
Früher war das Rennrad schnell und hart – gebaut für Asphalt und Geschwindigkeit. Gravel war wilder Westen, mit dicken Reifen, Matsch im Gesicht und Abenteuerlust im Herzen. Dazwischen entstand Allroad: das komfortable Bindeglied für alle, die weiter fahren wollten, als der glatte Asphalt reichte. Breitere Reifen, entspanntere Geometrie, mehr Alltagstauglichkeit – der Spagat zwischen Road und Hardpack?
Doch mittlerweile hat sich das Spielfeld verschoben: Moderne Rennräder schlucken ebenfalls 35er-Pneus, Aero-Gravel-Bikes jagen mit aggressiver Race-Geo über Asphalt und Schotter. Wo also bleibt Platz für Allroad? Ist das Segment überholt oder gerade jetzt wichtiger denn je?
Um das herauszufinden, haben wir drei Bikes getestet, die unterschiedlicher kaum sein könnten:
das federleichte SCOTT Addict RC Ultimate, ein Kletterer mit überraschend viel Reifenfreiheit, das ROSE Backroad FF, ein kompromissloser Aero-Gravel-Racer, und das Cannondale Synapse LAB71, ein modernes Endurance-Bike, das Allroad neu denkt. Drei Ansätze, ein Ziel: die Wahrheit über das Allroad von heute. Ist Allroad tot – oder relevanter denn je? Willkommen beim Reality-Check.
Allroad = Endurance?
Wer heute über Allroad spricht, landet schnell bei Endurance – und liegt damit meist daneben.
Dabei scheinen die beiden Schlagworte auf den ersten Blick fast dasselbe zu beschreiben: komfortabel, langstreckentauglich, mit ein paar Millimetern mehr Reifenfreiheit und vielleicht ein paar Ösen für Schutzbleche und Taschen. Klingt nach „Dasselbe in Grün“, oder? Aber der Unterschied steckt im Gedanken, nicht in den Zahlen. Endurance-Bikes sind die klassischen Langstreckenläufer der Straße. Gebaut, um Kilometer zu fressen und Komfort zu bieten. Ein hoher Stack, moderater Reach und Reifen bis 35 mm – perfekt für Alpenpässe, Pendelstrecken und alle, die den schmerzenden Nacken lieber vermeiden.
Allroad-Bikes dagegen stellen die Systemfrage: Warum auf Asphalt bleiben, wenn der Weg daneben spannender aussieht? Sie sind nicht einfach das „entspanntere Race-Bike“, sondern der kleine Aufstand gegen die begrenzte Routenwahl zwischen Asphalt und Gravel. Gebaut für Freiheit, für Neugier, für diese spontanen Momente, in denen man nicht umdreht, wenn der Asphalt endet. Und so schielen moderne Allroad-Bikes längst in alle Richtungen: auf Gravel, Bikepacking, Alltag. Sie wollen nicht „weniger aggressiv“ sein – sondern „mehr können“.
Und genau hier beginnt das große Missverständnis: Die Marketing-Maschinerie nennt Allroad und Endurance oft in einem Atemzug – als wären es zwei Namen für dasselbe Konzept. Doch das greift zu kurz. Endurance ist eine Kategorie: klar definiert, mit festen Grenzen und einem eindeutigen Ziel: Komfort und Kontrolle auf langen Distanzen. Allroad dagegen ist eine Idee. Ein Mindset. Mal steckt ein Race-Rahmen mit breiten Reifen dahinter, mal ein Gravel-Bike mit Slicks – oder eben ein Cannondale Synapse, das als Endurance vermarktet wird, aber mit Licht, Radar, Rahmenstaufach und 42 mm Reifenfreiheit längst in Allroad-Gefilden unterwegs ist. Allroad heißt nicht automatisch Komfort. Es heißt Freiheit. Es heißt, Möglichkeiten offen zu halten – und sich nicht von Etiketten bremsen zu lassen.
Was ist alles Allroad? Die drei Bikes im Test
Allroad entstand als diplomatische Lösung für alle, die zwischen Asphalt und Abenteuer pendeln wollen. Doch heute verschwimmen die Grenzen zwischen Road und Gravel, der Friedensvertrag bröckelt, Kategorien lösen sich auf. Die Idee, ein Rad für alles zu haben, ist lebendiger denn je – aber das Label, das einst dafür stand, droht an Bedeutung zu verlieren. Während Allroad als Konzept eine Renaissance erlebt, steht die Kategorie Allroad mehr denn je unter Druck.
Drei verschiedene Räder mit drei verschiedenen Philosophien, die in unserem Test ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Grenzen zwischen Straße und Schotter auszuloten. Dazu haben wir sie in unserem Test nicht nur mit den ab Werk ausgelieferten Reifen getestet, sondern ihnen ein Allroad-Tuning verpasst: 35 mm breite Michelin-Pro-5-Endurance-Reifen sollen die Bikes vergleichbarer machen und ihre wahre DNA hervorbringen. Am Ende geht’s um dieselbe Frage: Hat Allroad heute noch eine eigene Rolle, oder ist diese längst von modernen Road- und Gravel-Bikes besetzt worden?
SCOTT Addict RC Ultimate

Voll race-orientiert und mit nur sechs Kilo federleicht – das SCOTT Addict RC Ultimate ist eigentlich ein Kletter-Bike durch und durch und das einzige im Test mit klassischer 2x-Schaltung. Doch moderne Reifenfreiheit von 34 mm, spaßiges Handling und feine Compliance lassen die Frage zu: Hat das federleichte Race-Bike Allroad-Ambitionen? Oder ist das einfach nur ein verdammt vielseitiges Rennrad mit Höhenflug? In unserem Test lief das SCOTT jedenfalls am Limit – mit 35-mm-Reifen, die gerade so in den Rahmen passen.
Auf Asphalt ist es eine Waffe – explosiv im Antritt, direkt im Handling, Präzision auf ganzer Linie. Doch sobald der Untergrund gröber wird, zeigt die steile Race-Geometrie ihre Grenzen: Das Bike bleibt fahrbar, aber nervös, immer in Bewegung, immer auf Spannung. Ein Rennrad, das zwar überraschend viel Allroad kann – aber nur, solange man ihm die Straße nicht ganz wegnimmt.
ROSE Backroad FF

Der Gewinner aus unserem Race-Gravel-Test: Das ROSE Backroad FF steht am anderen Ende des Spektrums. Aero, steif, schnell – das Backroad FF ist ein Gravel-Bike, das auf Schotter geboren wurde, aber längst auch auf Asphalt gewinnen will. Mit kompromissloser Race-Geometrie, 45 mm Reifenfreiheit und einer klaren Mission: Wer bremst, verliert. Komfort? Gibt’s woanders! Hier regiert der Vortrieb. Aber ist so viel Fokus auf Speed vielleicht schon zu viel für die Allroad-Idee?
In unserem Allroad-Setup mit 35-mm-Slicks wirkt es fast wie ein Aero-Road-Bike: messerscharf, direkt, gnadenlos effizient. Doch seine Geometrie und die 45 mm Reifenfreiheit verraten die Gravel-Herkunft – stabil bei Tempo, etwas träge in engen Kurven, immer auf Kontrolle bedacht. Im Gelände vermittelt es Sicherheit, auf Asphalt sucht es den Angriff. Komfort? Fehlanzeige. Das Backroad FF will Geschwindigkeit, keine Kompromisse. Es zeigt, wie nah sich Gravel-Racer und Road-Bikes inzwischen gekommen sind.
Cannondale Synapse LAB71 SmartSense

Smart meets Smooth: Das Synapse LAB71 ist Cannondales Antwort auf die Allroad-Frage – mit integriertem Lichtsystem, edlem LAB71-Rahmen und üppiger Reifenfreiheit von 42 mm. Ein Endurance-Bike, das nicht nur für die Langstrecke gebaut wurde, sondern auch die dunklen Seiten des Pendelalltags ausleuchtet. Die Frage ist: Wie viel Allroad steckt wirklich in diesem Synapse?
Als Brückenbauer kommt das Synapse LAB71 dem ursprünglichen Allroad-Gedanken am nächsten. Offiziell als Endurance-Modell vermarktet, vereint es all das, was Allroad einst ausmachte: Komfort, Alltagstauglichkeit und Sicherheit. Geschaltet wird mit einer 1×13 SRAM RED XPLR – ein Setup, das durch seine Einfachheit, Robustheit und große Bandbreite ganz nebenbei perfekt zum Allroad-Gedanken passt. Ein Bike, das nicht versucht, alles zu können – sondern das Wichtige richtig zu machen: Auf Asphalt entspannt und auf rauem Untergrund souverän und vertrauenserweckend.
Ist Allroad also nur eine Frage der Compliance?
Komfort – das Lieblingsargument aller Hersteller und oft das schwächste. Ob ein Bike wirklich „komfortabel“ ist, zeigt sich nicht im Labor, sondern nach fünf Stunden im Sattel. Flexende Sattelstützen, federnde Sitzstreben, dämpfende Cockpits – alles schön und gut. Echter Allroad-Komfort ist mehr als Vibrationsfilterung. Denn „komfortabel“ ist relativ. Was etwa am SCOTT Addict RC Ultimate auf glattem Asphalt als geschmeidig gilt, kann auf losem Untergrund schon gnadenlos hart wirken. Das ROSE Backroad FF wiederum bietet durch seine Gravel-DNA viel Stabilität und Kontrolle – aber kaum Flex, was auf langen Strecken ermüdend sein kann.
Währenddessen zeigt das Synapse, wie Compliance an modernen Endurance-Maschinen aussehen kann: Genug Flex und Komfort durch Rahmen, Reifen und Laufräder, ohne das Fahrgefühl zu verwässern. Race-Bikes und Allroad-Bikes verlangen völlig unterschiedliche Level an Compliance: Das eine will Präzision und unmittelbares Feedback, das andere braucht Reserven für Unebenheiten, ohne träge zu werden. Bei Allroad geht es um Balance: genug Dämpfung, um lange zu fahren, aber ebenso viel Direktheit, um Spaß zu haben. Denn zu viel Komfort nimmt dem Bike den Charakter, zu wenig macht jede Rüttelpiste zur Geduldsprobe. Und doch: Komfort allein macht kein Allroad.
Ist Allroad also nur eine Frage der Reifenbreite?
Ohne Platz für breite Reifen kein Allroad – klar. 35, 38, vielleicht 42 mm. Mehr Volumen heißt mehr Grip, Traktion und Komfort – und damit mehr Freiheit bei der Routenwahl. Doch wer glaubt, dass breitere Pneus allein ein neues Bike-Gefühl zaubern, wird enttäuscht. Reifenfreiheit schafft Spielraum, aber sie definiert kein Konzept. Ein Road-Race-Bike mit 35er-Slicks bleibt konstruktiv ein Race-Bike – die steile Front, der kurze Radstand und die hohe Tretlagerposition geben den Charakter der Straße vor.
Wie breit sollte der Reifen also am Rennrad sein? Wo überschneiden sich die Einsatzbereiche? Die Grenzen sind fließend. Klassische Road-Race-Bikes bewegen sich heute meist zwischen 28 und 32 mm und geben dabei genug Komfort, um auch auf rauem Asphalt zu funktionieren, ohne Einbußen bei Effizienz und Agilität in Kauf zu nehmen. Zwischen 33 und 38 mm beginnt der Sweet Spot für Allroad: Reifen, die auf der Straße schnell rollen, aber genügend Volumen bieten, um auch über Schotter und Flickenasphalt zu gleiten. Ab 40 mm sprechen wir klar von Gravel – hier zählen Traktion, Pannensicherheit und Kontrolle mehr als pure Geschwindigkeit.
Genau in dieser Grauzone überschneiden sich die Kategorien: Ein Rennrad mit 34er-Reifen kann heute fast so viel wie ein leichtes Gravel-Race-Bike, während ein Gravel-Bike mit 35er-Slicks plötzlich zu einem Aero-Road-Bike mutiert. Im Test zeigt sich, dass der Reifen das Verhalten der Bikes beeinflusst – aber nicht völlig neu schreibt. Auf den 35 mm breiten Michelin Tubeless-Reifen rollen alle drei Test-Bikes spürbar geschmeidig, mit hohem Komfort und überraschender Effizienz. Sie büßen etwas Spritzigkeit ein, gewinnen dafür an Ruhe und Kontrolle – besonders auf rauem Asphalt oder feinem Schotter.

Im SCOTT Addict RC zum Beispiel bringen 35-mm-Reifen spürbar mehr Ruhe und Sicherheit, doch die Geometrie bleibt kompromisslos: Sobald der Untergrund gröber wird, ist das Limit erreicht. Das ROSE Backroad FF indes nutzt die 35er-Slicks, um auf Asphalt agiler zu werden, behält aber den kontrollierten, leicht trägen Charakter seiner Gravel-Plattform bei. Das Cannondale Synapse LAB71 profitiert am meisten: Die Kombination aus 42-mm-Freiheit und flexendem Hinterbau macht das Rad spürbar vielseitig – schnell auf Asphalt, souverän auf Schotter, nie nervös.
Beim echten Allroad geht es nicht nur darum, wie viel Gummi in den Rahmen passt, sondern was der Rahmen daraus macht. Breite Reifen sind kein Konzept, sondern ein Werkzeug. Wie gut ein Bike sie nutzt, entscheidet die Geometrie.
Ist Allroad also nur eine Frage der Geometrie?
Geometrie ist das Fundament, auf dem alles steht – oder fällt. Zwischen Road, Allroad und Gravel liegen heute keine Welten mehr, sondern entscheidende Nuancen. Und genau die bestimmen, wie sich ein Bike anfühlt: Ein halbes Grad am Lenkwinkel, ein paar Millimeter mehr Radstand – das kann Nervosität in Vertrauen verwandeln, Hektik in Kontrolle. Wenn der Rest stimmt. Denn Geometrie allein erschafft kein Allroad. Das SCOTT Addict RC ist mit einem steilen Lenkwinkel von 73,4°, kurzem Radstand und niedrigem Stack klar auf Agilität getrimmt. Es reagiert direkt, klettert explosiv und bleibt auf Asphalt präzise – doch auf losem Untergrund kippt die Balance: Das Bike verlangt ständige Aufmerksamkeit, weil die kurze Geometrie wenig Reserven bietet.
Das ROSE Backroad FF geht den entgegengesetzten Weg. Mit flacherem Lenkwinkel von 72,5°, langem Radstand und höherem Stack fährt es ruhiger, stabiler und kontrollierter. Dafür büßt es etwas Spontanität ein: In schnellen Richtungswechseln wirkt es weniger verspielt, fast stoisch. Das Cannondale Synapse LAB71 liegt genau dazwischen: Mit 71,3° Lenkwinkel, mittellangem Radstand und entspanntem Stack-to-Reach-Verhältnis vermittelt es Sicherheit, ohne träge zu werden. Die Zahlen zeigen: Allroad entsteht nicht durch eine bestimmte Geometrieformel, sondern durch das richtige Verhältnis aus Stabilität und Agilität. Das Synapse beweist, wie viel Komfort und Kontrolle in einem Road-nahen Setup stecken können; das SCOTT zeigt, dass Race-Bikes dank moderner Reifenfreiheit Allroad-Terrain berühren.
Was am Ende zählt
Am Ende entscheidet das Zusammenspiel: Reifenfreiheit, Material, Dämpfung, Anbauteile. Erst daraus entsteht ein Fahrgefühl, das einordnen lässt, wo ein Bike wirklich steht. Ein Endurance-Rahmen kann allroad-tauglich sein, wenn er ausreichend Stabilität und Reifenfreiheit bietet. Und ein Race-Bike kann Allroad-Feeling vermitteln, wenn es trotz Schärfe genug Kontrolle auf rauem Asphalt oder Hardpack zulässt. Ein modernes Allroad braucht keine Sonderformel. Es braucht ein Fahrgefühl, das überall funktioniert – ob ihr mit 40 km/h über frischen Asphalt fliegt oder entspannt über Schotter rollt. Während Allroad als Konzept eine Renaissance erlebt, steht die Kategorie Allroad mehr denn je unter Druck. Denn was früher ein eigenes Segment war, ist heute ein Denkansatz: Allroad beschreibt kein bestimmtes Bike mehr, sondern eine Art, Rennradfahren zu denken – offen, vielseitig, grenzenlos.
Der Realitäts-Check – Was modernes Allroad ausmacht
Zeit, den Elefanten im Raum anzusprechen: Was bleibt vom ursprünglichen Allroad-Gedanken? Vielleicht ist Allroad heute weniger eine Kategorie – also ein klar umrissener Bike-Typ –, sondern vielmehr ein Konzept, das sich durch alle Kategorien zieht. Denn Komfort, Kontrolle und Anpassungsfähigkeit sind keine exklusiven Merkmale mehr, sondern Teil der DNA moderner Rennräder. Jedes gute Road- oder Gravel-Bike trägt heute Allroad-Gene in sich – ob es so genannt wird oder nicht. Allroad ist heute kein Kompromiss zwischen Road und Gravel mehr, sondern die Weiterentwicklung beider Welten – ein Konzept, das Asphalt und Schotter nicht trennt, sondern verbindet.
Ein gutes Beispiel aus unserem Test dafür ist das Cannondale Synapse LAB71. Mit 42 mm Reifenfreiheit, SmartSense-System und Alltagstauglichkeit verkörpert es die neue Definition von Vielseitigkeit: ein Road-Bike, das Komfort und Kontrolle selbstverständlich integriert – ohne sich davon bremsen zu lassen.
Das SCOTT Addict RC Ultimate zeigt die andere Seite: ein kompromissloses Race-Bike, das mit moderner Reifenfreiheit und feiner Compliance unerwartet spaßig am Ende des glatten Asphalts bleibt. Es beweist, dass selbst reinrassige Rennmaschinen heute Allroad-Charakter entwickeln können – ganz ohne ihr Zielpublikum zu wechseln.
Und das ROSE Backroad FF? Ein Aero-Gravel-Bike, das den Allroad-Gedanken auf Speed trimmt. Mit Slicks wird es zum Asphaltjäger, bleibt aber stabil und kontrolliert – ein Beispiel dafür, wie Gravel-Bikes die Straße für sich erobern.
Ein modernes Allroad-Bike muss heute also nicht mehr „zwischen“ zwei Welten vermitteln – es bewegt sich frei in der gesamten Welt des Radfahrens, egal auf welchem Untergrund. Es soll auf der Landstraße genauso Spaß machen wie auf rauem Asphalt oder feinem Schotter. Und genau da zeigt sich der Wandel: Wo das Road-Bike bei jedem Schlag an seine Grenzen stößt und der Gravel-Racer auf Asphalt an Effizienz verliert, bleibt ein modernes Allroad souverän – nicht, weil es dazwischen liegt, sondern weil es darüber hinausgeht.
Es ist diese Balance aus Agilität und Gelassenheit, die das Konzept heute wieder spannend macht. Das ist der eigentliche Reiz von Allroad: Du musst dich nicht entscheiden. Ein Setup, das schnell genug ist für den Sonntags-Ride, robust genug für Bikepacking durch die schwedische Einöde und komfortabel genug für lange Tage im Sattel. Ein modernes Allroad ist kein Kompromiss – es ist das Rad, das du jeden Tag fährst, weil es jeden Tag dein Lieblings-Bike verkörpert.
Allroad ist lebendiger denn je – es trägt nur viele Namen. Die Idee, ein Rad für alles zu haben, ist längst keine Vision mehr, sondern Realität. Moderne Race-Gravel-Bikes und Road-Bikes mit großer Reifenfreiheit verkörpern diese Vielseitigkeit längst auf ihre eigene Weise – sie alle greifen den Gedanken des Allroad auf, ohne ihn beim Namen zu nennen. Mit einem modernen Allroad-Bike lässt sich heute mehr machen als je zuvor – schnell auf der Straße, sicher im Gelände, praktisch im Alltag.
Fazit: Braucht es das Label Allroad heute noch?
Vielleicht braucht es das Label „Allroad“ nicht mehr, weil der Gedanke dahinter längst in allen Kategorien angekommen ist. Doch gerade weil Vielseitigkeit heute überall mitschwingt, sind Allroad-Bikes unverzichtbarer denn je – moderne Bikes, die diesen Gedanken nicht nur streifen, sondern konsequent leben. Kein Kompromiss, sondern die Essenz dessen, was modernes Rennradfahren ausmacht: Freiheit, Einfachheit, Neugier. Am Ende zählt nicht, was auf dem Rahmen steht, sondern wohin dich das Bike bringt – und das ist im besten Fall: überall hin.
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Text: Jan Fock Fotos: Peter Walker, Jan Fock
