Dieses Bikes wurde im Rahmen des großen Gravel-Bike-Test 2026 unter die Lupe genommen – dort findet ihr einen Überblick über das Testfeld, unsere Testkriterien, sowie alle anderen getesteten Gravel-Bikes.

Seit dem letzten großen Update hat ROSE sein Gravel-Line-Up konsequent aufgeteilt und fährt jetzt noch deutlicher zweigleisig: Wer auf Sekundenjagd geht, greift zur kompromisslosen Rennfeile Backroad FF. Geht es aber um ungebändigten Entdeckergeist, Autarkie und vollgepackte Bikepacking-Trips, schlägt die Stunde des klassischen Backroads. Genau diese Abenteuer-DNA gießen die Bocholter mit dem ROSE Backroad AL in ein robustes, alltagstaugliches Aluminium-Gewand – maßgeschneidert für Einsteiger, Pendler und echte Touren-Fans.
Mit einem Preisschild von rund 2.500 € tritt das Bike in unserem großen Gravel-Vergleichstest 2026 an, um zu beweisen, dass Gravel-Biken kein sündhaft teures Carbon-Budget voraussetzt. ROSE hat seine Hausaufgaben gemacht: Trotz des günstigeren Werkstoffs bringt das Backroad AL moderne Finessen wie ein voll integriertes Rahmenstaufach im Unterrohr, eine entspannte, tourenfreundliche Geometrie und massig Anschraubpunkte für das komplette Reise-Gepäck mit. Doch reicht eine clevere Feature-Liste aus, um sich auf dem Trail gegen die starke Konkurrenz zu behaupten? Oder geht dem Alu-Packesel am Ende doch die Puste aus?
Das ROSE Backroad AL im Detail – Fürs große Abenteuer?
Der Rahmen des ROSE Backroad AL versteckt sein Material gekonnt: Die Rohrübergänge sind derart glatt und gleichmäßig verschliffen, dass sich das Alu-Modell auf den ersten Blick kaum von einem deutlich teureren Carbon-Gravel-Bike unterscheidet. Die versteckten Kabel und der matte, erdige Lack im sandigen Dune-Colorway sorgen für einen bulligen, aber sehr cleanen Look. Mit diesem massiven Auftritt landet unser Testrad in Größe M bei 10,92 kg und damit ein gutes Stück über dem Durchschnitt.
Rose Backroad AL 2025
2.500 €
Ausstattung
Sattelstütze Rose Viper 30,9
Bremsen Shimano GRX 180/160 mm
Schaltung Shimano GRX RX610 1x12
Kettenblatt 40 T
Vorbau Rose 90 mm
Lenker Rose Gravel 420 mm
Laufräder Rose G25 12x100 / 12x142
Reifen Continental Terra Adventure 45 x 700C
Kurbeln Shimano FC-RX610-1 170 mm
Kassette Shimano SLX CS M7100 10-51 T
Technische Daten
Größe XXS XS S M L XL XXL
Gewicht 10,92 kg
Besonderheiten
Rahmenstaufach integriert
Anschraubbare Rahmentasche
Powerbank Vorbereitung im Rahmenstaufach
Große 180 mm Bremsscheibe
Ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preis- und Materialklasse ist das integrierte Staufach im Unterrohr, das serienmäßig direkt eine passende Tasche für das Pannenset mitbringt. In Sachen Abenteuertauglichkeit schießt das ROSE ohnehin den Vogel ab: Neben massig Anschraubpunkten an Gabel und Rahmen glänzt es mit einem bereits vorinstallierten Kabelbaum im Unterrohr. Hier lässt sich eine Powerbank anschließen, deren Energie über einen integrierten Ladeport direkt unter dem Vorbau für Smartphone oder Radcomputer angezapft werden kann.
Keine wilden Experimente, sondern pure, bewährte Verlässlichkeit – das ist die Geometrie-Devise beim ROSE Backroad AL. Mit einem Reach von 395,5 mm und einem Stack von 583 mm (Größe M) positioniert es den Fahrer extrem ausbalanciert und tourenfreundlich im Rad. Diese aufrechte Haltung schont Nacken und Schultern auf langen Bikepacking-Trips spürbar. Die moderaten 430-mm-Kettenstreben und der 1.041 mm lange Radstand formen einen Rahmen, der nicht durch nervöse Wendigkeit überrascht, sondern mit einem absolut gutmütigen, berechenbaren Fahrverhalten glänzt. Ein Setup, das besonders Einsteigern auf losem Schotter vom ersten Meter an massiv Vertrauen schenkt.
| Größe | XXS | XS | S | M | M/L | L | XL | XXL |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 510 mm | 525 mm | 545 mm | 560 mm | 575 mm | 590 mm | 615 mm | 628 mm |
| Sattelrohr | 440 mm | 460 mm | 480 mm | 490 mm | 510 mm | 530 mm | 555 mm | 580 mm |
| Steuerrohr | 100 mm | 110 mm | 125 mm | 140 mm | 160 mm | 170 mm | 185 mm | 200 mm |
| Lenkwinkel | 70° | 70,5° | 71° | 71,3° | 71,3° | 71,5° | 71,5° | 71,8° |
| Sitzwinkel | 75° | 74,8° | 74,5° | 74,3° | 74° | 73,8° | 73,5° | 73,5° |
| Kettenstrebe | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm |
| Tretlagerabsenkung | 78 mm | 78 mm | 78 mm | 78 mm | 78 mm | 78 mm | 78 mm | 78 mm |
| Radstand | 1.007 mm | 1.016 mm | 1.030 mm | 1.041 mm | 1.054 mm | 1.064 mm | 1.086 mm | 1.097 mm |
| Reach | 365 mm | 374,5 mm | 387 mm | 395,5 mm | 402 mm | 411 mm | 429 mm | 438 mm |
| Stack | 541 mm | 552 mm | 568 mm | 583 mm | 602 mm | 613 mm | 627 mm | 642 mm |
Die Ausstattung des ROSE Backroad AL – Souverän und durchdacht?
Beim Antrieb setzt das Backroad AL auf die mechanische Shimano GRX RX610 1×12-Schaltung. Ein 40T-Kettenblatt an der 170 mm kurzen Kurbel wird mit einer massiven 10–51T Mountainbike-Kassette aus Shimanos SLX-Serie kombiniert. Das Ergebnis ist eine gigantische Bandbreite, die selbst mit vollgepackten Bikepacking-Taschen an steilen Rampen souverän abliefern soll. Für massig Bremspower soll eine große 180-mm-Bremsscheibe an der Front sorgen, die gerade bei Abfahrten mit viel Gepäck wertvolle Sicherheitsreserven bietet und ordentlich zupacken soll.

Ein Rahmenstaufach im Aluminiumrahmen ist in dieser Klasse eine echte Seltenheit, bietet ordentlich Platz und bringt die passende Tasche für das Pannenset serienmäßig direkt mit.

Mit dem 40T-Kettenblatt und 10–51T bietet das Backroad AL eine mehr als ordentliche Übersetzungsbandbreite.
Den Kontakt zum Boden stellen hauseigene ROSE G25 Aluminium-Laufräder her. Darauf sind 45 mm breite Continental Terra Adventure-Reifen montiert, die auf grobem Schotter und in Kurven enorm viel Traktion und Grip generieren sollen, sich in unserem Gravel-Reifen-Vergleichstest 2026 aber als eher behäbig herauskristallisiert haben. An der Front befindet sich das 420 mm breite ROSE Gravel Aluminium-Cockpit.

Saftladen im besten Sinne: Im Unterrohr liegt bereits ab Werk ein Kabelbaum für eine Powerbank bereit, die durch den integrierten USB-C-Ladeport unter dem Vorbau wahlweise Smartphone oder GPS-Computer speist.

ROSE verbaut an der Front eine 180-mm-Scheibe, um die weniger bissigen GRX-Bremsen auszugleichen. Das bringt entscheidende Bremspower bei schwerem Reisegepäck.

Alu oder Carbon? Dank der extrem glatt verschliffenen Schweißnähte unterscheidet sich das Backroad AL auf den ersten Blick optisch kaum von den deutlich teureren Carbon-Modellen im Testfeld.
Das ROSE Backroad AL im Gravel-Bike-Test 2026 – Bikepacker durch und durch?
Schon auf den ersten Metern nimmt einen das ROSE Backroad AL geradezu schützend in den Arm und macht unmissverständlich klar: Wir gehen auf Entdeckungsreise, nicht auf Sekundenjagd. Dieser sympathische Alu-Packesel ist der perfekte Partner für epische Touren abseits von jedem Zeitdruck. Das Handling ist perfekt für Einsteiger: intuitiv, fehlerverzeihend und jederzeit berechenbar. Dank der enormen Laufruhe und des massiven Grips der breiten Continental-Reifen vermittelt das Bike ab dem ersten Tritt ein sattes Sicherheitsgefühl. Es pflügt stoisch über rauen Schotter und bewahrt selbst auf langen, ungemütlichen Abfahrten und mit vollgepackten Taschen seine Ruhe. Von nervösen Tendenzen fehlt hier jede Spur.
Zwar ist das Backroad AL kein agiles Sportgerät für explosive Antritte, doch hat man die Fuhre erst einmal auf Reisegeschwindigkeit gebracht, rollt sie unaufgeregt und verlässlich dahin. In Sachen Komfort zeigt das Rad derweil zwei Gesichter: Die aufrechte, tourenfreundliche Geometrie bettet den Fahrer auf der Langstrecke sehr ergonomisch und entspannt. Gleichzeitig ist das Bike insgesamt sehr steif – harte Schläge werden, mangels Eigendämpfung, spürbar an den Fahrer weitergereicht. Hier ziehen absolute Komfort-Wunder deutlich davon.
Seinen absoluten Trumpf spielt das ROSE hingegen im Bikepacking-Alltag und bei der Handhabung seiner Features aus. Das integrierte Rahmenstaufach im Alu-Unterrohr ist in dieser Preisklasse ein gern gesehenes Feature: Der Verschluss funktioniert intuitiv und der Stauraum ist sehr großzügig bemessen. Die serienmäßig mitgelieferte Tasche für das Pannenset verschwindet völlig klapperfrei im Rahmen. Gepaart mit der smarten Powerbank-Vorbereitung – über die sich das Smartphone oder der Rad-Computer am Lenker unterwegs direkt aus dem Rahmen heraus laden lässt – schnürt ROSE ein sehr smartes Paket.
Tuning-Tipp: Die trägen Continental-Reifen gegen schneller rollende Pneus tauschen, um den Vortrieb zu verbessern.
Für wen ist das ROSE Backroad AL?
Das ROSE Backroad AL ist die Top-Empfehlung für Bikepacking-Einsteiger und alle, die einen verlässlichen, budget-freundlichen Allrounder suchen. Ein leichtfüßiger Trail-Flitzer ist es nicht – dafür ein grundsolider, treuer Begleiter: großzügige Reifenfreiheit, reichlich Anschraubpunkte und sicheres Handling machen es zur perfekten Plattform für die erste große Tour, taugen aber genauso für den täglichen Weg zur Arbeit.

Shorts Gobik Grit 3.0 Bib Short | Schuhe Shimano RX910 S-PHYRE | Socken Gobik ICON
Fazit
ROSE liefert mit dem Backroad AL eine bodenständige, wenig aufregende Interpretation ihrer Adventure-Gravel-Plattform ab. Es punktet mit hoher Vielseitigkeit, sicherem Fahrverhalten und praktischen Details wie dem integrierten Rahmenstaufach. Im direkten Vergleich offenbart es jedoch klare Schwächen: Im Antritt bildet es das träge Schlusslicht des gesamten Tests, die Reifen rollen träge und dem steifen Alu-Rahmen fehlt es spürbar an Eigendämpfung. Wer über die mangelnde Effizienz und Spritzigkeit hinwegsehen kann, bekommt dennoch einen anfängerfreundlichen Packesel für jedes Abenteuer.
Tops
- Rahmenstaufach im Alu-Rahmen
- viele Anschraubpunkte
- cleaner Look
Flops
- wenig Komfort
- träge rollende Reifen
Mehr Informationen unter rosebikes.com.
Das Testfeld
Dieses Bike wurde im Rahmen des Gravelbike Vergleichstest 2026 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Gravelbikes erhaltet ihr hier:
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Text: Jan Fock Fotos: Mike Hunger, Jan Fock
Wer schreibt hier?
Jan Fock
Junior Editor
Jan Fock vereint bei 41 Publishing sportlichen Ehrgeiz mit einem tiefen Verständnis für die Radsportkultur. Der studierte Gesellschaftswissenschaftler bringt ein feines Gespür für Trends und Dynamiken in die Redaktion des GRAN FONDO Magazin ein. Sein Fokus liegt auf dem Testen von High-End-Rennrädern und Gravel-Bikes, wobei seine Leidenschaft besonders dem Bikepacking und sportlichen Feierabendrunden gilt. Jan kombiniert sein Organisationstalent mit akribischen Analysen und bietet in seinen fundierten Kaufberatungen präzise Orientierung für alle ambitionierten Radsportler und Radsportlerinnen.
