Im Sommer wird aus der Trinkflasche schnell ein Warmwasserreservoir und liefert nicht die verdiente, kühle Erfrischung, die wir uns wünschen. Die doppelwandige Elite Nanofly 0-100 verspricht stundenlange Kühlung – ohne das Gewicht einer klobigen Thermosflasche. Aber hält sie das im echten Hitzetest? Wir haben sie bei über 30 °C Außentemperatur dem Härtetest unterzogen.

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ELITE Nanofly 0-100 | 141 g | 34,90 € | Hersteller-Website

Wer im Hochsommer nach zwei Stunden im Sattel endlich zum ersehnten Schluck aus der Trinkflasche ansetzt – und dann warmen Brühe inklusive Plastik-Aromen serviert bekommt, kennt das Elend. Klassische Thermosflaschen versprechen hier zwar Rettung, schleppen aber meist das angestaubte Image (und Gewicht) von klobigen Camping-Zubehör mit sich herum. Genau da will die Elite Nanofly 0-100 will rein: Sie verspricht eiskalte (oder kochend heiße) Performance, verpackt im federleichten und einfach quetschbaren Rennrad-Format. Das Kern-Feature: Bis zu vier Stunden soll die Doppelwand-Konstruktion die Getränketemperatur im Zaum halten – ohne dass man das Gefühl hat, eine Edelstahl-Thermoskanne im Carbon-Halter spazieren zu fahren. Optisch macht das Teil mit seiner grauen, strukturierten Oberfläche jedenfalls direkt klar, dass es kein langweiliger 08/15-Bidon sein möchte.

Was kann die Elite Nanofly 0-100?

Auf dem Papier klingt das Konzept der Nanofly 0-100 ziemlich smart: geringes Gewicht, ein Einsatzbereich von 0 bis 100 °C und ein Gel als Isolationsschicht zwischen Innen- und Außenwand. Die Doppelwandigkeit hat allerdings einen Haken, den man vor dem Kauf kennen sollte: Packmaß und Kapazität passen nicht zusammen. Außen wirkt die Flasche aus wie ein klassisches 750-ml-Bidon, rein passen aber nur 500 ml. Wer auf langen Ausfahrten viel trinkt, muss das einkalkulieren – und entsprechend öfter nachfüllen.

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Immer zur Erinnerung parat: Basisdaten, um den Schluck auch wirklich zu genießen.

Beim Griff liefert das Material so richtig ab: Die strukturierte Oberfläche bleibt auch mit schwitzigen Fingern griffig, und die Flasche lässt sich leicht ausdrücken – kein Kraftakt, wie man ihn von manch anderem Modell kennt. Konzeptbedingt ist sie etwas steifer als die einwandige Fly Tex desselben Herstellers, in der Praxis fällt das aber kaum auf. Der Durchfluss durch das bekannte Elite-Ventil ist hoch – hier geht beim Trinken während der Fahrt nichts verloren. Und falls der Verschluss nach Monaten im Dauereinsatz undicht wird: Elite bietet Ersatzteile an, man muss also nicht gleich die ganze Flasche entsorgen.

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Die strukturierte Oberfläche ist auch mit schwitzigen Fingern sehr griffig.

Spannend wird es bei der zentralen Frage: Hält die Isolation, was Elite mit „vier Stunden“ verspricht? Wir haben die Nanofly 0-100 Ende Juni bei der ersten Hitzewelle des Jahres auf drei Ausfahrten getestet. Normale Flaschen sind nach 30 Minuten in der Sonne – und erst recht bei Temperaturen über 30 °C – bekanntlich schon unangenehm warm. Elite verspricht für die Nanofly 0-100 bis zu vier Stunden Kühlleistung. In unserem Test war die 500-ml-Flasche nach zwei bis drei Stunden leer. Bis dahin blieb das Wasser selbst bei direkter Sonneneinstrahlung spürbar kühl. Die angegebenen vier Stunden halten wir daher durchaus für realistisch – vorausgesetzt, Flasche und Inhalt starten möglichst kalt.

Wer die Flasche vor der Tour leer im Kühlschrank lagert, kühlt Material und Hohlraum vollständig durch. Beim Nachfüllen unterwegs, etwa an einem Brunnen, lohnt es sich, die Flasche kurz komplett unter kaltes Wasser zu halten – so bekommt man die aufgeheizte Außenhaut schnell wieder runtergekühlt. Aber auch ohne diese Kniffe funktioniert die Isolation in der Sonne zuverlässig.
Getestet haben wir die Flaschen mit dem neuen Elite Leggero Carbon Flaschenhalter: Minimalistisch, aus Kohlefaser und mit überraschend niedrigem Gewicht von nur 13 Gramm fügen sie sich gut ins Gesamtbild jedes Bikes ein. Den Vorgänger hatten wir lange im Einsatz, an der Haltbarkeit gab es nichts auszusetzen. Ob das neue Modell ebenso lange durchhält, zeigt erst der Langzeittest. Der erste Eindruck ist aber stark: Trotz des reduzierten Designs sitzt die Flasche fest im Halter.

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Die Elite Leggero Carbon-Flaschenhalter sind eine Augenweide für Minimalisten.

Für wen ist die Elite Nanofly 0-100?

Die Elite Nanofly 0-100 liefert genau dort ab, wo herkömmliche Flaschen versagen: Sie bewahrt den Gaumen bei Sahara-Temperaturen vor dem nächsten Schluck „Warmwasser“. Die Isolation funktioniert in der Praxis überraschend zuverlässig und lässt Standard-Flaschen klar hinter sich. Das Ganze erkauft man sich jedoch mit dem Packmaß einer 750-ml-Flasche für das Füllvolumen einer 500-ml-Flasche. Die Nanofly 0-100 ist ideal für alle, die auch im Hochsommer nicht auf kühle Getränke verzichten wollen, keine Lust auf schwere Metall-Isolierkannen haben und ohnehin regelmäßig am Brunnen nachfüllen können. Der Leggero Carbon-Flaschenhalter passt optisch wie funktional gut dazu – leicht, minimalistisch und ziemlich schick.

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Ob heiß oder kalt, Tag oder Nacht – die Elite Nanofly ist eine treue Begleiterin.

Würden wir die Elite Nanofly kaufen?

Absolut! Die Elite Nanofly 0-100 ist HOT (bzw. abhängig vom Getränk auch mal COOL) für alle, die im Sommer lieber kühles statt lauwarmes Wasser trinken. Die Isolationsleistung hält, was Elite verspricht. Sie ist ein Segen für heiße Tage, erfordert aber durch das 500-ml-Limit bei 750-ml-Packmaß kleinere Kompromisse bei der Routenplanung – auf langen oder besonders heißen Touren heißt das schlicht häufigere Nachfüllstopps. Wer damit leben kann, bekommt eine der zuverlässigsten Thermoflaschen, die wir bisher getestet haben.

Tops

  • geringes Gewicht
  • gut quetschbar

Flops

  • Kein

Mehr Informationen unter elite-it.com


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Text: Christoph Staudinger Fotos: Jan Fock

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