
Der Vittoria Terreno Pro T30 richtet sich an alle, die auf der Suche nach einem schnellen Gravel-Reifen für harten Untergrund sind. Vittoria weist den Pneu als Spezialisten für trockene Bedingungen aus. Dazu glänzt er wie alle Gravel-Reifen der Pro-Serie durch einen Fokus auf erneuerbare und recycelte Materialien. Laut Vittoria besteht jeder Reifen zu 92 % aus erneuerbaren und recycelten Materialien und soll der klassisch gefertigten Konkurrenz in nichts nachstehen. Erkennbar ist das am markanten braunen Look, ein klassisches Schwarz gibt es in der Pro-Version nicht.
Doch wie wird der Fokus auf Geschwindigkeit erreicht? Der Terreno Pro T30 verfolgt ein ähnliches Prinzip wie der schnellste Gravel-Reifen im Test: eine fast glatte, zentrale und breite Lauffläche, die Vittoria als Fischschuppen-Muster beschreibt, mit kleinen, schräg angeordneten Hexagon-Profilen. Dazu kommen aggressivere Stollen an den Flanken für extra Grip in Kurven.
Nachhaltig, aber nicht nachhaltig schnell – Vittoria Terreno Pro T30 im Gravel-Reifen-Test 2026
Klingt insgesamt spannend, doch wie schlägt sich der Gravel-Reifen im Test? Beim Gewicht zeigt sich der Vittoria Terreno Pro T30 überraschend schwer: Mit 655 g ist er sogar einer der schwersten Gravel-Reifen im gesamten Testfeld und liegt ganze 85 g über dem Schnitt. Nicht die besten Voraussetzungen für einen auf maximalen Speed optimierten Pneu. Dass der T30 unter den Vittoria Gravel-Reifen im Test noch der leichteste ist, wird dabei komplett vernachlässigt. Auch beim Rollwiderstand setzt sich dieser Eindruck fort: Mit 15,8 W liegt der T30 knapp 0,8 W über dem Schnitt und ist über 5 W vom schnellsten Gravel-Reifen, dem Schwalbe G-One RS Pro, entfernt. Bei zwei Reifen am Bike summiert sich das auf ganze 10 W – ein Unterschied, der auch auf der Strecke spürbar ist.
Leider kann der Terreno Pro T30 diesen Nachteil auch nicht in Sachen Grip aufholen. Zwar performt er auf Asphalt und Hardpack sehr gut und bleibt in jeder Situation sicher, doch wird es soft, nass oder gar matschig, verliert der Gravel-Reifen schnell an Halt. Im Vergleich zu anderen Gravel-Reifen der Speed-Kategorie bildet er hier eher das Schlusslicht. Besser sieht es beim Handling aus, denn hier profitiert der T30 auf hartem Untergrund vom runden Profil und den Seitenstollen, die etwas mehr Halt bieten. So bleibt der Gravel-Reifen sehr ausgeglichen, ohne träge oder übermäßig agil zu werden – die größte Stärke des Pneus.
Die Compliance ordnet sich dagegen etwas unter dem Schnitt ein, zwar noch auf einem akzeptablen Niveau und für Hardpack-Fahrten ausreichend, doch wirklich komfortabel geht anders. Beim Pannenschutz gibt es dann eine echte Überraschung: Der Durchschlagschutz liegt deutlich über dem Schnitt und performt ausgesprochen gut, nur wenige Gravel-Reifen sind hier besser. Leider setzt sich das positive Bild beim Durchstichschutz nicht fort. Hier zeigt sich der T30 zusammen mit allen Vittoria Gravel-Reifen unterdurchschnittlich.
AGILITÄT
- träge
- ausgeglichen
- verspielt
GRIP
- niedrig
- hoch
KOMFORT
- gering
- hoch
ROLLWIDERSTAND
- langsam
- schnell
DURCHSCHLAGSCHUTZ
- gering
- hoch
DURCHSTICHSCHUTZ
- gering
- hoch
Fazit zum Vittoria Terreno Pro T30
Vittoria geht mit dem Terreno Pro T30 einen wichtigen Schritt in Sachen Nachhaltigkeit. 92 % erneuerbare und recycelte Materialien sprechen für sich. Doch auf der Strecke kann der Pneu nicht wirklich überzeugen: Weder Grip, Rollwiderstand noch Pannenschutz erreichen Top-Niveau. Einzig das ausgewogene Fahrverhalten spricht uneingeschränkt für den Gravel-Reifen. Wer maximale Nachhaltigkeit mit ikonischem Look sucht, ist hier richtig. Performance-Jäger sollten sich indes anderweitig umsehen.
Tops
- lobenswerter Ansatz in Sachen Nachhaltigkeit
- schicker Look
- hoher Durchschlagschutz
Flops
- geringer Grip
- mittelmäßige Effizienz
- geringer Durchstichschutz
Herstellungsland Thailand | Maße (ETRO) 45-622 | Breite in mm¹ 44,9
Höhe in mm¹ 40,33 | Gewicht 654,6 g | Preis 88,95 €
¹gemessene Dimensionen mit 1,75 – 3,0 Bar, abhängig von Reifenbreite
Mehr Informationen unter vittoria.com.
Das Testfeld
Dieser Reifen wurde im Rahmen des Gravel-Reifen-Vergleichstests 2026 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Gravel-Reifen erhaltet ihr im großen großen Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026. Für die Top-Modelle im Rennbereich schaut ihr euch am besten den Race-Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026 an.
Challenge: Getaway XP | Gravine XP
Continental: Dubnital | Terra Adventure | Terra Competition | Terra Hardpack | Terra Speed
Goodyear: Connector Inter | Connector Speed
Hutchinson: Caracal Race
MAXXIS: Rambler | Reaver
Michelin: Power Adventure | Power Gravel
Pirelli: Cinturato Gravel H | Cinturato Gravel M | Cinturato Gravel S
Rene Herse: Corkscrew Climb TC Semi-Slick
Schwalbe: G-One RS Pro | G-One RX Pro | G-One R Pro | Thunder Burt | G One Overland Pro
Specialized: Pathfinder TLR | Tracer TLR | Terra TLR
Vittoria: Terreno Pro T30 | Terreno Pro T50 | Terreno Pro T60
WTB: Vulpine S | Vulpine | Resolute
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Text: Calvin Zajac Fotos: Jan Fock
