Ein neues SuperSix für 2026? Drei Jahre nach dem Launch des Vorgängers folgt Cannondale mit dem SuperSix Evo der fünften Generation und verspricht – ganz im Sinne des Namens – mehr Evolution des bewährten Konzepts als ein radikal neues Bike. Wir haben das Bike bereits vor dem Launch ausführlich in Girona getestet und stellen euch das Bike hier vor.

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Cannondale SuperSix Evo | 7,3 kg in Größe 52 | 8.499,00 € | Hersteller-Website

Es gab eine Zeit, da galt das Cannondale SuperSix EVO als das „Race-Bike der neuen Generation“. Leicht, ausgewogen, überraschend komfortabel – und genau deshalb so erfolgreich. Drei Jahre später hat sich die Rennradwelt weitergedreht. Cockpits werden schmaler, Felgen tiefer, Konzepte aggressiver. Während viele Hersteller ihre Modelle klar als Aero-Plattformen positionieren, bleibt das SuperSix seiner Allround-DNA treu. Die entscheidende Frage lautet also: Reicht das noch? So viel vorab: Ein dedizierter Vergleichstest der aktuell heißesten Aero-Bikes folgt in Kürze!

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Nach der umfassenden Neuaufstellung des Road- und Gravel-Portfolios im Jahr 2025 mit SuperX, Topstone und Synapse fehlen im Line-up des amerikanischen Herstellers eigentlich nur noch zwei Ikonen: das SuperSix EVO und das CAAD. Kommt also im Laufe des Jahres auch ein neuer Alu-Renner?

Mit der fünften Generation des SuperSix EVO bringt Cannondale auf den ersten Blick keine Revolution, sondern eine Evolution mit gezieltem Feintuning. Mehr Schärfe und mehr Effizienz sollen die Balance erhalten, die dem Bike so viele Fans bescherte. Warum auch etwas komplett neu erfinden, wenn das Fundament stimmt? Doch reicht ein leichter, ausgewogener Aero-Allrounder auch in Zukunft noch für ganz vorne – oder zieht die spezialisierte Konkurrenz davon? Wir konnten das neue SuperSix EVO bereits vor dem offiziellen Launch ausführlich fahren und klären für euch, ob das Konzept auch 2026 noch klar aufs Podium zielt.

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Alles beim Alten? Das Cannondale SuperSix 2026 im Detail

Auf den ersten Blick wirkt das neue SuperSix EVO fast wie ein Déjà-vu: keine überzeichneten Rohrformen, kein „Aero um jeden Preis“-Look. Und genau das ist der Punkt. Mit dem Claim „Faster Everywhere“ will das Cannondale SuperSix EVO nicht zum reinen Aero-Biest mutieren, sondern die bewährte Allrounder-Formel weiter zuspitzen – leichter und aerodynamisch noch effizienter.

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Auch die Rahmenformen unterstreichen diesen Ansatz. Die Silhouette wirkt klar optimiert, aber nicht kompromisslos auf maximale Aerodynamik getrimmt. Keine extrem tief gezogenen Profile, keine aggressiv überzeichnete Gabel – stattdessen ein ausgewogenes Gesamtbild. Neu sind unter anderem das filigrane Oberrohr, ein leicht verlängertes Steuerrohr mit reduzierter Stirnfläche sowie eine etwas tiefer gezogene Gabel. Laut Cannondale wurde das Bike als Gesamtkonzept überarbeitet: Jedes Rohrprofil wurde angepasst, um Gewicht zu reduzieren und den Luftwiderstand weiter zu senken.

Das Sitzrohr zeigt sich im Vergleich etwas geschwungener und erinnert optisch an das aktuelle Synapse. Gleichzeitig ist der Bereich rund um das Tretlager gewachsen und wirkt nochmals massiver – zugunsten von Steifigkeit und Kraftübertragung.

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Optisch geht Cannondale – zumindest in unserer getesteten Hi-MOD-Variante – bewusst nicht auf Understatement. Sichtbare Carbon-Strukturen, fein herausgearbeitete Details wie die glänzende Sattelstütze, die Übergänge von Gabel ins Steuerrohr und gezielt gesetzte goldene Akzente verleihen dem Bike einen selbstbewussten, fast schon luxuriösen Auftritt. Der Lack wirkt hochwertig, Übergänge sind sauber gearbeitet, Kanten präzise definiert – hier passt jedes Detail ins Gesamtbild. Schon beim ersten näheren Hinsehen entsteht der Eindruck eines durchdacht konstruierten High-End-Produkts, das nicht nur schnell sein will, sondern auch entsprechend aussieht. Wem dieser Look gefällt, der setzt beim nächsten Group Ride definitiv ein Statement.

Aerodynamisch ausgeklügelt – Die Ausstattung des Cannondale SuperSix EVO 2026

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Cannondale SuperSix Evo 2026

8.499 €

Ausstattung

Sattelstütze Cannondale C1 Aero 40 Carbon V2 D-Shaped
Bremsen SRAM Force AXS 160/160 mm
Schaltung SRAM Force AXS 2 x 12
Kettenblatt 50/37 T
Vorbau Cannondale SystemBar Road 90 mm
Lenker Cannondale SystemBar Road 340 mm
Laufräder Reserve 57|64 12 x 100 / 12 x 142
Reifen Vittoria Corsa Pro 700 x 29c
Kurbeln SRAM Force AXS Power Meter 170 mm
Kassette SRAM FORCE XG-1270 10-33 T

Technische Daten

Größe 44 48 50 52 54 56 58 61
Gewicht 7,30 kg

Besonderheiten

Aero-Flaschen
Sehr schmales Cockpit

Für unseren Test stand das SuperSix EVO in der Hi-MOD 1 Variante mit SRAM Force AXS bereit. Dank der verbesserten Ergonomie in den Hoods ist diese in Sachen Ergonomie und Performance spürbar näher an die RED AXS herangerückt. Schaltvorgänge erfolgen präzise und knackig, die Brems-Performance ist auf Top-Niveau – optisch fügt sich die Gruppe zudem stimmig ins cleane Gesamtbild des Bikes ein. Ein Powermeter sitzt serienmäßig im Spider und unterstreicht den klaren Race-Anspruch dank beidseitiger Leistungsmessung.

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Am Heck kommt eine Sattelstütze mit 0 mm Offset zum Einsatz. Sie positioniert den Fahrer zentral über dem Tretlager, bietet konstruktionsbedingt jedoch kaum vertikalen Flex – zusätzlichen Komfort darf man hier also nicht erwarten. Das passt zur straffen, performance-orientierten Ausrichtung des Bikes.

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Für den Großteil der Aero-Performance dürften die Laufräder verantwortlich sein: Reserve Carbon-Felgen mit 57 mm vorne und 64 mm hinten, kombiniert mit DT Swiss 240-Naben und 29 mm breiten Vittoria Corsa Pro-Reifen. Das Setup ist klar auf Speed bei hohen Geschwindigkeiten ausgelegt – bringt jedoch auch etwas mehr rotierende Masse mit.

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Ein echtes Highlight ist das neue Cockpit: Extrem schmal, optisch aufgeräumt und mit langem Reach fällt es deutlich sportlicher aus als beim Vorgänger. In Größe 52 misst der Oberlenker nur 34 cm und bewegt sich mit den 400 mm Abstand in den Drops am absoluten UCI-Limit. In Kombination mit den SRAM-Hoods verlängert sich die effektive Griffweite spürbar – so sehr, dass ich im Test bewusst zur kleineren Rahmengröße gegriffen habe. Das Ergebnis ist eine moderne, aggressive Race-Position mit klarer Aero-Ausrichtung.

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Technisch bleibt viel Bewährtes erhalten und wird gezielt weiterentwickelt: Der Delta-Steerer sorgt weiterhin für eine aufgeräumte, integrierte Kabelführung, und auch die charakteristischen Aero-Flaschen bleiben Teil des Konzepts. Neu sind allerdings die um 26 % leichteren Flaschenhalter. Sie sind mit handelsüblichen Trinkflaschen kompatibel, entfalten ihre volle aerodynamische und optische Wirkung jedoch erst in Kombination mit den speziell abgestimmten Cannondale Aero-Flaschen, die sich besonders harmonisch ins Gesamtbild einfügen.

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Die Ausstattungsvarianten des Cannondale SuperSix EVO 2026

Das neue SuperSix EVO startet preislich bei 2.799 € mit mechanischer Shimano 105. An der Spitze steht nach wie vor das LAB71: 6,95 kg für 11.999 €, wahlweise mit DURA-ACE Di2 oder SRAM RED AXS. Interessant sind die neuen Leichtbau-Varianten. Sowohl das LAB71 als auch das EVO 1 sind zusätzlich als SL-Version erhältlich – mit leichteren Laufrädern von DT Swiss oder Reserve, dem ultraleichten SystemBar Road SL-Cockpit und somit insgesamt klar reduziertem Systemgewicht. Das Resultat: 6,35 kg beim LAB71 SL für 12.799 € und 6,80 kg beim EVO 1 SL für 7.999 €.

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Aero-optimiertes Vollcarbon-Cockpit – Das SystemBar Road ist mit 375 g die aerodynamische Standardlösung im EVO-Line-up.
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Konsequent auf Gewicht getrimmt: Die SL-Version spart über 100 g und richtet sich klar an alle, die dem SuperSix noch mehr Kletter-Charakter verleihen wollen.

Der Ansatz dahinter ist clever. Statt ein separates Klettermodell zu entwickeln, differenziert Cannondale über die Ausstattung. Gleicher Rahmen – aber dank verändertem Spec ein spürbar anderer Fokus. Während die regulären Modelle stärker auf aerodynamische Effizienz in allen Rennsituationen setzen, drücken die SL-Versionen das Gewicht konsequent runter und verleihen dem EVO so eine noch bergorientiertere Note. Wie relevant dies in der Praxis für die Profis wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die Profis von EF eigene Sponsoren für Laufräder haben und daher eine individuelle Strategie für die Berge fahren werden.

Auch wenn für unseren Test keine der SL-Versionen zur Verfügung stand, konnten wir trotzdem bereits mithilfe des Wechsels auf die neuen leichten DT Swiss ARC 38 CS Carbon-Laufräder etwas von diesem kletterorientierten Charakter erleben. Mehr dazu später. So schnell entsteht eine Plattform mit zwei klar erkennbaren Ausprägungen: Aero-Allrounder oder Leichtbau-Race-Bike. Ob wir diesen modularen Ansatz in Zukunft häufiger sehen werden?

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SuperSix EVO LAB71 | 6,95 kg | 11.999 €
C26 Cannondale LAB71 SuperSix EVO SL RAW 10 600x357
SuperSix EVO LAB71 SL | 6,35 kg | 12.799 €
C26 Cannondale SuperSix EVO 1 BBQ 10 600x360
SuperSix EVO 1 | 7,30 kg | 8.499 €
C26 Cannondale SuperSix EVO 1 SL BBQ 10 600x359
SuperSix EVO 1 SL | 6,80 kg | 7.999 €
C26 Cannondale SuperSix EVO 2 RAW 10 600x358
SuperSix EVO 2 | 7,60 kg | 6.299 €
C26 Cannondale SuperSix EVO 3 CHL 10 600x357
SuperSix EVO 3 | 7,60 kg | 6.499 €
C26 Cannondale SuperSix EVO 4 CTG 10 600x358
SuperSix EVO 4 | 7,90 kg | 4.999 €
C26 C1109GU SuperSix EVO 5 RAW 10 600x357
SuperSix EVO 5 | 7,90 kg | 4.499 €
C26 Cannondale SuperSix EVO 6 BLK 8 600x358
SuperSix EVO 6 | 2.799 €

Gezielt optimiert – Die Geometrie des Cannondale SuperSix EVO 2026

Mit insgesamt acht Größen will Cannondale ein breites Spektrum abdecken – neu hinzugekommen ist die Größe 52. Unsere Wahl fiel ebenfalls auf die neue Zwischengröße – die mit ihrem 536 mm langen Oberrohr allerdings größer wirkt, als sie es zunächst vermuten lässt. Die 410 mm kurzen Kettenstreben treffen auf einen knapp 1.000 mm langen Radstand und einen flachen 71,2°-Lenkwinkel. Auf dem Papier verspricht das vor allem eins: viel Laufruhe bei hohem Tempo, kombiniert mit direktem Antritt.

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Der 74°-Sitzwinkel in Verbindung mit 0 mm Offset positioniert den Fahrer zentral über dem Tretlager und soll für ordentlich Druck auf dem Pedal sorgen. Mit 532 mm Stack und 383 mm Reach ergibt sich ein sportlicher STR von 1,39. Das 130 mm lange Steuerrohr sorgt für Aero-Stack. In Kombination mit den 80 mm Cockpit-Reach und dem zusätzlichen Reach der SRAM-Hoods ergibt sich jedoch eine stimmige, moderne Race-Position – auch für mich mit 1,75 m Körpergröße. Damit präsentiert sich das neue SuperSix EVO klar sportlich, mit einem spürbaren Fokus auf Stabilität bei Highspeed. Doch spiegelt sich das auch im Test wider?

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Größe 44.0 48.0 50.0 52.0 54.0 56.0 58.0 61.0
Oberrohr 510 mm 522 mm 529 mm 536 mm 544 mm 560 mm 577 mm 600 mm
Sattelrohr 400 mm 429 mm 448 mm 467 mm 490 mm 510 mm 532 mm 570 mm
Steuerrohr 89 mm 101 mm 114 mm 130 mm 143 mm 154 mm 178 mm 209 mm
Lenkwinkel 70,9° 71,2° 71,2° 71,2° 71,2° 73,0° 73,0° 73,0°
Sitzwinkel 74,5° 74,0° 74,0° 74,0° 74,0° 73,5° 73,0° 72,5°
Kettenstrebe 410 mm 410 mm 410 mm 410 mm 410 mm 410 mm 410 mm 410 mm
BB Drop 74 mm 74 mm 74 mm 72 mm 72 mm 72 mm 69 mm 69 mm
Radstand 980 mm 985 mm 993 mm 1002 mm 1010 mm 995 mm 1007 mm 1024 mm
Stack 495 mm 508 mm 520 mm 532 mm 545 mm 565 mm 585 mm 615 mm
Reach 373 mm 376 mm 379 mm 383 mm 387 mm 393 mm 398 mm 406 mm

Wechselhafter Charakter – Das Cannondale SuperSix EVO 2026 im Test

Wir haben das neue SuperSix EVO genau dort bewegt, wo sich auch die Profis von EF & Co. ihre Beine für die kommende Saison aufwärmen: auf den beliebten Anstiegen rund um Girona, inklusive Els Àngels und dem zähen Stich hinauf zur Mare de Déu del Mont.

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Schon nach den ersten kräftigen Tritten wird klar: Dieses Bike will gefahren werden. Schnell gefahren werden. Es steht förmlich unter Spannung. Kein träges Hochbeschleunigen, kein Zögern. Jeder Impuls landet direkt im Tretlager und wird ohne Umwege in Vortrieb übersetzt. Gerade am Berg spielt das EVO diese Direktheit, die seinen Charakter ausmacht, voll aus. Es fühlt sich direkt und agil an, ohne im Handling im Entferntesten nervös zu wirken. Du trittst – es geht voran. Genau so wünscht man sich ein modernes Race-Bike.

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Und wenn es flach wird? Dann ändert das Bike seinen Charakter, ohne die Persönlichkeit zu verlieren. Auf der Ebene hält es die Geschwindigkeit dank der tiefen Laufräder spielend, rollt sehr effizient und belohnt beim Tempo machen mit dem Gefühl von Leichtigkeit. Einzig die verbauten Reserve-Laufräder trüben mit ihrem etwas schweren Gewicht das Gefühl von maximaler Explosivität.

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Bergab spielt das Cannondale dann endgültig seine Allround-DNA aus: Es schlängelt sich sauber durch Kurven, lässt sich leicht in Schräglage werfen und bleibt dabei berechenbar. Du bekommst genug Feedback, um aktiv zu fahren, aber nicht so viel Nervosität, dass du ständig korrigieren musst. Genau diese Mischung macht schnell – und vor allem macht sie Spaß.

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Beim Komfort fällt der Unterschied zum Vorgänger subtil aus. Wo der Vorgänger noch als erstaunlich komfortabel für ein Race-Bike galt, fühlt sich der Nachfolger deutlich straffer an. Ob es am leichteren LAB71-Setup, am Layup oder an der Rahmengröße liegt, lässt sich ohne direkten Back-to-Back-Vergleich nicht final beurteilen. Fakt ist: Ein Komfortwunder ist das neue EVO nicht – unbequem aber ebenso wenig. Es bleibt klar auf Race-Performance getrimmt und liefert ehrliches Feedback vom Untergrund. Für die nötige Portion Geschmeidigkeit sorgen in unserem Setup vor allem die montierten Vittoria Corsa Pro, deren Baumwoll-Karkasse spürbar Vibrationen filtert.

Unser Highlight ist das neue Cockpit. Mit 34 cm Breite im Oberlenker, extrem schmal, optisch aufgeräumt und mit knapp 400 mm Außenmaß an den Drops am UCI-Limit, fühlt es sich beim Fahren erstaunlich natürlich an und unterstützt die Aero-Position. Einziger Wermutstropfen ist der lange Reach in den Hoods. Wer zwischen zwei Größen liegt oder es kompakter mag, sollte ein Size-Down in Betracht ziehen. Weniger überzeugt hat uns der verbaute Fizik-Sattel. Er fällt vergleichsweise lang aus und dürfte nicht jedem auf Anhieb passen.

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Zusätzlich konnten wir das Bike auch noch bei einer frühmorgendlichen Testrunde auf dem knackigen Anstieg hoch zum Mare de Déu del Mont einem Wechsel auf leichtere DT Swiss ARC 38 CS Carbon-Laufräder unterziehen. Diese haben zwar deutlich weniger tiefe Felgen, dafür aber mehr Lebendigkeit im Fahrgefühl. Das Bike wirkt im Antritt spritziger, das Handling einen Tick agiler und insgesamt direkter. Besonders in welligem Terrain oder bei engen Spitzkehren hinauf zum Gipfel fühlt sich dieses Setup direkter an.

Insgesamt fährt sich das Cannondale SuperSix EVO 2026 weiterhin so, wie man es von einem SuperSix erwartet – direkt, ausgewogen, schnell, ohne sich wie ein nervöser Bergfloh oder ein stoischer Aero-Bolide anzufühlen. Wer einen schnellen Allrounder mit Top-Ergonomie sucht, wird hier fündig.

Tuning-Tipp: Wer mehr Agilität und einen spritzigeren Antritt will, sollte ein paar leichtere Laufräder in Betracht ziehen.

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Für wen ist das Cannondale SuperSix EVO 2026?

Das SuperSix EVO bleibt auch in der fünften Generation das, was es immer sein wollte: ein kompromissloser Race-Allrounder. Der direkte Antritt am Berg, das ausgewogene, zugleich lebendige Handling und die hohe Effizienz auf schnellen Passagen machen es zu einem Bike für nahezu jedes Renngeschehen – vom hügeligen Klassiker bis zur schnellen Trainingsrunde. Für die meisten Fahrerinnen und Fahrer – gerade außerhalb des absoluten WorldTour-High-End-Bereichs – ist genau diese Balance entscheidend. Wer nicht ausschließlich auf flachen Highspeed-Kursen sprintet oder reine Bergankünfte bestreitet, profitiert von einem Bike, das überall stark ist, statt in einer Disziplin zu glänzen und in der nächsten Kompromisse zu fordern.

Dank der neuen, deutlich schmaleren Cockpit-Optionen profitieren besonders kleinere Fahrerinnen und Fahrer von einer ergonomisch stimmigen Front und einer aerodynamisch begünstigten Position. Gleichzeitig bringt das EVO 5 genügend Steifigkeit mit, um auch im Sprint nicht klein beizugeben. Es ist kein Spezialist für nur eine Disziplin – sondern ein vielseitiges Race-Bike für alle, die überall schnell sein wollen.

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Fazit zum Cannondale SuperSix EVO 2026

Mit der fünften Generation des SuperSix EVO setzt Cannondale nicht auf eine Revolution, sondern auf konsequentes Feintuning eines extrem starken Fundaments. Auch 2026 fühlt sich das EVO in nahezu jeder Rennsituation zuhause. Es beschleunigt solide am Berg, bleibt auf der Ebene effizient und vermittelt in schnellen Abfahrten genau die Mischung aus Stabilität und Agilität, die man sich von einem modernen Race-Allrounder wünscht. Unterm Strich bleibt das SuperSix EVO kein Spezialist für nur eine Disziplin, sondern ein Rennrad für alle, die überall schnell sein wollen.

Tops

  • ergonomisches Cockpit mit angenehm schmaler
  • Lenkerbreite
  • hohe Stabilität
  • ausgewogenes Handling

Flops

  • kein Powermeter in den günstigeren Specs verfügbar

Mehr Informationen unter cannondale.com.

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Text: Jan Fock Fotos: Calvin Zajac