Felge, Nabe, Speichen. Normalerweise kommt beim Laufradspezialisten DT Swiss alles aus einer Hand. Doch mit den neuen ARC 1100 SPLINE CS folgt der Schweizer Hersteller dem aktuellen Trend und verwendet erstmals keine Stahlspeichen. Aber wie viel Performance steckt in den 3.199 € teuren Laufrädern und lohnt sich der Schritt zur Carbonfaser?

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DT Swiss ARC 1100 Spline CS | 1.200 g | 3.199 € | Hersteller-Website

Wenn DT Swiss Laufräder baut, dann normalerweise komplett im eigenen Kosmos – Felge, Nabe, Speiche, alles Swiss-DNA. Dass die ARC 1100 Spline CS auf Vonoa-Carbonspeichen setzt, überrascht vor allem deshalb, weil die Marke sonst nicht als Trendjäger gilt. Dass genau diese Speichen auch in den deutlich günstigeren NEWMEN Stream Climbing stecken, macht die Sache umso spannender. Verliert der Laufradspezialist DT Swiss damit die Rolle als langjähriger Speichenhersteller? Und wichtiger noch: Wie schlägt sich das Leichtbau-Performance-Laufrad auf der Straße?

Für das Komplettpaket ruft DT Swiss stolze 3.199 € auf – bei einem Systemgewicht von 1.200 Gramm. Zum Konzept gehört auch das WTS (Wheel Tire System), bestehend aus einem Continental GP 5000 S TR in 28 mm hinten und einem Continental Aero 111 in 26 mm vorne. Ein Setup, das perfekt auf die DT Swiss Felgen abgestimmt ist und bereits von den aktuellen ARC 1100-Modellen bekannt ist. Schlanker als das, was aktuell als neue Rennrad-Norm gilt – aber kein Zufall.

Denn die Felge selbst bleibt bewusst schmal: 20 mm Maulweite, 26 mm Außenbreite und 38 mm Höhe – klassisch mit Haken. In Zeiten, in denen 25 mm Maulweite bei Performance-Laufrädern keine Seltenheit mehr ist, wirkt das nicht unbedingt trendy. Doch DT Swiss verfolgt hier offensichtlich ein klares, auf Leichtbau und Präzision getrimmtes Konzept statt dem „breiter-ist-besser“-Dogma.

Wir wollten wissen, ob diese Philosophie auf der Straße aufgeht – oder ob sie sich inzwischen überholt anfühlt.

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Als ARC-Variante sind die DT Swiss-Laufräder speziell aerodynamisch optimiert und funktionieren besonders gut mit dem Continental Aero 111 an der Front.
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Mit 20 mm Maulweite sind die DT Swiss ARC 1100 SPLINE CS deutlich schmaler als die meisten Performance-Laufräder, doch sind sie genauso schnell?

Im Test: Was können die DT Swiss ARC 1100 SPLINE CS?

Auf der Straße machen die ARC 1100 SPLINE CS keine halben Sachen. Schon nach den ersten Metern merkt man: Sie laufen ruhig und genauso zuverlässig, wie man es von DT Swiss erwartet. Im Antritt sind sie steif und direkt, jede Kraft am Pedal setzt sich ohne Verzögerung in Vortrieb um. Das geringe Gewicht macht sich dabei positiv bemerkbar: Beschleunigen geht super einfach, das Rad wirkt lebendig – sowohl auf kurzen Rampen als auch beim wiederholten Beschleunigen aus Kehren. Gerade am Berg macht das richtig Spaß.

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Besonders stark sind die Laufräder in Kurven. Das Handling ist sehr direkt, das Vorderrad bleibt stets präzise und die Linienwahl lässt sich millimetergenau einhalten. Möglich wird das einerseits durch die hohe Steifigkeit, andererseits durch die schmale Bereifung. Genau hier passt auch das WTS-Setup (Wheel Tire System) richtig gut: hinten der Continental GP 5000 S TR in 28 mm, vorne der Aero 111 in 26 mm – eine Kombination, die uns schon im Test um den besten Rennrad-Reifen überzeugt hat. Diese Kombi fühlt sich klar nach „Climbing-Bike“ an – schnell, präzise, mit ausreichend Feedback und keineswegs träge. Für den Alltag und ein weniger kompromissloses Setup ist sie allerdings etwas schmal, vor allem vorne. Die Reifen selbst sind eine gute Wahl für den Charakter der Laufräder. Sie unterstreichen das direkte Fahrgefühl und unterstützen den Einsatzzweck: gute Performance, Berge, schnelle Richtungswechsel. Dazu sind die Reifen perfekt auf die Räder abgestimmt – das Gesamtpaket wirkt so nicht zusammengestückelt, sondern wie aus einem Guss.

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Für die verlässlichen Naben ist DT Swiss bekannt geworden, kein Wunder, denn auch an unseren Laufrädern funktionieren die 180er-Naben perfekt.
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Dank weit verbreitetem Ratchet-EXP-Freilauf lässt sich schnell zwischen Laufrädern wechseln, ganz ohne Umschrauben der Kassette.

Die Kehrseite der hohen Steifigkeit und schmalen Reifen ist klar: Etwas Compliance geht verloren. Man merkt, dass die Laufräder auf hohe Sportlichkeit und Performance getrimmt sind. Dennoch bleiben die ARC 1100 SPLINE CS für ein Laufrad mit Carbonspeichen überraschend komfortabel. Sie filtern Unebenheiten noch ausreichend weg, sodass man auch nach längeren Anstiegen nicht das Bedürfnis hat, sofort den Luftdruck oder das Setup zu wechseln.

Bei der Verarbeitung liefert DT Swiss wie gewohnt ab. Die Qualität ist hervorragend, das Finish der Felge ist perfekt, und auch die Naben wirken schick und hochwertig. Technisch setzt DT Swiss weiterhin auf die bewährte Basis: Das klassische Ratchet-System mit Ratchet-EXP-Freilauf ist verlässlich und macht auch hier einen top Eindruck. Der Freilauf-Sound ist wie gewohnt angenehm satt und passt zum sportlichen Anspruch.

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Für wen sind die DT Swiss ARC 1100 SPLINE CS?

Wer ein sportliches, leichtes und extrem hochwertiges Laufrad sucht, für den treffen die ARC 1100 SPLINE CS genau ins Schwarze. Man bekommt bewährte DT Swiss-Naben, ein verlässliches Ratchet-System und dazu den modernen Touch der Carbonspeichen, gepaart mit herausragender DT Swiss-Qualität. Das Setup passt besonders für Fahrerinnen und Fahrer, die gerne schmaler unterwegs sind – 28 mm am Heck und 26 mm sind hier aufgrund der schmalen Felge gesetzt und passen vor allem zum Climbing-Bike. Wer hingegen maximale Alltagstauglichkeit sowie Komfort oder breitere Reifen fahren möchte, wird mit der schmalen Felge weniger glücklich. Spannend ist, wie DT Swiss das Konzept künftig weiterentwickelt. Eine Ausweitung der Carbonspeichen auf tiefere Felgen sowie ein Endurance-Setup sind anzunehmen und könnten den Einsatzbereich deutlich erweitern.

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Fazit: Würden wir die DT Swiss ARC 1100 SPLINE CS kaufen?

Jein. Die ARC 1100 SPLINE CS sind leicht, extrem hochwertig verarbeitet und fahren sich durch die Steifigkeit direkt und spritzig. Für ein kompromissloses Climbing-Setup sind sie perfekt, auch wenn es leichtere Alternativen gibt. Gleichzeitig sind 3.199 € viel Geld – und die schmale Felgen-/Reifen-Philosophie passt nicht ganz zum modernen Rennrad-Gedanken einschließlich breiter Reifen. So lassen sich die hochwertigen DT Swiss-Laufräder leider nicht uneingeschränkt empfehlen und bleiben ein Produkt für den spezialisierten Aufbau.

Tops

  • sehr leicht und extrem spritzig beim Beschleunigen
  • steif und direkt, besonders im Antritt und in Kurven
  • überraschend komfortabel für Carbonspeichen
  • Verarbeitung, Finish und Ratchet EXP auf Top-Niveau

Flops

  • schmales Felgenmaß

Mehr Informationen unter dtswiss.com.

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Text: Jan Fock, Calvin Zajac Fotos: Jan Fock, Calvin Zajac

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