
Mit dem nagelneuen MISSION stellt MERIDA ein neues Gravel-Bike vor und vervollständigt das eigene Line-up. Denn neben dem Adventure-Gravel-Bike MERIDA SILEX, und dem Allroad-Gravel MERIDA SCULTURA ENDURANCE kommt das neue MISSION, das auf die schnellsten Schotter-Rides ausgelegt ist. Und so soll sich – inspiriert vom spritzigen SCULTURA ENDURANCE – im MISSION ein unschlagbares Gravel-Setup ergeben. Der Name ist Programm: Denn MERIDA will mit diesem Konzept ein Bike geschaffen haben, das absolut „race-ready“ und speziell auf schnelle UCI Gravel Rennen ausgelegt ist. Wie das funktionieren soll, und ob das MERIDA MISSION wirklich für moderne Gravel-Rennen geeignet ist, erfahrt ihr hier in unserem ersten Test.
Gravel, Cross oder Allroad? – Das MERIDA MISSION 10K versucht den Offroad-Spagat
Gravel, Cross oder Allroad? Was ist das MERIDA MISSION 10K nun wirklich, und was will es sein? Laut Hersteller soll das neue Bike das perfekte Allround-Bike sein, ob für schnellen Gravel oder doch das kurze Asphaltstück. Denn dank der Road-Herkunft und der vom SCULTURA inspirierten Geometrie soll das Bike die Lücke zwischen Adventure und Allroad schließen. Cross spielt dagegen lediglich im Namen eine Rolle, denn dieser wurde direkt vom ehemaligen MERIDA Cyclocross übernommen.

Doch da hört der Spagat noch nicht auf, denn wer die Gravel Race Entwicklung der vergangenen Monate und Jahre aufmerksam verfolgt, stellt fest: Die Reifenbreite ist das entscheidende Thema. Hier setzt MERIDA auf eine maximale Reifenfreiheit von 40 mm. Klingt konservativ – und ist es auch, doch MERIDA will sich bewusst für die geringe Breite entschieden haben. So bleibt etwa die Silhouette des Bikes sportlich schlank und ohne heruntergesetzte Kettenstreben. Dazu lassen sich am MISSION wahlweise auch Rennrad-Schaltgruppen montieren – eine Möglichkeit, die die meisten modernen Gravel-Bikes mit breiten Reifen nicht bieten.


Zugegeben, das MERIDA-Team hat mit der Reifenbreite abseits der Gravel-Norm im Grunde recht, wenn es sich fragt, wer im Alltag wirklich 2,1” breite Mountainbike-Reifen am Gravel-Bike braucht. Doch selbst für den proklamierten Einsatzzweck als schnelles Gravel-Race-Bike für UCI Gravel-Rennen hätten wir gerne etwas mehr Reifenfreiheit gesehen. Denn schon der Schritt von 40 auf 45 mm breite Reifen bringt einen extremen Mehrgewinn an Grip, Komfort und Kontrolle, zu einem relativ geringen Effizienzverlust.
Zuletzt bleibt die Frage nach dem Einsatzzweck als Allround-Bike. Genau hier bietet das MERIDA MISSION 10K ein enormes Potenzial. Denn es sieht nicht nur besonders schick und schnell aus, auch die Hard Facts mit kompatiblen Komponenten und Reifenfreiheit erlauben es, das perfekte und individuelle Allroad-Setup zu kreieren.
Allround bis ins Detail – Was das MERIDA MISSION 10K zu bieten hat
Das neue MERIDA MISSION 10K will Effizienz und Geschwindigkeit, doch wie erreicht es das proklamierte Performance-Ziel? Als erster Schritt – und das darf an keinem modernen Bike fehlen – zählt die Aero-Optimierung. Und die stammt beim MISSION direkt vom Race-Bike SCULTURA. So kommt das MISSION mit dem neuen TEAM SL GR1P Carbon-Cockpit, einem Allround-Aero-Look mit integrierter Front, etwas tieferer Gabel, einem leicht optimierten Steuerrohr und einem tiefen Unterrohr.

Dazu gibt es noch eine Neuheit im MERIDA-Portfiolio an Dropbar-Bikes: So kann das MISSION mit integriertem Rahmenfach aufwarten. Dieses lässt sich mittels FIDLOCK-Verschluss öffnen und kommt beim Top-Modell MISSION 10K inklusive Innentasche. Dazu spendiert MERIDA dem Bike eine klassisch runde Sattelstütze, so ist die Montage einer personalisierten Sattelstütze einfacher. Natürlich soll der neue Racer auch sicher zum Stehen kommen. So hat MERIDA – wie könnte es auch anders sein – am MISSION spezielle Kühlrippen zur Kühlung und Montage der Bremsen verbaut. Passend zum harten Race-Gedanken lassen sich wahlweise 180 mm oder 160 mm große Bremsscheiben montieren. Geht es richtig in den Matsch, lassen sich Schutzbleche anbringen, womit sich dann die Reifenfreiheit auf maximal 35 mm verringert.


Das MERIDA MISSION 10K 2026 im Detail
Unser Testbike, das neue MERIDA MISSION 10K 2026, ist der Top-Spec im MERIDA-Portfolio und kommt mit einem SRAM Red XPLR AXS-Antrieb. Ab Werk auch inklusive Leistungsmesser, der an unserem Testbike allerdings fehlt. Dazu montiert MERIDA einen Prologo NAGO R4 PAS-Sattel und das Race Cockpit TEAM SL GR1P. Für Grip-Kontrolle und Effizienz setzt MERIDA auf Goodyear XPLR Slick-Bereifung in 40 mm, montiert auf einem Satz Zipp 303 XPLR SW-Laufräder. Insgesamt kommt das Bike so auf leichte 7,76 kg in Größe M und kostet 8.999 €.
Zusätzlich hat MERIDA noch zwei weitere Modelle mit SRAM XPLR-Antrieb im Programm: das MISSION 9000 mit SRAM Force XPLR AXS-Antrieb und Zipp 303 XPLR S-Laufrädern, und das MISSION 6000 mit Rival XPLR AXS und DT Swiss. Wer lieber auf Shimano setzt, hat die Wahl zwischen dem MERIDA MISSION 7000 mit GRX Di2 2×12-Schaltgruppe, das auf Reynolds-Carbonlaufrädern läuft, und dem MISSION 4000 mit mechanischer Shimano GRX 400 2×12-Schaltgruppe und Shimano-Rädern. Wer auch da nichts findet, wird mit dem MERIDA MISSION 10K Frameset für 2.249 € glücklich.
MERIDA MISSION 10K 2026
8.999 €
Ausstattung
Sattelstütze MERIDA TEAM SL 27,2 mm
Bremsen SRAM RED AXS 160/160 mm
Schaltung SRAM RED XPLR AXS 1 x 13
Kettenblatt 44
Vorbau MERIDA TEAM SL GR1P 125 mm
Lenker MERIDA TEAM SL GR1P 400 mm
Laufräder Zipp 303 XPLR SW 12 x 100 / 12 x 142
Reifen Goodyear XPLR Slick 700 x 40c
Kurbeln SRAM RED AXS DUB 170 mm
Kassette SRAM RED XPLR XG-1391-E1 10-46
Technische Daten
Größe XXS XS S M L XL
Gewicht 7,76 kg
Die Geometrie des MERIDA MISSION 10K 2026
Die Geometrie des MERIDA MISSION zeigt klar die SCULTURA Renn-DNA. Mit einem Stack-to-Reach-Verhältnis von 1,46 sitzt man sportlich kompakt, aber langstreckentauglich. Der 72°-Steuerwinkel kombiniert mit den 419-mm-Kettenstreben sorgt für direktes Einlenken und spritzige Beschleunigung, während der 1.013-mm-Radstand und die 72-mm-Tretlagerabsenkung dem Bike bei Tempo die nötige Ruhe geben sollen. Der effektive 73,5°-Sitzwinkel positioniert euch zentral über dem Tretlager und rundet den rennorientierten Fit ab. So ergibt sich ein sportlicher Allrounder und Gravel-Racer, der die Linie hält, wenn es schnell wird, und dennoch agil genug ist, um verwinkelte Kurse zu attackieren.
| Größe | XXS | XS | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sattelrohr | 445 mm | 470 mm | 490 mm | 510 mm | 530 mm | 560 mm |
| Oberrohrlänge | 522 mm | 532 mm | 543 mm | 560 mm | 571 mm | 586 mm |
| Kettenstrebe | 419 mm | 419 mm | 419 mm | 419 mm | 419 mm | 419 mm |
| Lenkwinkel | 70° | 70° | 71° | 72° | 72° | 72,5° |
| Sitzwinkel | 74° | 74° | 74° | 73,5° | 73,5° | 73,5° |
| Tretlagerabsenkung | 72 mm | 72 mm | 72 mm | 72 mm | 72 mm | 72 mm |
| Steuerrohr | 103 mm | 117 mm | 126 mm | 137 mm | 153 mm | 178 mm |
| Reach | 370 mm | 377 mm | 384 mm | 391 mm | 398 mm | 405 mm |
| Stack | 529 mm | 542 mm | 555 mm | 569 mm | 584 mm | 610 mm |
| Radstand | 997 mm | 1009 mm | 1011 mm | 1013 mm | 1024 mm | 1035 mm |
Allround mit Fahrspaß pur – Das MERIDA MISSION 10K im ersten Test
Dass das neue MERIDA MISSION 10K Gravel-Racing etwas anders versteht, ist klar und zeigt sich schon auf den ersten Metern auf dem Bike. Dabei macht sich die Renn-DNA des Bikes und die Road-Geometrie bemerkbar – ein echtes Highlight. Denn das MISSION 10K setzt – anders als manche moderne Gravel-Racer – voll auf Agilität. So ist die Lenkung verspielt und agil, erinnert eher an ein Rennrad als an Gravel, passt aber hervorragend zum Charakter des Bikes. Passend dazu beschleunigt es leicht und setzt durch den recht steifen Rahmen die erbrachte Leistung direkt in Vortrieb um.

Dazu passt auch die Performance am Berg, denn durch das geringe Gewicht von 7,76 kg inklusive Flaschenhalter ist das MISSION eines der leichtesten Gravel-Bikes am Markt. Und das merkt man auch: Kombiniert mit den effizienten Reifen ergibt sich ein spritziges Antrittsverhalten, das dank der tiefen Laufräder die aufgebaute Geschwindigkeit sauber hält. Dazu passt auch die zentrale, MERIDA-typische Sitzposition und die durchschnittliche Compliance, die den sportlichen Allround-Charakter des neuen MERIDA MISSION 10K weiter unterstreichen. Wirklich überzeugen kann auch das agile und direkte Fahrverhalten, denn das Bike lässt sich sowohl im Anstieg als auch in der Abfahrt präzise steuern und macht auf verspielten und kurvenreichen Strecken besonders viel Spaß.
Tuning-Tipp: Für das volle Maß an Gravel-Tauglichkeit ein Satz pannensicherer und griffiger Gravel-Reifen montieren.
Allerdings zeigen sich auch die Limits des Setups auf, denn mit den 40 mm breiten Goodyear XPLR Slick auf breiten Zipp 303 SW-Felgen ist das Bike anfällig für Platten auf grobem Schotter. So kam es im Zuge des Presseevents in Girona zu gleich mehreren Pannen. Ist man dagegen im Allroad-Territorium unterwegs, also auf gemischten Runden mit feinem Gravel und Straßenanteil, kann das Bike im getesteten Setup voll überzeugen. Denn egal auf welchem Untergrund: Das Bike performt schnell, agil und vor allem effizient.

Auf schnellem Untergrund fühlt sich das neue MERIDA MISSION 10K besonders wohl. Dabei spielt die Oberfläche eine eher untergeordnete Rolle. Denn egal ob Asphalt oder Gravel, durch die hohe Agilität und das vertraute Fahrgefühl, wie man es vom SCULTURA kennt, ergibt sich ein Allrounder mit dem Potenzial, (fast) alle Bikes in der Garage zu ersetzen. Lediglich für anspruchsvollere Gravel-Touren ist das Bike im getesteten Setup nicht ganz geeignet.

Für wen ist das MERIDA MISSION 10K?
Das MERIDA MISSION 10K ist ein schneller Racer, der massenhaft Fahrspaß und Rennrad-Feeling vermittelt. Gepaart mit dem schlanken und schicken Look ist das Bike wie gemacht für alle, die einfach sportlich Radfahren wollen. Straße und auch Gravel? Kein Problem, denn vor allem in gemixten Touren oder klassischen Gravel-Runden kann das Bike durch den spaßigen und vortriebsorientierten Charakter überzeugen. Mit dem richtigen Setup wird das Bike so schnell zum einzigen Bike, das ihr braucht, und zum Alleskönner in der Garage. Lediglich bei anspruchsvollen Gravel-Herausforderungen kommt das Bike durch die konservative Reifenfreiheit an die Grenzen.

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Fazit zum MERIDA MISSION 10K
MERIDA stellt mit dem MISSION ein race-ready Gravel-Road-Bike vor, das vor allem durch die hohe Allround-Tauglichkeit überzeugen kann. So entpuppt sich das Bike mit schneller Bereifung für leichte Gravel-Touren und Asphaltpisten zum wahren Do-it all-Bike. Zwar ist das MERIDA MISSION nicht das außergewöhnlichste oder schnellste Bike in der Garage. Doch durch die hohe Vielseitigkeit mit Offroad-Tauglichkeit und guter Performance auf der Straße sowie dem unglaublich spaßigen Handling wird es mit Sicherheit der Liebling werden.
Tops
- Fahrspaß pur dank direktem Handling
- direktes und sportliches Fahrverhalten
- schicker und schlanker Look
- hochwertige Ausstattung
Flops
- etwas zu wenig Reifenfreiheit für anspruchsvollen Gravel
Mehr Informationen unter merida.com.
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Text: Calvin Zajac Fotos: MERIDA, Calvin Zajac
