Ein Semi-Slick als Highspeed-Gravel-Reifen? Der Hutchinson Caracal Race wird vom Hersteller als schnellster Gravel-Reifen angepriesen und soll besonders auf festen Hardpack-Pisten glänzen. Mit zurückhaltenden Seitenstollen gefertigt in Frankreich stellt sich die Frage: Kann der Caracal Race dieses große Versprechen im Test einlösen?

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Hutchinson Caracal Race | 564,2 g in 45-622 | 59,99 € | Hersteller-Website

Beim Caracal Race greift Hutchinson klar ins Road-Segment und orientiert sich an Rennradreifen wie dem Hutchinson Blackbird Race. Das zeigt sich schon beim Design: eine komplett glatte Lauffläche, die durch zum Rand hin höher werdende quadratische Seitenstollen vervollständigt wird und damit Kurvengrip erzeugen soll.

Die „Swift Easy Casing”-Karkasse setzt auf ein flexibles Gewebe, das leicht verformbar sein soll und so Komfort sowie geringen Rollwiderstand begünstigen möchte. Beim Gummi setzt Hutchinson nicht auf Mach 10, sondern greift zur Mach Tread 3.0-Gummimischung aus dem Road-Regal. Die soll möglichst geringe Reibung und hohe Geschwindigkeiten begünstigen. Beide Technologien aus Hutchinsons Road-Sparte sollen den Caracal Race zu einem der schnellsten Gravel-Reifen machen – ob das im Einsatz gelingt, zeigt der Test.

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Wie racey ist der Caracal wirklich? – Der Hutchinson Caracal Race im Gravel-Reifen-Test 2026

Der Hutchinson Caracal Race gibt sich im Test als echter Pacemaker: Auf Asphalt beschleunigt er stark und gehört zu den effizientesten Reifen im Testfeld – rund 2 W besser als der Durchschnitt und auf einem Niveau mit dem Specialized Pathfinder, trotz des höheren Gewichts von 564 g. Verantwortlich dafür ist vor allem die spiegelglatte Lauffläche, die ihn wie einen schnellen Allroad-Reifen performen lässt. So steht der Caracal Race im Asphalt-Speed fast auf einer Stufe mit dem Testsieger Continental Terra Competition. Auffällig ist jedoch das abrupte Abkippen in Schräglage: Der Übergang von Slick zu Seitenstollen ist deutlich spürbar und führt zu einem ungewohnten, schwer kontrollierbaren Einlenken. So ist das Handling wenig intuitiv und erfordert eine lange Eingewöhnungszeit, um mit dem Hutchinson klarzukommen.

Auf losem Schotter verliert der Caracal Race dann an Grip: Das Abkippen bleibt, während die glatte Lauffläche in langgezogenen Kurven wenig Halt bietet und den Reifen aufschwimmen lässt – die Kiesel wirken wie Murmeln unter dem Reifen und tragen einen samt Fahrrad langsam ans Kurvenäußere. Beim Antritt am Berg neigt das Hinterrad zum Durchdrehen, und spätestens bei Feuchtigkeit ist der Reifen dann komplett überfordert. Traktion in schwierigen Bedingungen? Fehlanzeige. Damit ist der Caracal Race klar auf Hardpack und Asphalt spezialisiert.

Auch beim Pannenschutz offenbart der Hutchinson Caracal Schwächen: Im Durchstichtest auf der Lauffläche landet er auf dem letzten Platz im Testfeld. Strecken mit spitzen Steinen oder einen Ausflug durch die Dornenhecke sollte man also tunlichst vermeiden. Das obligatorische Tubeless-Setup kann das zwar etwas entschärfen, für Mehrtagesabenteuer ist er mit diesen Eigenschaften allerdings keine Empfehlung.

AGILITÄT

  1. träge
  2. ausgeglichen
  3. verspielt

GRIP

  1. niedrig
  2. hoch

KOMFORT

  1. gering
  2. hoch

ROLLWIDERSTAND

  1. langsam
  2. schnell

DURCHSCHLAGSCHUTZ

  1. gering
  2. hoch

DURCHSTICHSCHUTZ

  1. gering
  2. hoch

Fazit zum Hutchinson Caracal Race

Der Hutchinson Caracal Race hat es sich in seiner Nische gemütlich gemacht: der Rennzirkus bei trockenen Bedingungen und konsistentem Hardpack-Untergrund. Hier spielt er mit seinem minimalistischen Profil seine Stärken bei der Effizienz voll aus. Alles was über Hardpack hinausgeht, überfordert den Reifen jedoch schnell – und das abrupte Abkippen in Kurven mitunter auch den Fahrer.

Tops

  • gute Laufkultur
  • schnell auf Asphalt

Flops

  • geringster Durchstich-Schutz
  • krasses Abkippen in Kurven

Herstellungsland France | Maße (ETRO) 45-622 | Breite in mm¹ 46,4
Höhe in mm¹ 42,13 | Gewicht 564,2 g | Preis 59,99 €
¹gemessene Dimensionen mit 1,75 – 3,0 Bar, abhängig von Reifenbreite

Mehr Informationen unter cycling.hutchinson.com.


Das Testfeld

Dieser Reifen wurde im Rahmen des Gravel-Reifen-Vergleichstests 2026 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Gravel-Reifen erhaltet ihr im großen großen Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026. Für die Top-Modelle im Rennbereich schaut ihr euch am besten den Race-Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026 an.

Challenge: Getaway XP | Gravine XP
Continental: Dubnital | Terra Adventure | Terra Competition | Terra Hardpack | Terra Speed
Goodyear: Connector Inter | Connector Speed
Hutchinson: Caracal Race
MAXXIS: Rambler | Reaver
Michelin: Power Adventure | Power Gravel
Pirelli: Cinturato Gravel H | Cinturato Gravel M | Cinturato Gravel S
Rene Herse: Corkscrew Climb TC Semi-Slick
Schwalbe: G-One RS Pro | G-One RX Pro | G-One R Pro | Thunder Burt | G One Overland Pro
Specialized: Pathfinder TLR | Tracer TLR | Terra TLR
Vittoria: Terreno Pro T30 | Terreno Pro T50 | Terreno Pro T60
WTB: Vulpine S | Vulpine | Resolute

Der beste Gravel Reifen Race Allrounder Vergleich 2026 Test Review WEB 03740 1140x760


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Text: Julian Schwede Fotos: Jan Fock

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Julian Schwede
Freelance Editor

Juli ist es gewohnt, mit großen Kalibern umzugehen. Er schraubt nicht nur gerne an seinem Bike, sondern hat nach seiner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker an der Königsklasse der Kraftfahrzeuge – Omnibussen – getüftelt und gewerkelt. Als ihm die Entwicklung auf Elektroantriebe im Großformat zu langsam ging, hat er technische BWL studiert und nebenher Tische aus Carbon gebaut. Während sein Dirtbike aus dicken Alu Rohren geschweißt ist, besteht sein Fully ebenfalls aus den schwarzen Fasern und hat ihn schon auf einige Gipfel gebracht. Doch auch angeseilt erklimmt er Berge gern über Klettersteige oder senkrecht an der Wand. Mittlerweile fährt er statt seinem eigenen Bike fast nur noch Bikes aus dem Office-Keller und testet sie auf Leib und Lenker. Neben Bike Reviews kümmert Juli sich auch um das tägliche Newsgeschäft und bezeichnet sich selbst als rasenden Reporter “Carlos Columbus”.

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