
Nagelneu und noch unreleased kam das SuperX 2 zum großen GRAN FONDO-Race-Gravel-Bike-Test an die französische Riviera. Und so war das Bike auch für die Tester eine große Unbekannte, doch zumindest laut Cannondale hat das Bike einiges zu bieten. So sollen etwa die Compliance, Aero-Effizienz und Race-Gravel-Performance zu den Stärken zählen. In Kombination mit kleinen Details und individuellen Features, wie etwa den aerodynamisch optimierten Trinkflaschen, sollte das SuperX 2 gute Chancen haben. Aber ob sich das 8.899 € teure Bike auch gegen die Konkurrenz durchsetzen kann?
Cannondale SuperX 2 – Offroad-Racing durch und durch?
Wow, wie scharf ist das denn? Das Cannondale SuperX 2 setzt mit extrem schlankem Design und dem spitz zulaufenden Steuerrohr alles auf die Aero-Karte. Die Prämisse lautet hier: eine geringe Stirnfläche für weniger Luftwiderstand. Erreicht wird das unter anderem durch den pizzastückförmigen Gabelschaft, auch Delta Steerer genannt. So lassen sich die Leitungen und Züge durch den Steuersatz führen, ohne ein größeres Lager verbauen zu müssen. Eine smarte und schicke Lösung! Kombiniert mit dem tiefen Unterrohr, der formschön integrierten Gabel und den passenden Aero-Flaschen inklusive Flaschenhaltern wird das Aero-Konzept komplettiert. Im Race-Gravel-Bike-Test geht kein anderes Bike so weit in Richtung Aerodynamik wie das SuperX.
Am Heck dreht sich dagegen alles um Compliance. Mit dem extrem dünnen Sattelrohr und den zusätzlichen Flex-Zonen an Sattel- und Kettenstreben soll das Cannondale SuperX nicht nur leichte Vibrationen schlucken, auch größere Schläge will das Bike glätten. Dazu noch eine D-förmige Sattelstütze für Compliance und Aerodynamik zugleich.
Vollenden lässt sich das Race-Gravel-Bike-Konzept nur noch mit massig Reifenfreiheit und auch hier weiß das Cannondale SuperX zu überzeugen. Mit maximal 51 mm in der Gabel und 48 mm breiten Reifen im Heck ist das Bike eines der modernsten im Testfeld. Lediglich das 3T Extrema Italia kann auf dem Papier noch mehr.
Insgesamt gibt das eine richtig schöne und stimmige Optik und auch die weiß-graue Lackierung passt ideal. Stimmige Akzente und kleine Details lassen die Rahmenformen für sich sprechen. Und so ist sich das Testteam einig: Das Race-Gravel-Bike Cannondale SuperX 2 ist eines der schönsten und optisch racigsten Bikes im Test.
Cannondale SuperX 2 2025
6.899 €
Ausstattung
Sattelstütze Cannondale C1 Aero 27 Carbon D-Shaped
Bremsen Shimano GRX BR-RX820 160 mm
Schaltung Shimano GRX RX825 Di2 2 x 12
Kettenblatt 48/31
Vorbau Cannondale One 110 mm
Lenker FSA K-Force 400 mm
Laufräder Reserve 40|44 12 x 100 / 12 x 142
Reifen Vittoria Terreno T50 700 x 40c
Kurbeln Shimano GRX FC-RX820-2 172,5 mm
Kassette Shimano Ultegra CS-R8101 11-34T
Technische Daten
Größe 46 51 54 56 58 61
Gewicht 8,53 kg
Reifenfreiheit (v/h) 51/48
Besonderheiten
Ausgefeiltes Aero-Konzept
Großzügige Reifenfreiheit
Sattelstütze mit extra Flex
Aero-Flaschen
Mal etwas anders – Die Ausstattung am Cannondale SuperX 2
Exklusiv oder nicht, das Cannondale SuperX 2 ist als modernes Race-Gravel-Bike aufgestellt und liegt damit voll im Trend, doch hinsichtlich der Ausstattung bewegt sich das 6.899 € teure und 8,53 kg schwere Bike etwas außerhalb der Norm. Zwar kostet das Super X 2 knapp 2.500 € weniger als der Durchschnitt, es wiegt aber auch knapp 550 g mehr und ist nach MERIDA und 3T das drittschwerste Bike.
Und schon allein die Wahl der Schaltgruppe überrascht. Zwar kann die Shimano GRX Di2 mit 48/31-Kettenblättern und 11–43-Kassette durch gute Schaltperformance und Ergonomie punkten, doch die am häufigsten verbaute SRAM Red XPLR der Konkurrenz liefert im Gravel-Race-Kontext die bessere Performance. So ist der einfache Antrieb nicht nur weniger anfällig für Fehler, auch die Bremsen sind deutlich griffiger und stärker als die Shimano-Komponenten.

Wie beim SuperSix EVO ist das Steuerrohr beim Cannondale SuperX extrem schmal, erreicht wird das unter anderem dank Delta-Steerer.

Die Sattelstütze verbaut Cannondale auch schon am SuperSix EVO Gen. 3 und CAAD13, funktioniert aber auch am Gravel-Bike.
Ebenso unterdurchschnittlich ist das geteilte Cockpit: Mit dem eigenen Vorbau von Cannondale und dem FSA K-Force-Lenker in 40 cm Breite und minimalem Flare auf 42 cm ist das Cockpit nicht wirklich modern. Dazu bietet die Konkurrenz auf ähnlichem Preisniveau, wie zum Beispiel ROSE oder sogar Superior, für knapp 2.000 € weniger dennoch um einiges mehr.
Deutlich aktueller sind die Laufräder samt Bereifung. Denn die Reserve 40|44, gebaut als breite und aerodynamische Carbon-Laufräder für den harten Gravel-Einsatz, versprechen viel Performance. Auch die Vittoria Terreno T50 in 40 mm Breite wollen viel können. Als Allrounder für jeden Untergrund sollen die Pneus sowohl auf schnellem Gravel als auch auf kleinen Trails überzeugen. In der Realität können die Terreno T50 aber nicht mit dem Rest mithalten, denn vor allem die Schwalbe-Reifen im Testfeld haben es der Testcrew angetan.

Der Vittoria Terreno T50 soll als Allrounder auf jedem Untergrund glänzen, mit den griffigen Flanken und schneller Lauffläche passt er sich dabei an andere Allrounder an.

Cannondales HollowGram-Laufräder findet man an den Bikes des amerikanischen Herstellers nur noch selten, dafür rollt das SuperX nun auf hochwertigen Reserve-Wheels.
Und so kommt das auf Racing getrimmte Cannondale SuperX 2 auf 8,53 kg, und das für knapp 7.000 €. Im Testfeld platziert es sich so als eines der schwersten Bikes und im Vergleich zum ROSE BACKROAD FF für 100 € mehr und knapp 500 g weniger, ist das Super X 2 eher ein Luxusgut als ein Preis-Leistungssieger.
Die Geometrie des Cannondale SuperX 2
Die Geometrie des Cannondale SuperX 2 setzt auf eine clevere Balance zwischen Agilität und Stabilität – doch ist das perfekt für schnelle Gravel-Rennen? Die kurzen Kettenstreben (42,2 cm) sorgen für ein spritziges Handling, während der Lenkwinkel mit 70–71° ein gutes Maß an Kontrolle bietet, ohne das Bike zu nervös zu machen. Der moderate Trail (6,5–7,2 cm) spricht für eine sportliche, aber nicht extrem direkte Lenkung und die nicht ganz so tiefe Tretlagerabsenkung (bis zu 7,7 cm) hält den Schwerpunkt hoch und erlaubt viel Kontrolle sowie zusätzliche Kurvenstabilität. Insgesamt verspricht die Geometrie ein Cannondale SuperX, das Tempo liebt, aber auch auf längeren Etappen nicht aus der Ruhe kommt!
| Größe | 46 | 51 | 54 | 56 | 58 | 61 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sattelrohr | 449 mm | 488 mm | 524 mm | 546 mm | 566 mm | 589 mm |
| Oberrohr | 510 mm | 521 mm | 540 mm | 558 mm | 575 mm | 594 mm |
| Steuerrohr | 86 mm | 108 mm | 132 mm | 153 mm | 177 mm | 198 mm |
| Lenkwinkel | 70° | 71° | 71° | 71° | 71° | 71° |
| Sitzwinkel | 74,3° | 74,3° | 73,7° | 73,3° | 72,9° | 72,3° |
| Kettenstrebe | 422 mm | 422 mm | 422 mm | 422 mm | 422 mm | 422 mm |
| BB Drop | 77 mm | 72 mm | 69 mm | 69 mm | 67 mm | 67 mm |
| Radstand | 998 mm | 1005 mm | 1020 mm | 1034 mm | 1049 mm | 1062 mm |
| Reach | 365 mm | 371 mm | 378 mm | 385 mm | 392 mm | 398 mm |
| Stack | 515 mm | 535 mm | 555 mm | 575 mm | 595 mm | 615 mm |
Cannondale SuperX 2 – Gravel-Racing vom Feinsten
Optisch modern, aber kann es auch Gravel-Racing? – Wie schlägt sich das Cannondale SuperX 2 nun im direkten Vergleich mit den anderen Bikes im Race-Gravel-Bike-Test?
Hinsichtlich der Agilität der Lenkung ist das SuperX 2 eher etwas träge, dennoch lässt es sich ruhig und präzise steuern – kein Vergleich zum extrem verspielten SCOTT Addict Gravel RC. Ein Pluspunkt auf schnellen, ruppigen Abfahrten. Ein Minuspunkt für schnelle Richtungswechsel in engen Kurven.
Samtig, zeitlos, clean! – Die Kaschmir-Lackierung passt perfekt zum Bike.
Ausgezeichnet ist dagegen die Stabilität: Kein anderes Bike im Testfeld ist stabiler, lediglich das 3T mit 50 mm breiten Reifen liegt auf dem gleichen Level. Und so lässt sich das Cannondale SuperX 2 auch auf ruppigen Passagen und einem steinigen Untergrund sicher und stabil halten. Mit breiteren und griffigen Reifen könnte das Cannondale so zum absoluten Offroad-Meister aufsteigen, der ohne zu zucken die schnurgerade Race-Line durchs Steinfeld wählt.
Das Handling ist insgesamt intuitiv, aber nicht verspielt, eben passend für ein seriöses Race-Gravel-Bike. Ebenfalls auf die Rolle maßgeschneidert, ist das Verhalten bei schnellen und kräftigen Antritten. Ohne zu zögern oder Watt zu verschwenden, verwandelt das SuperX 2 Kraft auf dem Pedal in Vortrieb, einzig das recht hohe Gewicht trübt die Beschleunigung in steilen Passagen.
Auch die Flex-Bereiche im Rahmen scheinen zu funktionieren, denn obwohl es nicht mit dem extrem komfortablen 3T Extrema Italia – mit 50 mm breiten Reifen – mithalten kann, glättet der Rahmen Vibrationen und auch leichte Schläge. In Kombination mit dem sicheren Handling ist das Cannondale SuperX so vor allem für lange und anstrengende Gravel-Rennen, aber auch für lange Touren und raue Strecken geeignet.
Tuning-Tipp: Breitere Reifen und ein schickes, schmales, einteiliges Cockpit.

Für welches Rennen ist das Cannondale SuperX 2?
Dank hoher Laufruhe und super Reifenfreiheit inklusive Top Compliance ist das Cannondale SuperX 2 extrem vielseitig. Ob auf Schotter und Hardpack oder abseits befestigter Straßen, das SuperX ist in jedem Fall ein perfekter Begleiter. Und so ist es dank intuitivem und einem auf Fahrsicherheit ausgelegten Handling sowohl für Anfänger als auch eingefleischte Racer bestens geeignet. Das Cannondale SuperX 2 ist ein absolut modernes und gleichzeitig vielseitiges Race-Gravel-Bike und eignet sich daher für jedes Gravel-Abenteuer – mit Startnummer oder ohne.
Fahreigenschaften
Agilität
- träge
- verspielt
Stabilität
- nervös
- laufruhig
Handling
- fordernd
- intuitiv
Antritt
- träge
- leichtfüßig
Fun Factor
- langweilig
- lebendig
Komfort
- straff
- komfortabel
Vielseitigkeit
- niedrig
- hoch
Einsatzgebiet
Climbing
Aero
Offroad
Style Factor
Fazit zum Cannondale SuperX 2
Cannondale schickt mit dem SuperX 2 ein absolut modernes und vielseitiges Race-Gravel-Bike ins Rennen. So ist es sowohl hinsichtlich Aerodynamik, Reifenfreiheit als auch Compliance eines der besten Bikes im Test. Gepaart mit dem stabilen und intuitiven Handling wird das Cannondale SuperX 2 zu einem der interessantesten Bikes im Race-Gravel-Test für ruppige Strecken. Lediglich die Ausstattung und der vergleichsweise hohe Preis können nicht ganz überzeugen.
Tops
- intuitives und sehr sicheres Handling
- aerodynamisches Gravelbike
- optisch eines der schönsten Bikes im Test
- moderne Reifenfreiheit
Flops
- Lenkerbreite und Flare zu oldschool für ein modernes Gravel-Race-Bike
- Cockpit stört optisch etwas und bietet wenig Compliance
Mehr Informationen unter cannondale.com.
Das Testfeld
Dieses Bike wurde im Rahmen des Race Gravelbike Vergleichstest 2025 getestet – einen Überblick über diesen Vergleichstest sowie alle anderen getesteten Race Gravelbikes erhaltet ihr hier:
Alle Bikes im Test: 3T Extrema Italia | Cannondale SuperX 2 | Canyon Grail CFR XPLR | Falkenjagd Aristos SL | Merida Silex 8000 | Parapera Anemos² | Rose Backroad FF RED XPLR AXS | Scott Addict Gravel RC | Superior XR 9.7 GF | Specialized S-Works Crux | Trek Checkmate SLR 9 AXS | Wilier Rave SLR
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Text: Calvin Zajac Fotos: Jan Richter
