
CYCLITE aus Grassau in Oberbayern braucht in der Bikepacking-Community keine lange Vorstellung mehr. Ihre Taschen stehen seit 2020 für eine einfache Gleichung: maximale Funktion, minimales Gewicht.
Mit der NANO-Serie wollen die Produktentwickler das Konzept ihrer bewährten Bikepacking-Taschen nun in ein noch kompakteres Format bringen. Damit richtet es sich gezielt an Rennrad- und Gravelbiker:innen, die auf kurzen bis mittellangen Ausfahrten nach dem Motto „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“ unterwegs sind. Das Ergebnis sind drei neue NANO Taschen, die zusammen gerade einmal 250 Gramm auf die Waage bringen: SADDLE BAG, TOP TUBE BAG und HANDLE BAR BAG. Preislich sind sie jeweils die günstigsten im CYCLITE-Portfolio. Alle drei Modelle setzen auf dasselbe bewährte Material aus beschichtetem und verschweißtem Ripstop-Gewebe – CYCLITE hisst auch hier die Feature-Fähnchen: ultraleicht, robust, wetterfest. Ein weiterer Teil des Konzepts betrifft die Sicherheit: Reflektorelemente und eine Halterung für Radarrücklichter an der Satteltasche sind integriert.
Die Oberrohr-, Sattel- und Lenkertasche der NANO-Serie haben den von CYCLITE selbst entwickelten Schnellbefestigungsmechanismus mit Magnetsystem gemeinsam, der alle drei Taschen in Sekundenschnelle ans Rad bringen soll. Viele Versprechen, die CYCLITE da macht – aber wie gut funktioniert das in der Praxis?
Im Test: Was kann die CYCLITE NANO-Serie?
Die NANO-Serie hat also einiges zu beweisen, und das auf mehreren Ausfahrten und unter verschiedenen Bedingungen – wir zeigen euch hier, was wirklich überzeugt.
Die SADDLE BAG NANO ist mit 0,5 Litern und 73 Gramm die kleinste und leichteste der drei Geschwister und die mit dem klarsten Einsatzzweck. Ersatzschlauch, CO²-Kartusche, Reifenheber, vielleicht noch ein Miniwerkzeug: Genau dafür ist sie gebaut. Radarrücklichter lassen sich direkt an der Tasche befestigen, Reflektorelemente erhöhen die Sichtbarkeit bei wenig Licht. Einziger Wermutstropfen: Das steife Material macht das Entnehmen von Gegenständen etwas schwieriger als bei einer weichen Tasche. Kein Dealbreaker – aber einen kurzen Moment des Gefummels braucht es schon.

Bei der TOP TUBE BAG NANO zahlt sich das Schnellbefestigungssystem am meisten aus: Tasche ab, in der Küche vollpacken, wieder drauf – fertig. Dazu lässt sich der zentrale Reißverschluss auch unterwegs problemlos bedienen, selbst mit müden Fingern. Mit 74 Gramm und 0,6 Litern Volumen ist sie die kompakteste der drei – aber die, die sich am schnellsten unverzichtbar macht. Was fehlt: Im Lieferumfang ist nur der NANO UNIVERSAL MOUNT mit O-Ringen enthalten – wer die Tasche direkt am Oberrohr verschrauben möchte, zahlt für den separat erhältlichen BOLT MOUNT nochmal 14,90 € extra.



Die HANDLE BAR BAG NANO denkt größer: 1,3 Liter, Zugriff von beiden Seiten, kompatibel mit Rundlenker, Aero-Cockpit und GoPro-Mount. Eine dünne Windjacke oder ein Gilet passen problemlos rein – bei einer vollwertigen Regenjacke wird es je nach Modell eng. Am stabilsten sitzt die Lenkertasche an einem Gewindecockpit mit Anschraubpunkten; an Rundlenkern kann – je nach Lenkerform – etwas Bewegungsspiel entstehen. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, greift zur separat erhältlichen NANO HANDLE BAR MOUNT für 29,90 €, die die Tasche mit einer zusätzlichen Schelle am Lenker sichert.

Das Schnellbefestigungssystem der drei Modelle funktioniert tadellos – die Frage ist nur, wo es seinen größten Mehrwert entfaltet. An der Satteltasche? Eher selten. Ersatzschlauch und CO²-Kartusche werden nicht täglich neu gepackt, der Zeitgewinn bleibt überschaubar. An der Rahmen- und Lenkertasche hingegen zahlt sich das System im Alltag wirklich aus – Tasche abnehmen, vollpacken, wieder drauf – kein Handgriff zu viel. Hier hat man mitgedacht.


Ähnlich überzeugend ist das Gewicht. 250 Gramm für alle drei Taschen zusammen merkt man schlicht nicht. Die Wasserdichtigkeit hält im Regen, was CYCLITE verspricht. Erhältlich sind alle drei Modelle in Light Grey und Black.
Im kombinierten Einsatz fällt vor allem eines auf: Man denkt nicht mehr über die Taschen nach. Montage, Zugriff, Handhabung – alles folgt der gleichen Logik. Genau das ist das Ziel, und genau das erreicht CYCLITE hier.
Für wen sind die CYCLITE NANO Taschen?
Die NANO-Serie richtet sich an alle, die auf kurzen bis mittellangen Ausfahrten mehr mitnehmen wollen als nur das Nötigste – ohne dabei gleich das komplette Bikepacking-Setup ans Rad zu befestigen. Besonders für Rennradfahrer:innen macht das Trio Sinn: Die Taschen fügen sich dank cleaner Optik, geringem Gewicht und kompakter Größe nahtlos ins Road-Setup ein – ohne aerodynamische Kompromisse oder optische Brüche am Cockpit. Gravelbiker:innen, die ihre Ausrüstung in Sekundenschnelle am Rad haben wollen und ein Schnellbefestigungssystem bei jeder Ausfahrt schätzen, kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Auch Ultra-Race-Aficionados, die ihr bestehendes CYCLITE-Setup mit einem leichten, durchdachten Zusatzpaket ergänzen möchten, sind gut bedient.
Wer hingegen mehrtägige Bikepacking-Abenteuer plant, wird mit einem Gesamtvolumen von 2,4 Litern nicht weit kommen – dafür ist die NANO-Serie schlicht nicht gebaut.
Fazit: Würden wir die CYCLITE NANO Taschen kaufen?
Ja. Wenn ihr auf kurzen Ausfahrten mehr dabei haben wollt, seid ihr hier genau richtig. Die Taschen sind leicht, wasserdicht und solide verarbeitet – und haben dazu ein Schnellbefestigungssystem, das man schon nach ein paar Ausfahrten richtig zu schätzen weiß. Der Preis ist für die gebotene Qualität fair. Schade nur: Nicht alles Befestigungszubehör ist im Lieferumfang enthalten. Das ändert nichts am Gesamturteil: Wer ein leichtes, durchdachtes System sucht, findet hier eine klare Kaufempfehlung.
Tops
- wasserdicht
- geringes Gewicht
- Rücklicht montierbar
- Schnellbefestigung überzeugt im Alltag
Flops
- Bolt-on-Montage kostet extra
- Bewegungsspiel am Rundlenker
Mehr Informationen unter cyclite.cc
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Text: Sven Weinbrenner Fotos: Jan Fock
