untergrund festlegen wollen.

Ob Uphill-Attacke oder Highspeed-Abschnitt – das Parapera spielt seine Stärken überall dort aus, wo Präzision und Leichtfüßigkeit zählen. Sobald das Terrain jedoch grober oder matschiger wird, stößt das Anemos² an seine Grenzen: Die eingeschränkte Reifenfreiheit limitiert die Einsatzbreite in diese Richtung stark. In ruppigem Gelände liefern Bikes wie das 3T Extrema Italia oder das Cannondale SuperX spürbar mehr Kontrolle, Komfort und Reserven – kommen aber auch deutlich langsamer den Berg rauf 😉.

Fahreigenschaften

Agilität

  1. träge
  2. verspielt

Stabilität

  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

  1. fordernd
  2. intuitiv

Antritt

  1. träge
  2. leichtfüßig

Fun Factor

  1. langweilig
  2. lebendig

Komfort

  1. straff
  2. komfortabel

Vielseitigkeit

  1. niedrig
  2. hoch

Einsatzgebiet

Climbing

 

Aero

 

Offroad

 

Style Factor

 

Fazit zum Parapera Anemos²

Das Parapera Anemos² ist ein Kletterkünstler mit puristischem Look, der mit seinem agilen Handling dort begeistert, wo Leichtigkeit gefragt ist. Eingeschränkt durch die schmalen Laufräder in Verbindung mit schmalen Reifen und dem Allroad-Charakter zeigt es klare Abstriche bei grobem Terrain und technischen Passagen. Wer ein ultraleichtes, reaktionsschnelles Race-Gravel-Bike für Rennen mit stärkerem Fokus auf Asphalt, Hardpack und feinem Schotter sucht, wird hier fündig.

Tops

  • herausragende Climbing-Performance
  • direkter und agiler Antritt
  • kunstvolle Lackierung von Rahmen und Cockpit

Flops

  • geringe Reifenfreiheit begrenzt das Einsatzspektrum
  • Carbonsattel bietet auf Gravel kaum Halt

Mehr Informationen unter 1bike4life.com.

Das Testfeld

Dieses Bike wurde im Rahmen des Race Gravelbike Vergleichstest 2025 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Race Gravelbikes erhaltet ihr hier:

Race Gravel Bike Test 2025 Test Review WEB 147

Alle Bikes im Test: 3T Extrema Italia | Cannondale SuperX 2 | Canyon Grail CFR XPLR | Falkenjagd Aristos SL | Merida Silex 8000 | Parapera Anemos² | Rose Backroad FF RED XPLR AXS | Scott Addict Gravel RC | Superior XR 9.7 GF | Specialized S-Works Crux | Trek Checkmate SLR 9 AXS | Wilier Rave SLR


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Text: Jan Fock Fotos: Jan Richter