32 Reifen, drei Gravel-Bikes und ein Ziel: den besten Gravel-Reifen 2026 zu finden. Wir haben alles getestet, was Rang und Namen hat – von den effizientesten Racing-Slicks, über ambitionierte Allrounder, bis hin zu aggressiven Mountainbike-Reifen. Das Ergebnis? Überraschend, lehrreich, aber vor allem ziemlich dreckig.

Du willst nur wissen, welcher Reifen dich am schnellsten ins Ziel bringt? Den Test um die schnellsten Race-Gravel-Reifen 2026 findest du hier.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Warum ist Gravel so unterschiedlich?
  2. Warum der richtige Reifen mehr Unterschied macht als der nächste Rahmen
  3. Die besten Gravel-Reifen im Überblick
  4. Was macht den perfekten Gravel-Reifen aus?
  5. Girona, Schotter und hulk-grüne Dichtmilch – Die besten Gravel-Reifen im Test
  6. Die Ergebnisse – Welcher Gravel-Reifen ist der beste im Test 2026?
  7. Was muss man über Gravel-Reifen wissen? – 8 Erkenntnisse aus 32 Reifen
  8. Gravel-Reifen-Testsieger, Kauftipp und Editor’s Choice
  9. Tops & Flops
  10. Fazit

Es gibt Dinge, die man nicht sehen kann, aber sofort spürt. Der Moment, wenn ein Reifen auf Schotter plötzlich die Traktion verliert und man instinktiv zusammenzuckt. Oder das Gegenteil: das berauschende Gefühl von Sicherheit, wenn ein Reifen in der Abfahrt auf der Strecke klebt, egal wie schnell man sich in die Kurve legt. Dabei machen Gravel-Reifen mehr aus, als man denkt. Eigentlich machen sie alles aus.

Die Reifen sind das einzige Bauteil am Bike, das permanent in Kontakt mit dem Untergrund steht. Sie entscheiden über Grip, Effizienz, Komfort und Pannensicherheit. Und dennoch landen sie bei vielen Überlegungen rund um das perfekte Gravel-Setup weit hinten, irgendwo nach Rahmen, Laufrädern und Antrieb. Mit dem großen GRAN FONDO-Test um die besten Gravel-Reifen 2026 soll sich das ändern und die Reifen die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Wir liefern eine klare, datenbasierte und praxiserprobte Antwort auf die Frage, welcher Gravel-Reifen wirklich der beste ist. Wer dagegen nur am Racing interessiert ist und den schnellsten Reifen sucht, sollte einen Blick in unsere Auswahl um den besten Race-Gravel-Reifen 2026 werfen.

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Warum ist Gravel so unterschiedlich?

Gravel ist längst kein Nischenthema mehr. Was einst als Flucht vor dem Straßenverkehr und die Suche nach Freiheit, Flexibilität und Einfachheit begann, hat sich zu einer der vielfältigsten Disziplinen im Radsport entwickelt. Da ist die Gravel-Racerin, die maximale Effizienz auf schnellen Schotterpisten sucht. Daneben der Pendler, der täglich zwischen Asphalt und Feldweg wechselt und einen Reifen braucht, der einfach alles kann. Und dann noch der Bikepacker, der mit schwer beladenem Rad wochenlang unterwegs ist. Drei von unzähligen, komplett unterschiedlichen Einsatzbereichen – und dennoch sollen sie alle unter dem Begriff Gravel-Reifen zusammengefasst werden.

Das führt zwangsläufig zu einem Problem, das sich im Marketing-Dschungel der Gravel-Welt zementiert. Jeder Hersteller will die schnellsten, griffigsten und pannensichersten Reifen im Programm haben. Allesamt werben sie mit einzigartigen Gummimischungen, revolutionären Karkassen und praxiserprobten Profilen. Und jeder definiert Begriffe wie Allround, Racing oder Adventure ein bisschen anders. Daraus ergibt sich eine unübersichtliche Produktlandschaft, in der selbst erfahrene Gravel-Rider den Überblick verlieren. Genau hier setzt der GRAN FONDO-Test um die besten Gravel-Reifen 2026 an. Und wir definieren neben einem Testsieger für den besten Allrounder auch noch einen Kauftipp sowie unsere drei persönlichen Favoriten.

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Warum der richtige Reifen mehr Unterschied macht als der nächste Rahmen

Wir reden viel über Rahmen, Laufräder und Antriebe. Dabei übersehen wir regelmäßig das wirkungsvollste und gleichzeitig günstigste Upgrade überhaupt: den Reifen. Mit Preisen zwischen 40,95 € und 90,00 € pro Reifen ist es auch das preiswerteste Tuning, um den Charakter eines Gravel-Bikes grundlegend zu verändern. Mehr Grip, mehr Effizienz, mehr Komfort: alles möglich, ohne in einen neuen Rahmen oder Laufradsatz investieren zu müssen.

Die Unterschiede sind dabei alles andere als marginal. Zwischen dem effizientesten und dem trägsten Reifen im Test liegen über 11 W Differenz beim Rollwiderstand. Im Set, also Vorder- und Hinterreifen zusammen, sind das über 22 W – deutlich mehr als die meisten Hersteller sich von neuen, aero-optimierten Rahmen versprechen. Ähnlich ausgeprägt sind die Unterschiede beim Gewicht: Fast 250 g trennen den leichtesten vom schwersten Reifen im Test, im Set ein halbes kg. Kein anderes Bauteil hat bei diesem Preisniveau einen vergleichbaren Einfluss auf das Fahrerlebnis. Doch genug zur Bedeutung des Potenzials. Welche Reifen sind im Testfeld vertreten?

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Die besten Gravel-Reifen im Überblick

Hersteller Modell Herstellungsland Maße (ETRO) Preis
Challenge Getaway XP Thailand 45-622 82,90 €
Challenge Gravine XP Thailand 45-622 82,90 €
Continental Terra Speed Germany 45-622 57,90 €
Continental Dubnital Germany 55-622 66,95 €
Continental Terra Competition Germany 45-622 68,95 €
Continental Terra Adventure China 45-622 61,95 €
Continental Terra Hardpack China 50-622 40,95 €
Goodyear Connector Inter Taiwan 45-622 69,95 €
Goodyear Connector Speed Taiwan 45-622 69,95 €
Hutchinson Caracal Race France 45-622 59,99 €
MAXXIS Reaver Taiwan 45-622 58,50 €
MAXXIS Rambler Taiwan 45-622 58,50 €
Michelin Power Adventure Thailand 42-622 61,00 €
Michelin Power Gravel Thailand 40-622 58,00 €
Pirelli Cinturato Gravel H Italy 45-622 79,90 €
Pirelli Cinturato Gravel S France 45-622 72,90 €
Pirelli Cinturato Gravel M Italy 45-622 79,90 €
Rene Herse Corkscrew Climb TC Semi-Slick Japan 44-622 90,00 €
Schwalbe G-One RS Pro Vietnam 45-622 74,90 €
Schwalbe G-One RX Pro Vietnam 45-622 74,90 €
Schwalbe G-One R Pro Vietnam 45-622 74,90 €
Schwalbe Thunder Burt Vietnam 54-622 68,90 €
Schwalbe G One Overland Pro Vietnam 45-622 74,90 €
Specialized Pathfinder TLR Vietnam 45-622 49,00 €
Specialized Tracer TLR Vietnam 45-622 49,00 €
Specialized Terra TLR Vietnam 45-622 49,00 €
Vittoria Terreno Pro T30 Thailand 45-622 88,95 €
Vittoria Terreno Pro T50 Thailand 45-622 88,95 €
Vittoria Terreno Pro T60 Thailand 45-622 88,95 €
WTB Vulpine S Taiwan 45-622 59,95 €
WTB Vulpine China 45-622 59,95 €
WTB Resolute Taiwan 50-622 59,95 €
Durchschnitt 71,38 €

Im Test um den besten Gravel-Reifen 2026 sind alle relevanten und wichtigen Hersteller mit Reifen vertreten. Dabei haben wir gezielt einen bunten Mix aus griffigen, schnellen und allround-fokussierten Pneus mit in die Auswahl genommen.

Und so ist auch die Varianz an Reifendimensionen mindestens so groß wie die Gravel-Welt selbst. Für diesen Test haben wir uns auf 45 mm Breite fokussiert. Das neu etablierte Gleichgewicht aus Effizienz, Grip und Komfort, das in nahezu alle modernen Gravel-Bikes passt. Im Schnitt kommen die getesteten Reifen auf 45,6 mm Breite. Den Großteil bilden klassische 45er. Nach oben stechen die MTB-Reifen Schwalbe Thunder Burt und Continental Dubnital mit 54 bzw. 55 mm heraus, dazu der WTB Resolute und Continental Terra Hardpack mit je 50 mm. Michelin hat kein Modell mit 45 mm im Programm, weshalb wir Power Gravel und Power Adventure in 40 bzw. 42 mm getestet haben.

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Wichtig dabei: Die aufgedruckte Breite ist selten das, was am Bike ankommt. Je nach Felgeninnenbreite fällt ein Reifen in der Praxis breiter oder schmaler aus. Als Faustregel gilt: 3 mm mehr Innenbreite bedeuten rund 1 mm mehr Reifenbreite. Dazu baut ein breiterer Reifen in der Regel auch höher auf, was für die Rahmenfreiheit relevant ist. Es lohnt sich also, vor dem Kauf einen Blick in die Clearance-Angaben des eigenen Bikes zu werfen, damit der neue Traumreifen nicht den schönen Lack zerkratzt.

Doch das ist längst nicht alles, auch im Herstellungsland liegen deutliche Unterschiede. Zwar kommen die meisten Reifen aus Asien, doch einige Hersteller produzieren ihre Gravel-Reifen in europäischen Fabriken. So kommen etwa die komplette Pirelli-Testflotte und der Hutchinson Caracal Race aus der EU, drei der fünf Continental-Reifen sogar aus Deutschland.

Alles wichtige Kennzahlen und Eckdaten, doch worauf kommt es bei der Reifenwahl denn nun wirklich an?

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Was macht den perfekten Gravel-Reifen aus?

Die Antwort führt durch eine Reihe von Faktoren, die zusammen entscheiden, ob ein Reifen zu Fahrstil, Untergrund und Bike passt. Nicht jeder Parameter ist für jeden gleich wichtig, aber wer die folgenden Aspekte versteht, dem fällt die Reifenwahl deutlich einfacher.

Welchen Luftdruck sollte ich bei Gravel-Tubeless-Reifen fahren?

Fest steht: Den einen perfekten Luftdruck gibt es nicht. Wer euch etwas anderes erzählt, kennt entweder nur einen Untergrund oder fährt nicht wirklich Gravel. Das Optimum hängt von Fahrergewicht, Untergrund, Reifenbreite und Fahrstil ab. Auf glattem Untergrund sinkt der Rollwiderstand mit steigendem Druck. Im Gelände dreht sich das Prinzip um: Ein weicherer Reifen passt sich Unebenheiten besser an und rollt effizienter, weil er an Hindernissen weniger stark abprallt und gleichzeitig mehr Kontaktfläche hat.

Zwei Zehntel Bar weniger machen den Unterschied zwischen Rüttelplatte und geschmeidigem Dahingleiten.

Den persönlichen Sweet Spot findet man am besten durch systematisches Experimentieren auf bekannten Strecken. Wer öfter Bordsteinkanten oder scharfkantige Felsen mitnimmt, sollte trotzdem für ausreichend hohen Druck sorgen, um Durchschläge auf die Felge zu verhindern.

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Warum ist tubeless beim Gravel-Bike besser als ein klassischer Schlauch?

Tubeless ist am Gravel-Bike längst Standard, und das bleibt auch so. Schläuche sind anfälliger für Durchstiche und Durchschläge, ein Tubeless-System dichtet sich bei kleinen Pannen selbst ab. Alle 32 Reifen im Test sind als Tubeless-Variante angetreten. Und auch wenn wir spätestens beim zweiten Challenge-Reifen lautstark nach einem guten alten Schlauch gerufen haben, funktioniert das Setup bei fast allen Reifen im Test problemlos.

Welches Gravel-Profil ist das richtige für mich?

Das Profil ist das Erste, was man sieht, und oft das wichtigste Kaufkriterium. Dabei ist es kein verlässlicher Indikator für die tatsächlichen Fahreigenschaften. Denn was schnell aussieht, muss nicht schnell und auch nicht zwangsläufig rutschig sein. Grundsätzlich gilt: Wenig Profil bedeutet oft mehr Effizienz auf hartem Untergrund. Ein grobes Profil mit viel Platz zwischen den Stollen sorgt für besseren Grip und Selbstreinigung auf weichen Böden.

Viele der schnellsten Reifen setzen auf eine glatte oder minimal profilierte zentrale Lauffläche mit aggressiveren Stollen an den Flanken. Dabei zeichnen sich zwei Prinzipien ab: eine breite Lauffläche mit ausgeprägten Seitenstollen, wie beim Schwalbe G-One RS Pro, und eine schmale, komplett glatte Lauffläche mit weniger aggressiven Übergängen, wie beim Specialized Pathfinder TLR. Beides funktioniert, hat aber auch seinen Preis. Denn sobald es matschig wird, zollen die Racing-Profile ihren Tribut, während griffigere Reifen mit viel Platz zwischen den Stollen auch auf weichem Boden sicher bleiben.

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Was ist der Unterschied zwischen Karkasse und Gummimischung?

Was sich unter dem Profil verbirgt, ist mindestens genauso wichtig wie das, was man sieht: Karkasse und Gummimischung entscheiden über Pannenschutz, Komfort, Effizienz und Grip. Die Karkasse ist das Gerüst des Reifens. Sie wird in TPI angegeben. Dabei beschreibt der Wert die Anzahl an Fäden pro Zoll (Threads per Inch), die in dem Mantel verbaut sind. Mehr TPI bedeutet ein feineres Gewebe und eine flexiblere Karkasse, die sich besser an den Untergrund anschmiegt, mehr Komfort bietet und in der Regel effizienter rollt, dafür aber empfindlicher gegenüber Durchstichen ist.

Die Gummimischung beeinflusst vor allem Grip und Langlebigkeit. Weichere Varianten haften besser, verschleißen aber schneller. Härtere Mischungen sind langlebiger und rollen effizienter, sind aber weniger griffig. Einige Hersteller bieten ihre Reifen in verschiedenen Stufen an, was die Wahl noch komplexer macht.

Wie viel wiegt ein guter Gravel-Reifen?

Rotierende Masse macht sich bemerkbar, gerade bei der Beschleunigung und an Anstiegen. Aber: Geringes Gewicht ist nicht gleichbedeutend mit Performance. Im Test zeigt sich klar, dass die leichtesten Reifen nicht die schnellsten oder besten sind. Das Gewicht ist eine sinnvolle Orientierungsgröße bei der ersten Auswahl, aber Effizienz, Grip und Pannenschutz stehen klar im Vordergrund.

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Welcher Gravel-Reifen hat den geringsten Rollwiderstand?

Wer effizienter rollende Reifen fährt, kommt mit weniger Leistung schneller ans Ziel – das gilt sowohl für Gravel-Racer am Wettkampfwochenende als auch für Pendler, die ausgeruht im Büro ankommen wollen. Und daher sagt kein anderer Messwert so viel über die Performance eines Reifens aus wie der Rollwiderstand. Zwischen 21,8 W und 10,6 W lagen die Reifen im Test, gemessen bei 20 km/h. Das ist ein Unterschied von über 11 W pro Reifen, im Set über 22 W. Wichtig ist aber auch, diese Werte richtig einzuordnen. Die Labormessungen liefern standardisierte Ergebnisse, unter Kontrolle aller Variablen. Auf Schotter, losem Untergrund oder feuchten Trails verschieben sich allerdings die Verhältnisse. Die Laborwerte sind dennoch der beste verfügbare Anhaltspunkt und ein wichtiger Indikator für die reale Performance.

Welcher Gravel-Reifen fährt am besten?

Reifen formen das Fahrgefühl wie kaum ein anderes Bauteil am Bike. Ob ein Reifen rund, spitz oder flach aufbaut, entscheidet über das Handling und das Kurvenverhalten. Rund aufbauende Reifen bieten ein ausgewogenes, direktes Fahrverhalten und legen sich gleichmäßig in Kurven. Ein kantiger Aufbau mit breiter, flacher Lauffläche sorgt für mehr Kontaktfläche auf der Geraden, erfordert aber etwas mehr Einsatz in der Kurve. Spitz zulaufende Reifen reagieren sehr direkt und sind teils nervös, bieten aber ein sportliches Fahrgefühl.

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Welche Gravel-Reifen bieten den besten Komfort?

An modernen Gravel-Bikes kommt der Komfort fast ausschließlich aus den Reifen. Die gute Nachricht: Kein Reifen im Test war wirklich schlecht im Komfort, denn in 45 mm Breite bieten alle Reifen genug Dämpfung. Dennoch gibt es spürbare Unterschiede. Weiche Karkassen mit hohem TPI-Wert schmiegen sich besser an den Boden an und dämpfen Vibrationen effektiver. Wer Langstrecken auf rauem Terrain fährt, sollte die Karkasse genauso beachten wie die Reifenbreite.

Welcher Gravel-Reifen hat den besten Pannenschutz?

Wer noch nie mitten im Wald mit plattem Reifen gestanden hat, unterschätzt dieses Thema. Dornen, Scherben, scharfkantige Steine, tiefe Schlaglöcher: Abseits des Asphalts kommen Platten häufiger vor als gedacht. Ein Tubeless-System dichtet kleine Stiche zuverlässig ab, aber gegen größere Schnitte und heftige Durchschläge ist auch die beste Dichtmilch machtlos. Pannenschutz lässt sich nicht nur durch tubeless verbessern, sondern vor allem durch die Karkasse selbst. Dickere Schutzlagen schützen besser, zahlen aber einen Preis in Form von mehr Gewicht und höherem Rollwiderstand.

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Wie groß ist ein Gravel-Reifen?

Wer die Gravel-Szene aufmerksam verfolgt, wird die aktuelle Diskussion um 32” als kolportierte nächste Laufrad- und Reifengröße wahrgenommen haben. Aus der MTB-Welt kommend, wo unterschiedliche Laufrad-Setups regelmäßig für hitzige Debatten sorgen, klopft das Format nun auch an die Tür der Gravel-Bikes. Die Theorie dahinter ist verlockend: Ein größeres Rad überwindet Hindernisse mit flacherem Angriffswinkel, rollt dadurch leichter über rauen Untergrund und baut mehr Schwung auf, der sich durch Schlaglöcher und Verwerfungen trägt. Kurz gesagt: mehr Komfort, mehr Kontrolle und mehr Geschwindigkeit auf grobem Terrain. Dazu kommt eine längere Kontaktfläche, die auf losem Untergrund und in Kurven mehr Grip verspricht.

Klingt nach einer Revolution, ist aber noch weit davon entfernt. Denn die Nachteile sind genauso vorhanden. Mehr rotierende Masse bedeutet eine trägere Beschleunigung, schwereres Lenken und ein weniger agiles Bike. Dazu fehlt es noch an Laufrädern, Reifen und Bikes in ausreichender Auswahl, um 32” als alltagstaugliches Format zu bezeichnen. Für diesen Test bleibt daher 700c, also 28”, mit 45 mm Breite das Maß der Dinge.

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Girona, Schotter und hulk-grüne Dichtmilch – Die besten Gravel-Reifen im Test

Eine Kulisse, die für’s Gravel-Testing wie gemacht ist: steile Anstiege, enge Abfahrten, verwinkelte Kurven, schneller Schotter, morastige Trails und sogar ein Bach, der gequert werden musste. An den Ausläufern der Pyrenäen rund um das Off Grid Hotel haben wir eine Strecke gefunden, die die Reifen an ihre Grenzen bringt und alle Szenarien abbildet.

Wer glaubt, 32 Reifen tubeless zu montieren, sei ein Kinderspiel, hat noch nie versucht, einen Challenge-Reifen ohne Nervenzusammenbruch auf die Felge zu zwingen, während die hulk-grüne Dichtmilch dein Shirt in ein modernes Kunstwerk verwandelt.

HUNT 40 Carbon Gravel Race im Härtetest

Alle 32 Reifen wurden auf denselben HUNT 40 Carbon Gravel Race-Laufrädern mit 25 mm Innenbreite und 40 mm Felgentiefe montiert. Ein Satz 1424g leichter hookless Räder, der für nahezu alle Einsatzbereiche passt und identische Testbedingungen garantiert. Im Test hat sich dieser als genau der unspektakuläre Held erwiesen, den man sich für einen Vergleichstest wünscht. Mit ihrer 25 mm breiten Innenweite formen sie moderne 45-mm-Gravel-Reifen rund aus, sorgen für ein berechenbares Handling und schaffen damit die perfekte Grundlage für faire Vergleichbarkeit. Auf dem Trail überzeugen die Carbon-Laufräder mit einer sehr gelungenen Balance aus direkter Kraftübertragung, präzisem Lenkverhalten und überraschend viel Compliance. Gleichzeitig bleiben sie angenehm unauffällig. Kein nervöses Fahrverhalten, keine übertriebene Härte, sondern ein Setup, das unterschiedlichste Reifencharaktere sauber herausarbeitet. Genau deshalb waren die HUNT 40 Carbon Gravel Race für unseren großen Gravel-Reifen-Test die logische Wahl.

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Tubeless im Einsatz: Das große Dichtmilch-Massaker

Ganz ohne Dichtmilch-Sauerei und blaue Daumen ging es trotzdem nicht. Doch dank der hulk-grünen Barkeeper Pro Dichtmilch von Dynamic blieb kein Leck unentdeckt und wurde innerhalb kürzester Zeit erfolgreich abgedichtet. Besonders die Challenge-Reifen haben ihrem Ruf als montage-unfreundliche Pneus alle Ehre gemacht und das Testteam an die Grenzen der Geduld gebracht.

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Als Test-Bikes standen drei grundverschiedene Gravel-Bikes zur Verfügung. Das ROSE Backroad FF steht für sportlich-racing-orientierten Gravel und war die erste Wahl für die effizienten Racing-Slicks. Das Wilier Rave SLR, ebenfalls ein Gravel-Racer, aber deutlich vielseitiger, mit massenhaft Reifenfreiheit, das selbst den Continental Dubnital mit seinen 55 mm aufnimmt. Bleibt noch das 3T Extrema Italia, der Gravel-Monstertruck, gebaut für die gröbsten Untergründe und mit einer Reifenfreiheit, die keine Grenzen kennt.

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Zahlen lügen nicht – Die Gravel-Reifen im Labor

Das Gefühl kann täuschen, besonders beim Rollwiderstand, wo Nuancen von einem Watt subjektiv kaum zu unterscheiden sind. Auch der Pannenschutz lässt sich auf der Strecke schlecht testen, nicht nur weil wir im Fahrtest keinen einzigen realen Platten hatten, sondern auch weil ein Platten selbst unter realen Bedingungen wenig über die tatsächlichen Schutzwerte aussagt. Deswegen wurden alle Reifen im Schwalbe-Testlabor im nordrhein-westfälischen Reichshof unter standardisierten Bedingungen gemessen, mit tatkräftiger Unterstützung des Teams vor Ort.

Der Rollwiderstand wurde bei 20 km/h ermittelt und der Reifen dabei mit 50 kg belastet. Das entspricht in etwa einem 90 kg schweren Fahrer inklusive Bike. Der Reifendruck wurde an die Breite angepasst: 3 bar bei 40 mm, 2,5 bar bei 45 mm und 2 bar bei 50 mm.

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Der Pannenschutz wurde auf zwei Arten gemessen. Beim Durchstichtest wurden zwei Meißel mit unterschiedlichen Durchmessern durch den Reifen gestochen, einmal auf der Lauffläche mit beiden Meißelgrößen und einmal auf der Flanke, hier nur mit einem Meißel. Unsere kumulative Bewertung aus drei Messungen gewichtet den Schutz auf der Lauffläche dabei etwas stärker. Der Durchschlagtest wurde mittels Fallbeil-Prinzip durchgeführt: Ein Metallkeil wurde aus verschiedenen Höhen auf einen aufgepumpten Reifen fallen gelassen und die Höhe gemessen, bei der der Reifen undicht wurde. Das simuliert Schlaglöcher, kantige Felsen und Bordsteinkanten. Beide Ergebnisse geben wir in einer Skala von 1 bis 10 an, wobei höhere Werte bessere Ergebnisse anzeigen. Und wer glaubt, dass ein Labortest keinen Nervenkitzel bedeutet, hat noch nie dabei zugeschaut, wie ein Metallkeil auf einen frisch aufgepumpten Reifen fällt. Spoiler: Es knallt.

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Die Ergebnisse – Welcher Gravel-Reifen ist der beste im Test 2026?

Hersteller Modell Reifenbreite (mm) Gemessene Breite (mm) Gemessene Höhe (mm) Gewicht (g) Durchschlagschutz Durchstichschutz Rollwiderstand (W)
Challenge Getaway XP 45 46,36 40,78 665 10 7 15,2
Challenge Gravine XP 45 46,3 41,98 681 10 7 17,2
Continental Terra Speed 45 43,8 40,43 530 1 7 12,5
Continental Dubnital 55 54,3 52,13 618 3 6 14,7
Continental Terra Competition 45 44,9 41,83 494 3 7 11,1
Continental Terra Adventure 45 43,4 41,63 547 1 9 19,2
Continental Terra Hardpack 50 48,9 45,03 566 2 5 13,4
Goodyear Connector Inter 45 45,7 40,33 559 2 3 14,0
Goodyear Connector Speed 45 46,8 39,78 518 2 3 14,2
Hutchinson Caracal Race 45 46,4 42,13 564 3 1 12,3
MAXXIS Reaver 45 46,8 41,63 511 3 5 14,9
MAXXIS Rambler 45 46,6 42,98 557 3 5 14,8
Michelin Power Adventure 42 42 38,23 452 1 1 14,6
Michelin Power Gravel 40 42,2 38,43 515 3 6 17,5
Pirelli Cinturato Gravel H 45 46 40,43 574 3 6 13,5
Pirelli Cinturato Gravel S 45 47,5 43,43 621 3 2 16,3
Pirelli Cinturato Gravel M 45 47,4 41,28 604 3 4 13,4
Rene Herse Corkscrew Climb TC Semi-Slick 44 42,3 38,13 526 1 1 16,5
Schwalbe G-One RS Pro 45 43,7 39,83 516 3 7 10,6
Schwalbe G-One RX Pro 45 45,8 42,83 589 5 8 13,9
Schwalbe G-One R Pro 45 43,3 40,13 548 2 9 12,2
Schwalbe Thunder Burt 54 51 45,81 570 4 4 13,0
Schwalbe G One Overland Pro 45 44,4 40,03 590 4 7 14,1
Specialized Pathfinder TLR 45 43,1 38,33 500 2 7 12,3
Specialized Tracer TLR 45 43 39,63 499 3 5 14,5
Specialized Terra TLR 45 43 39,83 475 1 5 14,2
Vittoria Terreno Pro T30 45 44,9 40,33 655 5 2 15,8
Vittoria Terreno Pro T50 45 44,7 40,93 700 6 2 15,7
Vittoria Terreno Pro T60 45 44,8 41,93 667 7 2 16,6
WTB Vulpine S 45 44,6 40,93 576 5 4 18,2
WTB Vulpine 45 44,2 41,03 579 2 2 20,2
WTB Resolute 50 48,3 44,93 669 6 5 21,8
Durchschnitt 45,7 45,4 41,4 564 3 5 14,8

Zahlen lügen nicht. Aber manchmal erzählen sie nur die halbe Geschichte, und die andere Hälfte steckt im Schlamm auf der Abfahrt.

Beim Blick auf die Dimensionen fällt auf, wie viele Reifen die angegebene Breite nicht halten. So sind vor allem Pirelli Cinturato Gravel M und Cinturato Gravel S knapp 2,5 mm breiter als angegeben. Die gesamte Specialized Reifen-Familie aus Pathfinder TLR, Terra TLR und Tracer TLR fällt dagegen rund 2 mm schmaler aus als auf der Flanke aufgedruckt. Wer einen Rahmen mit knapper Reifenfreiheit hat, sollte das im Hinterkopf behalten.

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Beim Pannenschutz zeigen sich einige der größten Überraschungen des Tests. Der Durchschlagschutz der Challenge Gravine XP und Getaway XP ist schlicht sensationell. Beide erzielen den Höchstwert von 10, während der Rest des Testfeldes mit deutlichem Abstand dahinter liegt. Kein anderer Reifen kommt auch nur annähernd an die Performance der Challenge-Reifen ran. Die Frage, ob das schon über das Ziel hinausschießt, ist berechtigt, denn dieser Schutz wird über mehr Gewicht und einen etwas höheren Rollwiderstand erkauft. Beim Durchstichschutz sieht die Welt etwas anders aus: Continental Terra Adventure und Schwalbe G-One RX Pro führen hier mit jeweils 9 Punkten klar das Feld an, die Challenge-Reifen landen mit 7 Punkten auf einem sehr guten, aber nicht herausragenden Niveau.

Der Conti Terra Competition auf trockenem Schotter ist das Fahrrad-Äquivalent zu Slicks auf der Rennstrecke – solange es nicht regnet, ist alles gut.

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Auch der Grip birgt ein paar echte Überraschungen. Dass Continental Dubnital und Schwalbe Thunder Burt als MTB-Reifen hervorragend performen und die höchsten Grip-Werte des Tests erzielen, war zu erwarten. Aber dass der Pirelli Cinturato Gravel S und der Vittoria Terreno Pro T60 fast genauso viel Traktion aufbauen wie die Mountainbike-Reifen, zeigt, wie weit die Entwicklung bei griffigen Gravel-Reifen vorangeschritten ist. Noch überraschender ist, wie gut sich manche Racing-Reifen beim Grip schlagen. Continental Terra Competition, Terra Speed sowie Schwalbe G-One R Pro und G-One RS Pro liefern überraschend viel Traktion, was vor allem auf das weiche Casing zurückzuführen ist. Dass diese Reifen auf Matsch komplett einbrechen, ist der Preis für ihre Effizienz, aber auf schnellem, festem Gravel sind sie dafür unschlagbar.

Über 22 Watt Differenz im Set? Das fühlt sich an wie Fahren mit angezogener Handbremse.

Bleibt noch die Effizienz, und hier ist die Rangfolge klar. Der Schwalbe G-One RS Pro führt mit 10,6 W das Feld an, gefolgt vom Continental Terra Competition mit 11,1 W. Beide spielen in einer eigenen Liga, klar abgesetzt vom Rest. Am anderen Ende der Skala liegen der WTB Resolute mit 21,8 W, dicht gefolgt vom WTB Vulpine mit 20,2 W. Wer einen eigenständigen Deep Dive zu den schnellsten Gravel-Reifen 2026 sucht, für den haben haben wir die Geschwindigkeitsfrage nochmals gesondert im Test um den schnellsten Gravel-Reifen fürs Rennen aufgedröselt. Wer dagegen lieber einfach losfährt: Der Testsieger steht weiter unten.

Der beste Gravel Reifen Race Allrounder Vergleich 2026 Test Review WEB 3147 1140x760

Was muss man über Gravel-Reifen wissen? – 8 Erkenntnisse aus 32 Reifen

Jeder Test hinterlässt Spuren, nicht nur auf den Test-Bikes. Nach mehreren Tagen Fahren, unzähligen Tubeless-Montagen und Stunden im Labor haben wir einige Erkenntnisse mitgenommen, die weit über die reinen Zahlen hinausgehen.

Kaum ein Upgrade verändert dein Bike so sehr wie der richtige Reifen.

1. Was das Profil über einen Gravel-Reifen aussagt
Das Profil eines Reifens bildet den ersten Eindruck, und der ist oft trügerisch. Der WTB Vulpine S etwa sieht mit seinem dezenten Profil aus wie ein Racing-Slick, landet aber mit 18,2 W am hinteren Ende der Effizienz-Tabelle. Im Gegenzug ist der Schwalbe G-One RX Pro mit seinem ausgeprägten Profil optisch auf Grip getrimmt, rollt aber mit 13,9 W bemerkenswert effizient und überholt dabei so manchen optischen Favoriten. Beim Grip ist das Profil dagegen ein recht verlässlicher Indikator: Mehr und aggressivere Stollen bedeuten in der Regel mehr Traktion.

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2. Wie schwer ist es, einen Gravel-Reifen aufzuziehen?
Eigentlich lassen sich fast alle Reifen im Test problemlos montieren. Manchmal braucht es Reifenheber, aber grundsätzlich ist der Prozess einfach. Und dann ist da noch Challenge. Die Reifen aus Italien sind montage-feindlich wie kaum ein anderes Produkt im Test, und das nach dem Gravel-Vergleichstest 2023 und dem Rennrad-Reifen-Test 2025 schon zum dritten Mal in Folge. Die flache Form, die enge Passgenauigkeit und die extrem straffe Wulst machen die Montage zu einem echten Charaktertest. Starke Daumen, gute Nerven und ein Kompressor sind Pflicht. Unser Tester Jan hat bei der Montage des vierten Challenge-Reifens in Folge das Handtuch geworfen und sich einen Kaffee geholt. Das sagt eigentlich alles. Bei einer Panne unterwegs ohne Hilfsmittel wird das schnell zur unangenehmen Angelegenheit.

3. Ist ein leichter Gravel-Reifen besser?
Das Gewicht als Kennzahl bringt etwas absolut Vergleichbares. 500 g klingt eben besser als 650 g. Aber im Test zeigt sich klar: Ein leichter Reifen ist kein guter Reifen, nur weil er leicht ist. Die Vittoria-Reifen sind mit rund 700 g zwar die schwersten im Testfeld, bieten aber Pannenschutz und Rollwiderstand im Mittelfeld. Die Challenge-Reifen wiegen über 650 g, sind aber pannensicherer als fast jeder andere Reifen im Test. Dagegen sind die Michelin Power Adventure die leichtesten, bieten aber auch den schlechtesten Pannenschutz und liegen hinsichtlich der Effizienz nur im Durchschnitt. Gewicht ist also eine sinnvolle erste Orientierungsgröße, aber als alleiniges Kriterium funktioniert es nicht immer.

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4. Kann man einen Mountainbike-Reifen am Gravel-Bike fahren?
Continental Dubnital und Schwalbe Thunder Burt bieten hervorragenden Grip, der im Testfeld unerreicht bleibt, gute Compliance auf grobem Untergrund und überraschend moderate Rollwiderstände. So kommt der Thunder Burt auf 13,0 W und bewegt sich damit im oberen Mittelfeld. Natürlich gibt es Einschränkungen: Das Handling ist träger und die Reifenfreiheit am eigenen Bike muss stimmen. Wer maximalen Grip über alles andere stellt und das entsprechende Bike hat, sollte diese Alternativen ernsthaft in Betracht ziehen.

5. Gibt es aerodynamische Gravel-Reifen?
Im Rennrad-Bereich ist Aerodynamik längst zur Religion geworden. Am Gravel-Bike glauben wir aber an keinen Gott, was angesichts von 45 mm breiten, stollenbestückten Pneus auf losem Schotter nicht weiter verwunderlich ist. Eine Ausnahme bildet der Continental Terra Competition, der laut Continental aerodynamisch optimiert ist. Mit 11,1 W Rollwiderstand landet er auf Platz zwei der Effizienz-Rangliste. Ob er unter Einbezug der Aerodynamik den Schwalbe G-One RS Pro geschlagen hätte, lässt sich ohne Windkanaltests schlicht nicht sagen. Wie viel aerodynamisches Optimierungspotenzial in einem 45 mm breiten Gravel-Reifen tatsächlich steckt, bleibt eine spannende Frage für die kommenden Jahre.

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6. Wie wichtig ist Komfort am Gravel-Bike?
In unserem Testfeld bieten fast alle Modelle einen guten Grundkomfort, vorausgesetzt der Luftdruck stimmt. Und genau hier liegt der entscheidende Punkt: Wer breite Reifen mit zu hohem Druck fährt, verschenkt den größten Komfort-Gewinn. Ein paar Zehntel Bar weniger können den Unterschied zwischen einem holprigen und einem geschmeidigen Fahrerlebnis ausmachen. Wer zusätzlich auf eine weiche Karkasse mit hohem TPI setzt, holt noch mehr Komfort-Potenzial aus seinem Setup heraus, besonders auf langen Touren.

7. Muss ein Gravel-Reifen viel Pannenschutz bieten?
Pannenschutz ist nicht gleich Pannenschutz. Im Test zeigt sich sehr deutlich, dass ein hoher Durchstichschutz nicht automatisch auch einen hohen Durchschlagschutz bedeutet. Challenge optimiert auf den Durchschlagschutz und landet in dieser Kategorie in einer eigenen Liga. Im Durchstichschutz agieren die Italiener auf gutem, aber nicht außergewöhnlichem Niveau. Continental und Schwalbe dagegen priorisieren den Durchstichschutz und liegen beim Durchschlag im guten Mittelfeld. Für den Gravel-Alltag ist das eine wichtige Unterscheidung. Denn Stiche durch Dornen, Scherben oder spitze Steine kommen auf Gravel deutlich häufiger vor als Durchschläge an scharfkantigen Hindernissen.

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8. Warum gibt es so viele verschiedene Gravel-Reifen?
Nach 32 getesteten Reifen, drei Test-Bikes und unzähligen Kilometern Schotter bleibt vor allem eine Erkenntnis: Es gibt keinen Reifen, der für alle perfekt passt. Die Gravel-Welt ist vielfältig, und das Reifensegment spiegelt das wider. Ein Rennreifen, der auf schnellem Schotter dominiert, wäre auf nassem Singletrail fehl am Platz. Ein Mountainbike-Reifen mit maximaler Traktion wäre für den täglichen Pendel-Einsatz overkill. Die Kunst liegt darin, den eigenen Einsatzbereich zu kennen und den Reifen daran auszurichten. Wer das tut, gewinnt mehr Performance und mehr Fahrspaß als mit jedem anderen Bauteil zum gleichen Preis. Es lohnt sich also, den Reifen-Dschungel zu betreten. Hier versteckt sich der perfekte Reifen für euch. Er wartet nur darauf, entdeckt zu werden, und wir haben euch schon mal die Machete bereitgelegt.

Gravel-Reifen-Testsieger, Kauftipp und Editor’s Choice

Nach allem, was wir gemessen, gefahren und analysiert haben, gibt es Reifen, die sich klar aus dem Testfeld abheben, entweder weil sie in einer einzelnen Kategorie dominieren oder weil sie in der Breite einfach keine echten Schwächen offenbaren.

Testsieg: Schwalbe G-One RX Pro

Schwalbe G ONE RX Pro 2026 MAG TS Allrounder 1140x760

Mit dem G-One RX Pro hat Schwalbe einen unglaublich vielseitigen Gravel-Reifen im Programm, der ohne Schwächen genau die angegebenen Versprechen liefert. Überraschend schnell, mit unglaublich viel Grip, gepaart mit guter Compliance und herausragendem Pannenschutz, ist der G-One RX Pro zu Recht der beste Allrounder und Testsieger. Wer einen Gravel-Reifen für vielseitiges Terrain sucht, kommt am Schwalbe G-One RX Pro nicht vorbei.

Kauftipp: MAXXIS Rambler

Maxxis Rambler 2026 MAG KT Allrounder 1140x760

Der MAXXIS Rambler überzeugt vor allem durch seinen unglaublich hohen Grip und das sichere Fahrverhalten. Trotz des unauffälligen Profils greift sich der Rambler im Untergrund fest und kann den griffigsten Modellen im Testfeld das Wasser reichen. Dabei baut der Pneu rund auf und bleibt schön effizient – eine hervorragende Kombination für den Alltag – und der Kauftipp im Gravel-Reifen-Test 2026.

Die schnellsten Gravel-Reifen 2026
Einen eigenen Deep Dive zu den schnellsten Gravel-Reifen 2026 findet ihr im Test um den schnellsten Gravel-Reifen 2026. Dennoch wollen wir euch auch hier Testsieger und Kauftipp vorstellen.

Continental Competition 2026 MAG TS Race 600x400
Testsieger Bester Race-Gravel-Reifen 2026
Continental Terra Competition
Schwalbe G ONE R Pro 2026 MAG KT Race 600x400
Kauftipp Bester Race-Gravel-Reifen 2026
Schwalbe G-One R Pro

Editors’ Choice:

Zahlen und Daten sagen viel, aber nicht alles. Als Tester und Redakteure bringen wir neben den Messwerten auch unsere ganz eigenen Vorlieben, Erfahrungen und Ansprüche ans Bike mit. Was für den einen der perfekte Allrounder ist, ist für den anderen zu zahm, zu schwer oder schlicht nicht spritzig genug. Unsere persönlichen Favoriten aus dem Testfeld spiegeln genau das wider: drei unterschiedliche Charaktere, drei unterschiedliche Anforderungen, drei Reifen, die uns auch nach dem Test noch begeistern.

Rene Herse Corkscrew Climb 2026 Test Review WEB 1566 600x400
Jan mag Reifen mit Charakter und schätzt das Besondere. Als Style-Guide und berüchtigter Coffee-Ride-Experte muss auch ein außergewöhnlicher Reifen an das frisch polierte ROSE Backroad FF. Seine Wahl fällt auf den René Herse Corkscrew Climb TC Semi-Slick.
Pirelli Cinturato Gravel S 2026 Test Review WEB 1519 600x400
Juli kommt vom Mountainbike und liebt Grip über alles. Doch am Gravel-Bike will er von MTB-Reifen nichts wissen. Er setzt auf die maximal griffigen und agilen Pirelli Cinturato Gravel S. Die perfekte Wahl für sein Monster-Gravel, das 3T Extrema Italia.
Continental Terra Speed 2026 Test Review WEB 2 600x400
Calvin schätzt ein agiles und schnelles Gravel-Bike, hat aber mittlerweile Albträume vom Reifen testen. Daher bleibt er bei den ihm über die Jahre ans Herz gewachsenen Continental Terra Speed. In Kombination mit dem Wilier Rave SLR schwärmt er von einem Fahrgefühl, das nach dem Test noch überzeugender ist als davor.

Tops & Flops

Tops

Pirelli Cinturato Gravel S 2026 Test Review WEB 1518 600x400
Als griffigster Gravel-Reifen im Testfeld überzeugt der Pirelli Cinturato Gravel S.
Challenge Gravine 2026 Test Review WEB 1610 600x400
Der Challenge Gravine XP begeistert uns im Test durch die schickste Optik.
Der beste Gravel Reifen Race Allrounder Vergleich 2026 Test Review WEB 8487 1 600x400
Beide Challenge-Reifen überzeugen mit einem herausragend guten Pannenschutz.
Schwalbe G ONE RS PRO 2026 Test Review WEB 1581 600x400
Der Schwalbe G-One RS Pro ist ungeschlagen der schnellste Reifen im Test.
Continental Terra Competition 2026 Test Review WEB 1 1 600x400
Der Continental Terra Competition überzeugt durch erstklassigen Komfort und ein einzigartiges Profil.
Der beste Gravel Reifen Race Allrounder Vergleich 2026 Test Review WEB 2258 600x400
Durch den Fokus auf Nachhaltigkeit glänzen die Vittoria Terreno Pro-Reifen.

Flops

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Wie auch bei vergangenen Tests enttäuschen die Challenge-Reifen bei der Montage.
Rene Herse Corkscrew Climb 2026 Test Review WEB 1560 600x400
Der René Herse Corkscrew Climb TC Semi-Slick macht zwar viel Spaß beim Fahren, ist aber auch sehr teuer.
Der beste Gravel Reifen Race Allrounder Vergleich 2026 Test Review WEB 1849 600x400
Alle Vittoria Terreno Pro sind im Testfeld mit Abstand die schwersten Reifen.
Der beste Gravel Reifen Race Allrounder Vergleich 2026 Test Review WEB 8525 600x400
Michelin Power Adventure und René Herse Corkscrew Climb TC Semi-Slick bilden das Schlusslicht in Sachen Pannenschutz.
Der beste Gravel Reifen Race Allrounder Vergleich 2026 Test Review WEB 8547 1140x760
Wirkliche Offroad-Passagen sollte man mit den Goodyear Connector Speed und WTB Vulpine S vermeiden, denn die Reifen bilden das Schlusslicht hinsichtlich des Grips.

Fazit

32 Reifen und ein klares Ergebnis: Der Gravel-Reifen-Markt ist so vielfältig wie die Gravel-Welt selbst, und das ist eine gute Nachricht. Für jedes Terrain, jeden Fahrstil und jedes Budget gibt es den richtigen Pneu. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Reifen tatsächlich größer als erwartet und die Überraschungen zahlreich. Dennoch gibt es Reifen, die besonders herausstechen und sich durch eine herausragende Spezialisierung oder eine perfekt ausgeglichene Performance auszeichnen. Falls ihr nach diesem Test also immer noch den falschen Reifen kauft: Wir haben alles versucht.

32 Reifen, taube Daumen und ein Bike, das dank der Dichtmilch jetzt aussieht wie ein Statist aus Shrek. Wir haben alles gegeben, damit ihr es nicht müsst.

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Text: Calvin Zajac Fotos: Jan Fock

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