GOREWEAR hatte seine Wurzeln tief im europäischen Radsportmarkt – bereits 1984 brachte Gore die erste GORE-TEX-Rennradjacke auf den Markt. Seither galt die Marke als Synonym für Wetterschutz und technische Präzision.
Das Unternehmen erklärt auf Nachfrage:
Gores Textilsparte hat die schwere Entscheidung getroffen, das Geschäft mit GOREWEAR Fahrrad- und Laufbekleidung einzustellen – nach über 40 Jahren voller Engagement und harter Arbeit. Trotz all unserer Bemühungen standen wir vor grossen Herausforderungen, die es in einem hart umkämpften Markt zunehmend schwierig machten, weiterzumachen. Wir sind der Fahrradbranche zutiefst dankbar für ihre langjährige Treue. Gemeinsam haben wir die Grenzen in der Fahrrad- und Laufbekleidung immer wieder verschoben und Sportlerinnen und Sportler für jedes Wetter und jedes Abenteuer ausgerüstet. Unser Fokus liegt jetzt darauf, unsere Mitarbeitenden bestmöglich zu unterstützen und einen reibungslosen Übergang sicherzustellen, während wir unsere Verpflichtungen gegenüber Geschäftspartnern noch bis zum 31. März 2026 erfüllen. Es war eine unvergessliche Reise – und eine der bedeutendsten in unserer Geschichte.
Die Entscheidung markiert einen Einschnitt für den Bekleidungssektor im Radsport. GOREWEAR war einer der wenigen Anbieter, der komplette Kollektionen – vom Trikot bis zur Regenhose – mit durchgängig eigenentwickelten Materialien wie GORE-TEX SHAKEDRY oder GORE-TEX INFINIUM anbot.
Der Rückzug steht exemplarisch für den Druck, unter dem der Premium-Radsportmarkt derzeit steht. Selbst große Marken kämpfen mit sinkenden Umsätzen und Margen: Rapha etwa verzeichnete im achten Jahr in Folge Verluste – zuletzt ein operatives Minus von 17,2 Millionen Pfund. Steigende Kosten, zurückhaltender Konsum und die Abkehr von aggressiven Rabattaktionen machen das Geschäft zunehmend schwierig.
Mit dem Rückzug verliert der Markt einen Innovationstreiber, der über Jahrzehnte den Standard für wasserdichte und atmungsaktive Radbekleidung geprägt hat. Die Materialtechnologien von GORE-TEX bleiben jedoch bestehen – sie werden weiterhin von zahlreichen Marken im Outdoor- und Bike-Segment genutzt. Für Handel und Kundschaft heißt das: Bestellungen sind noch bis zum 31. März 2026 möglich, danach erfolgt nur noch der Abverkauf bestehender Bestände.
Der Rückzug von GOREWEAR zeigt, wie schwierig selbst für etablierte Marken der Premium-Radbekleidungsmarkt geworden ist. Ob Gore künftig stärker als reiner Technologie- und Materiallieferant auftritt oder neue Kooperationen mit anderen Marken anstrebt, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Mit dem Ende von GOREWEAR verschwindet eine Marke, die wie kaum eine andere für funktionalen Wetterschutz auf dem Rad stand.
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Text: Redaktion Fotos: Diverse
