Maximaler Grip sowie höchste Kontrolle im Schlamm und beim harten Gravel-Einsatz? Das verspricht Challenge mit dem teils handgefertigten Gravine XP Gravel-Reifen. Ob der 83 € teure Pneu das Versprechen halten kann und was uns ansonsten aufgefallen ist, erfahrt ihr im Rahmen des großen Gravel-Reifen-Tests 2026.

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Challenge Gravine XP | 680,5 g in 45-622 | 82,90 € | Hersteller-Website

Der Gravine XP ist der aggressivste Gravel-Reifen im Challenge-Lineup. Er soll bei allen Bedingungen, aber besonders auch im Schlamm und bei Nässe viel Vertrauen vermitteln und immer sicher die Spur halten. Dafür ist das Profil mit den großen freistehenden Stollen sehr offen gehalten – das verhindert das Zusetzen im Matsch. In der ganz schwarzen XP-Ausführung, was für Xtra Protection steht, will der Gravine erhöhten Pannenschutz gegenüber der Pro-Variante mit Tan-Wall bieten. Aber ist das wirklich der heißeste Kandidat für Regenfahrten und Offroad-Einsätze?

Die Challenge Gravine XP sind zum Teil handgemacht: Statt klassisch vulkanisiert wird die Lauffläche händisch mit der tragenden Karkasse verklebt. Bezeichnend dafür ist die Bauform: Der Reifen ist nicht klassisch halb rund wie ein vulkanisierter Reifen in U-Form, sondern liegt komplett flach in der Verpackung und muss bei der Montage erst in die runde Form gezwungen werden. Das erhöht den Montage-Aufwand enorm. Ob das im Test durch die hohe Widerstandsfähigkeit wieder wettgemacht werden kann?

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Die Challenge unplattbar – Der Challenge Gravine XP im Gravel-Reifen-Test 2026

Als Matsch- und Offroad-Profi muss der 680 g schwere Gravine XP auch einiges abkönnen, oder? Und das kann er: Der Gravine XP ist der pannensicherste Pneu im Testfeld – wenn auch mit Einschränkungen: Vor allem die Seitenwand ist sehr robust, was der Eindruck bei der zähen Montage bestätigt. Durch die charakteristische Open-Tubular-Bauweise wird das Aufziehen der Gravine XP wortwörtlich zur Challenge – es kostet Kraft, den Reifen in eine runde Form zu zwingen, und der Pneu will ständig wieder aus dem Felgenhorn springen. Entsprechend ist die Montage – zusammen mit dem Konzernbruder Getaway XP – die aufwändigste im gesamten Testfeld. Zur Belohnung schützt der Gravine XP Reifen und Felge bei Durchschlägen am besten unter allen Kontrahenten. Auf der Lauffläche ist der Gravine XP dagegen eher unterdurchschnittlich gegen Durchstiche gewappnet und bewegt sich auf dem Niveau eines Vittoria Terreno Pro T50 oder WTB Vulpine. Die Mischung aus stabiler Sidewall und weniger robuster Lauffläche kann man getrost als mutig bezeichnen, da man sich den Kontaktpunkt mit Steinen oder Dornen in der Regel eben nicht aussuchen kann.

In Sachen Rollwiderstand und Laufkultur verlangt der Reifen mit 17,2 W nach strammen Waden. Der Gravine XP liegt rund 2 W über den Challenge Getaway XP und 2,3 W über dem Durchschnitt. Ein Grund dafür ist sicher auch das schon genannte Gewicht von 680 g. Das macht den Challenge Gravine XP zum Pummelchen im Testfeld – nur der Vittoria Terreno Pro T50 bringt nochmal knapp 20 g mehr auf die Waage.

Beim Grip liegen die Stärken klar im Gelände: Offroad überzeugt der Reifen. Er spendet viel Vertrauen, ein gleichmäßiges Einlenkverhalten und konstanten Grip – unabhängig von der Schräglage. Dazu kommt eine gute Dämpfung ohne Hoppeln bei geringem Luftdruck. Auf der Straße fühlt sich der Gravine XP mit seinen weit auseinanderstehenden Stollen dagegen eher schwammig und unpräzise an, was für Abzüge in der Allround-Fähigkeit sorgt.

AGILITÄT

  1. träge
  2. ausgeglichen
  3. verspielt

GRIP

  1. niedrig
  2. hoch

KOMFORT

  1. gering
  2. hoch

ROLLWIDERSTAND

  1. langsam
  2. schnell

DURCHSCHLAGSCHUTZ

  1. gering
  2. hoch

DURCHSTICHSCHUTZ

  1. gering
  2. hoch

Fazit zum Challenge Gravine XP

Der Challenge Gravine XP ist ein solider Reifen, der mit berechenbarem Offroad-Fahrverhalten viel Fahrspaß bietet und gleichzeitig den höchsten Pannenschutz im Testfeld liefert – jedenfalls bei Seitenwand und Durchschlagschutz. Abschreckend ist neben dem hohen Gewicht vor allem die extrem anspruchsvolle Montage, die unterwegs bei einem Platten schnell zum Ausschlusskriterium wird. Ein Reifen exklusiv für ADAC Plus-Mitglieder.

Tops

  • höchster Pannenschutz im Test
  • berechenbares Kurvenverhalten

Flops

  • extrem anspruchsvolle Montage
  • hohes Gewicht

Herstellungsland Thailand | Maße (ETRO) 45-622 | Breite in mm¹ 46,3
Höhe in mm¹ 41,98 | Gewicht 680,5 g | Preis 82,90 €
¹gemessene Dimensionen mit 1,75 – 3,0 Bar, abhängig von Reifenbreite

Mehr Informationen unter challengetires.com.


Das Testfeld

Dieser Reifen wurde im Rahmen des Gravel-Reifen-Vergleichstests 2026 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Gravel-Reifen erhaltet ihr im großen großen Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026. Für die Top-Modelle im Rennbereich schaut ihr euch am besten den Race-Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026 an.

Challenge: Getaway XP | Gravine XP
Continental: Dubnital | Terra Adventure | Terra Competition | Terra Hardpack | Terra Speed
Goodyear: Connector Inter | Connector Speed
Hutchinson: Caracal Race
MAXXIS: Rambler | Reaver
Michelin: Power Adventure | Power Gravel
Pirelli: Cinturato Gravel H | Cinturato Gravel M | Cinturato Gravel S
Rene Herse: Corkscrew Climb TC Semi-Slick
Schwalbe: G-One RS Pro | G-One RX Pro | G-One R Pro | Thunder Burt | G One Overland Pro
Specialized: Pathfinder TLR | Tracer TLR | Terra TLR
Vittoria: Terreno Pro T30 | Terreno Pro T50 | Terreno Pro T60
WTB: Vulpine S | Vulpine | Resolute

Der beste Gravel Reifen Race Allrounder Vergleich 2026 Test Review WEB 03740 1140x760


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Text: Julian Schwede Fotos: Jan Fock

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Julian Schwede
Freelance Editor

Juli ist es gewohnt, mit großen Kalibern umzugehen. Er schraubt nicht nur gerne an seinem Bike, sondern hat nach seiner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker an der Königsklasse der Kraftfahrzeuge – Omnibussen – getüftelt und gewerkelt. Als ihm die Entwicklung auf Elektroantriebe im Großformat zu langsam ging, hat er technische BWL studiert und nebenher Tische aus Carbon gebaut. Während sein Dirtbike aus dicken Alu Rohren geschweißt ist, besteht sein Fully ebenfalls aus den schwarzen Fasern und hat ihn schon auf einige Gipfel gebracht. Doch auch angeseilt erklimmt er Berge gern über Klettersteige oder senkrecht an der Wand. Mittlerweile fährt er statt seinem eigenen Bike fast nur noch Bikes aus dem Office-Keller und testet sie auf Leib und Lenker. Neben Bike Reviews kümmert Juli sich auch um das tägliche Newsgeschäft und bezeichnet sich selbst als rasenden Reporter “Carlos Columbus”.

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