Der WTB Vulpine S setzt auf einen komplett glatten, aber sehr schmalen Mittelsteg, flankiert von feinem, engmaschigem Stollenprofil. Er soll die rennorientierte Ergänzung im WTB-Lineup darstellen. Aber gelingt damit der versprochene Kompromiss aus Geschwindigkeit, Grip und Haltbarkeit? Wir haben es getestet.

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WTB Vulpine S | 576,2 g in 45-622 | 59,95 € | Hersteller-Website

Der WTB Vulpine S stammt aus dem Gravel-Portfolio von der amerikanischen Marke WTB, die sich seit den 1980ern vom Zubehör-Anbieter hin zum vollwertigen Reifen- und Laufradhersteller entwickelt hat – inklusive Tubeless-Systemen und Dichtmilch.

Im aktuellen Vergleichstest steht der Vulpine S neben Vulpine und Resolute am Start und markiert dabei eindeutig die schnellste Ausrichtung innerhalb des WTB-Sortiments. Während der normale Vulpine noch stärker auf Allround-Eigenschaften setzt, ist der Vulpine S konsequent auf Tempo getrimmt: Ein sehr schmaler, glatter Mittelsteg soll für geringe Reibung auf Asphalt und Hardpack sorgen, während kleine Seitenstollen Sicherheit in Kurven geben sollen. Insgesamt zielt das Konzept klar auf effizientes Tempo auf festen und schnellen Untergründen ab, ohne dabei das Gravel-Mindestmaß an Kontrolle aufzugeben.

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Das S steht für Speed – Der WTB Vulpine S im Gravel-Reifen-Test 2026

Der WTB Vulpine S soll der schnellste Reifen im eigenen Lineup sein – im Test bestätigt sich das allerdings nur bedingt. Mit 576 g ist er kein Leichtgewicht und das kostet im Antritt spürbar Kraft. Auch im Labor zeigt sich das: 18,2 W Rollwiderstand liegen gut 3 W über dem Durchschnitt, und das Fahrgefühl wirkt entsprechend eher behäbig als wirklich spritzig – der Vulpine S bewegt sich auf dem Niveau eines deutlich grobstolligeren Michelin Power Gravel.

Auf Asphalt und festem Schotter fährt sich der Vulpine S intuitiv und lässt sich durch das runde Layout willig in die Kurve legen. Der Übergang von der Lauffläche auf die Seitenstollen fällt nicht unangenehm auf. Abseits von Asphalt und Hardpack zeigt sich dann aber, dass der Vulpine S schnell seine Grenzen erreicht. Auf losem Schotter fehlen Spurtreue und Traktion bereits früh, auch wenn das Einlenken gleichmäßig verläuft und der Grip-Verlust zumindest gut kontrollierbar erfolgt. Ohne Überraschungen, aber auch ohne Reserven, beispielsweise in Form von dicken Schulterstollen, trägt einen der Vulpine S folglich ans Kurvenäußere.

Wenn die Zielsetzung des Vulpine S reines Racing ist, trifft er beim Komfort ins Schwarze: Der Reifen ist so hart wie ein Go-Kart und schüttelt euch im Sattel ordentlich durch. Beim Pannenschutz bewegt sich der Reifen im soliden Mittelfeld, beim Durchschlagschutz sogar leicht darüber, was Felge und Material gut schützt. Positiv fällt zudem die einfache Handhabung auf: Die Montage gelingt problemlos ohne Reifenheber, und das Tubeless-Setup dichtet schnell und zuverlässig ab.

AGILITÄT

  1. träge
  2. ausgeglichen
  3. verspielt

GRIP

  1. niedrig
  2. hoch

KOMFORT

  1. gering
  2. hoch

ROLLWIDERSTAND

  1. langsam
  2. schnell

DURCHSCHLAGSCHUTZ

  1. gering
  2. hoch

DURCHSTICHSCHUTZ

  1. gering
  2. hoch

Fazit zum WTB Vulpine S

Der WTB Vulpine S hält weniger, als er verspricht. Gerade die Effizienz – seine kolportierte Kernkompetenz – bleibt hinter den Erwartungen zurück, und auch der Grip abseits von Straße und Hardpack kann das nicht kompensieren. Einzig das berechenbare Einlenkverhalten und der gut kontrollierbare Traktionsverlust sind positiv hervorzuheben. Insgesamt haben die anderen Modelle aus der WTB-Serie hier aber klar die Nasen vorn.

Tops

  • berechenbarer Grip-Verlust
  • einfache Montage

Flops

  • schlechter Kurven-Grip
  • nicht so hohe Effizienz wie versprochen

Herstellungsland Taiwan | Maße (ETRO) 45-622 | Breite in mm¹ 44,6
Höhe in mm¹ 40,93 | Gewicht 576,2 g | Preis 59,95 €
¹gemessene Dimensionen mit 1,75 – 3,0 Bar, abhängig von Reifenbreite

Mehr Informationen unter wtb.com.


Das Testfeld

Dieser Reifen wurde im Rahmen des Gravel-Reifen-Vergleichstests 2026 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Gravel-Reifen erhaltet ihr im großen großen Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026. Für die Top-Modelle im Rennbereich schaut ihr euch am besten den Race-Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026 an.

Challenge: Getaway XP | Gravine XP
Continental: Dubnital | Terra Adventure | Terra Competition | Terra Hardpack | Terra Speed
Goodyear: Connector Inter | Connector Speed
Hutchinson: Caracal Race
MAXXIS: Rambler | Reaver
Michelin: Power Adventure | Power Gravel
Pirelli: Cinturato Gravel H | Cinturato Gravel M | Cinturato Gravel S
Rene Herse: Corkscrew Climb TC Semi-Slick
Schwalbe: G-One RS Pro | G-One RX Pro | G-One R Pro | Thunder Burt | G One Overland Pro
Specialized: Pathfinder TLR | Tracer TLR | Terra TLR
Vittoria: Terreno Pro T30 | Terreno Pro T50 | Terreno Pro T60
WTB: Vulpine S | Vulpine | Resolute

Der beste Gravel Reifen Race Allrounder Vergleich 2026 Test Review WEB 03740 1140x760


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Text: Julian Schwede Fotos: Jan Fock

Wer schreibt hier?

Julian Schwede
Freelance Editor

Juli ist es gewohnt, mit großen Kalibern umzugehen. Er schraubt nicht nur gerne an seinem Bike, sondern hat nach seiner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker an der Königsklasse der Kraftfahrzeuge – Omnibussen – getüftelt und gewerkelt. Als ihm die Entwicklung auf Elektroantriebe im Großformat zu langsam ging, hat er technische BWL studiert und nebenher Tische aus Carbon gebaut. Während sein Dirtbike aus dicken Alu Rohren geschweißt ist, besteht sein Fully ebenfalls aus den schwarzen Fasern und hat ihn schon auf einige Gipfel gebracht. Doch auch angeseilt erklimmt er Berge gern über Klettersteige oder senkrecht an der Wand. Mittlerweile fährt er statt seinem eigenen Bike fast nur noch Bikes aus dem Office-Keller und testet sie auf Leib und Lenker. Neben Bike Reviews kümmert Juli sich auch um das tägliche Newsgeschäft und bezeichnet sich selbst als rasenden Reporter “Carlos Columbus”.

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