
Der Challenge Getaway XP soll vor allem auf Hardpack mit leichtem Schotteranteil überzeugen, während für grobes Gelände der Gravine XP vorgesehen ist. In der XP-Ausführung (Xtra Protection) verspricht er vor allem hohen Pannenschutz und viel Widerstandsfähigkeit – auch für Langstrecken-Abenteurer und Ultra-Racer.
Wie sein Bruder ist auch der Getaway teilweise handgefertigt und in Open-Tubular-Bauweise aufgebaut: Profilierte Lauffläche und tragende Karkasse werden händisch verklebt, was zu einer flachen Reifenform führt, die sich nur mit Nachdruck in die Felge zwingen lässt – mehr dazu im Test.
Auf der Flucht – Der Challenge Getaway XP im Gravel-Reifen-Test 2026
Die Kombination aus zurückhaltendem Profil auf dem Mittelsteg und ausgeprägten Stollen an den Flanken des Challenge Getaway XP geht im Test auf: Der Reifen vereint gute Rolleigenschaften mit stabilem Seitenhalt und lässt sich auf Schotter wie Hardpack kaum an seine Grenzen bringen. Erst bei richtigen Schlammschlachten muss man sich ums Wegrutschen und durchdrehende Hinterreifen Gedanken machen. Im Trockenen überzeugt der Getaway XP mit gleichmäßigem Einlenken und sehr großen Reserven im Grenzbereich. Der Übergang vom Mittelsteg auf die Seitenstollen ist kaum zu spüren und der Reifen lenkt gleichmäßig und berechenbar ein.
Beim Rollwiderstand ist er um rund 2 W effizienter als der grobstollige Challenge Gravine XP und liegt mit 15,2 W im Testmittelfeld. Gleichzeitig bietet er starken Pannenschutz auf Top-Niveau: maximaler Durchschlagschutz und sehr robuste Flanken, dazu hohe Sicherheit auch im Durchstichtest. Das Gewicht von 665 g (rund 100 g über dem Durchschnitt) fällt in der Praxis kaum negativ auf – der Reifen wirkt effizient, flink und komfortabel dank guter Eigendämpfung.
Die eigentlich gute Ausgangsposition für einen Testsieg verspielt der Getaway XP jedoch durch die extrem aufwändige Montage: Schon das initiale Aufziehen ist ein Kraftakt und kaum ohne Hilfsmittel oder abgebrochene Reifenheber zu bewerkstelligen. Die Frage, wie sich der Reifen bei einer Panne unterwegs wieder zuverlässig montieren lässt, bleibt offen – auch wenn der hohe Pannenschutz dieses Szenario möglichst ausschließen soll.
AGILITÄT
- träge
- ausgeglichen
- verspielt
GRIP
- niedrig
- hoch
KOMFORT
- gering
- hoch
ROLLWIDERSTAND
- langsam
- schnell
DURCHSCHLAGSCHUTZ
- gering
- hoch
DURCHSTICHSCHUTZ
- gering
- hoch
Fazit zum Challenge Getaway XP
Der Challenge Getaway XP rollt spürbar besser als sein Markenbruder Gravine XP bei vergleichbarem Pannenschutz und bietet kontrollierbaren, verlässlichen Grip auf nahezu allen trockenen Untergründen. Schwächen bei der Traktion offenbaren sich vor allem bei Nässe und weichen Untergründen. Allerdings teilt er sich auch das größte Manko mit dem Gravine: die extrem aufwändige Montage.
Tops
- sehr guter, berechenbarer Grip
- top Pannenschutz
- gutes Grip-Effizienz-Verhältnis
Flops
- Montage kostet Kraft, Nerven und Reifenheber
Herstellungsland Thailand | Maße (ETRO) 45-622 | Breite in mm¹ 46,36
Höhe in mm¹ 40,78 | Gewicht 665,1 g | Preis 82,90 €
¹gemessene Dimensionen mit 1,75 – 3,0 Bar, abhängig von Reifenbreite
Mehr Informationen unter challengetires.com.
Das Testfeld
Dieser Reifen wurde im Rahmen des Gravel-Reifen-Vergleichstests 2026 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Gravel-Reifen erhaltet ihr im großen großen Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026. Für die Top-Modelle im Rennbereich schaut ihr euch am besten den Race-Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026 an.
Challenge: Getaway XP | Gravine XP
Continental: Dubnital | Terra Adventure | Terra Competition | Terra Hardpack | Terra Speed
Goodyear: Connector Inter | Connector Speed
Hutchinson: Caracal Race
MAXXIS: Rambler | Reaver
Michelin: Power Adventure | Power Gravel
Pirelli: Cinturato Gravel H | Cinturato Gravel M | Cinturato Gravel S
Rene Herse: Corkscrew Climb TC Semi-Slick
Schwalbe: G-One RS Pro | G-One RX Pro | G-One R Pro | Thunder Burt | G One Overland Pro
Specialized: Pathfinder TLR | Tracer TLR | Terra TLR
Vittoria: Terreno Pro T30 | Terreno Pro T50 | Terreno Pro T60
WTB: Vulpine S | Vulpine | Resolute
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Text: Julian Schwede Fotos: Jan Fock
Wer schreibt hier?
Julian Schwede
Freelance Editor
Juli ist es gewohnt, mit großen Kalibern umzugehen. Er schraubt nicht nur gerne an seinem Bike, sondern hat nach seiner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker an der Königsklasse der Kraftfahrzeuge – Omnibussen – getüftelt und gewerkelt. Als ihm die Entwicklung auf Elektroantriebe im Großformat zu langsam ging, hat er technische BWL studiert und nebenher Tische aus Carbon gebaut. Während sein Dirtbike aus dicken Alu Rohren geschweißt ist, besteht sein Fully ebenfalls aus den schwarzen Fasern und hat ihn schon auf einige Gipfel gebracht. Doch auch angeseilt erklimmt er Berge gern über Klettersteige oder senkrecht an der Wand. Mittlerweile fährt er statt seinem eigenen Bike fast nur noch Bikes aus dem Office-Keller und testet sie auf Leib und Lenker. Neben Bike Reviews kümmert Juli sich auch um das tägliche Newsgeschäft und bezeichnet sich selbst als rasenden Reporter “Carlos Columbus”.
