
Der Goodyear Connector Speed will eines, und das ist maximale Geschwindigkeit. Gebaut für die schnellsten Gravel-Rennen, gab es bei der Entwicklung nur eine Variable, die so richtig relevant war: maximale Effizienz. Doch die Frage ist, wie will der Gravel-Reifen dieses Kunststück vollbringen?
Der Schlüssel liegt im Profil. Auf der zentralen Lauffläche sollen minimal hohe Noppen für maximale Geschwindigkeit und geringstmöglichen Widerstand sorgen. Dazu kommen griffigere und aggressive Noppen an der Reifenflanke für extra Grip in der Kurve. Im Vergleich zum Schwestermodell Connector Inter setzt der Speed also noch deutlich stärker auf Effizienz und verzichtet bewusst auf ein Mehr an Profil und Vielseitigkeit. Klingt nach einem klaren und kompromisslosen Konzept, doch kann der Goodyear Connector Speed die hohen Versprechen im Test auch einlösen?
Schnell um jeden Preis – Goodyear Connector Speed im Gravel-Reifen-Test 2026
Klingt alles spannend und vor allem schnell, doch wie effizient läuft der Pneu tatsächlich? Mit einem Gewicht von 518 g legt der Goodyear Connector Speed schon mal die richtigen Voraussetzungen. Knapp 50 g unter dem Schnitt im Testfeld und auch 40 g leichter als das Schwestermodell Connector Inter. Doch die Kennzahl, die hier besonders wichtig ist, ist der Rollwiderstand, und hier liegt der Connector Speed bei 14,2 W. Eigentlich ein guter Wert, doch überraschenderweise liegt der etwas aggressivere und minimal schmalere Inter mit 14 W sogar knapp darunter. Im Vergleich zum Testfeld positioniert sich der Connector Speed zwar etwa 1 Watt unter dem Schnitt, doch für einen Gravel-Reifen, der alles auf maximale Geschwindigkeit setzt, ist das etwas schwach. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Schwalbe G-One RS Pro knapp 3,5 W schneller ist. Im Set sind das satte 7 W Differenz.
Leider kommt die Optimierung auf Effizienz auch nicht ohne Nachteile. Vor allem der Grip leidet spürbar. Im Vergleich fällt er unterdurchschnittlich aus, der Gravel-Reifen schwimmt teilweise etwas auf und wird schon bei aggressiverer Fahrweise und losem Untergrund aus der Kurve getragen. Dazu schränkt das minimale Profil den Halt auf nassem und weichem Untergrund zusätzlich ein, was sich auch im Handling bemerkbar macht. Denn der Connector Speed benötigt etwas Eingewöhnung, das schwammige Lenkverhalten neigt bei engen und langsamen Kurven zum Kippen. Bei langen und schnellen Kurven verhält er sich zwar etwas besser, bleibt aber in keinem Fall wirklich berechenbar.
Wirklich hervorragend ist dagegen die Compliance, denn wie auch der Inter kann der Connector Speed durch ein sehr gutes Komfort-Level punkten. Ob holprige Piste oder Unebenheiten in der Straße, die beiden Goodyear Gravel-Reifen bügeln alles hervorragend glatt. Weniger überzeugend bleibt hingegen der Pannenschutz, der wie auch beim Schwestermodell unterdurchschnittlich ausfällt. Der Schutz gegen Durchschläge liegt noch knapp unter dem Schnitt, doch der Schutz vor Durchstichen fällt weit darunter ab.
AGILITÄT
- träge
- ausgeglichen
- verspielt
GRIP
- niedrig
- hoch
KOMFORT
- gering
- hoch
ROLLWIDERSTAND
- langsam
- schnell
DURCHSCHLAGSCHUTZ
- gering
- hoch
DURCHSTICHSCHUTZ
- gering
- hoch
Fazit zum Goodyear Connector Speed
Der Goodyear Connector Speed will vor allem Geschwindigkeit, doch die kompromisslose Optimierung bringt einige Schwächen mit sich. Sowohl Grip, Pannenschutz als auch Fahrverhalten sind bestenfalls mittelmäßig, dafür ist der Pneu leicht und komfortabel. Das alles auf Kosten eines zwar guten, aber nicht überragenden Levels an Effizienz. Wer einen vielseitigeren Gravel-Reifen sucht, ist mit dem Goodyear Connector Inter bei ähnlicher Effizienz insgesamt besser beraten.
Tops
- geringes Gewicht
- hohe Effizienz
- hoher Komfort
Flops
- schlechter Grip
- gewöhnungsbedürftiges Fahrverhalten
- unterdurchschnittlicher Pannenschutz
Herstellungsland Taiwan | Maße (ETRO) 45-622 | Breite in mm¹ 46,8
Höhe in mm¹ 39,78 | Gewicht 517,8 g | Preis 69,95 €
¹gemessene Dimensionen mit 1,75 – 3,0 Bar, abhängig von Reifenbreite
Mehr Informationen unter goodyearbike.com.
Das Testfeld
Dieser Reifen wurde im Rahmen des Gravel-Reifen-Vergleichstests 2026 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Gravel-Reifen erhaltet ihr im großen großen Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026. Für die Top-Modelle im Rennbereich schaut ihr euch am besten den Race-Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026 an.
Challenge: Getaway XP | Gravine XP
Continental: Dubnital | Terra Adventure | Terra Competition | Terra Hardpack | Terra Speed
Goodyear: Connector Inter | Connector Speed
Hutchinson: Caracal Race
MAXXIS: Rambler | Reaver
Michelin: Power Adventure | Power Gravel
Pirelli: Cinturato Gravel H | Cinturato Gravel M | Cinturato Gravel S
Rene Herse: Corkscrew Climb TC Semi-Slick
Schwalbe: G-One RS Pro | G-One RX Pro | G-One R Pro | Thunder Burt | G One Overland Pro
Specialized: Pathfinder TLR | Tracer TLR | Terra TLR
Vittoria: Terreno Pro T30 | Terreno Pro T50 | Terreno Pro T60
WTB: Vulpine S | Vulpine | Resolute
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Text: Calvin Zajac Fotos: Jan Fock
