
Im Spätsommer rund um Brixen liegt noch Wärme in der Luft, die Trails sind staubig, die Weinberge leuchten schwer und satt. Genau hier sind wir mit dem BULLS MACHETE EVO SX 2 unterwegs – einem E-Gravel-Bike, das laut Hersteller Alltag und Bikepacking gleichermaßen abdecken soll. Dafür kommt ein Monocoque-Vollcarbon-Rahmen zum Einsatz, also ein aus einem Stück gefertigter Carbon-Rahmen. Ergänzt wird das Setup vom Bosch Performance Line SX-Motor mit 400-Wh-Akku, einer integrierten Lichtanlage und einer Federgabel. Auf dem Datenblatt klingt das schlüssig. In Größe L bringt unser Test-Bike 16,36 kg auf die Waage, der Preis liegt bei 5.999 €. Doch Datenblätter erzählen nur die halbe Geschichte: Entscheidend ist, wie sich dieses E-Gravel-Bike in der Praxis schlägt – beim täglichen Pendeln und da, wo Genuss auf Gelände trifft.
Das neue BULLS MACHETE EVO SX 2 2026 im Detail
Scharf – nicht das Chili von letzter Woche, sondern die Optik des BULLS MACHETE EVO SX 2. Das E-Gravel-Bike ist kein besonders schlanker Vertreter seiner Gattung, wirkt aber ausgewogen und stimmig proportioniert. Die Linien verlaufen ruhig und ohne harte Brüche. Auch der Motorbereich fügt sich unaufdringlich ins Gesamtbild ein. In der Farbe Kwiqsand, kombiniert mit schwarzen Decals auf der Oberseite des Unterrohrs, bleibt das Bike unprätentiös – zurückhaltend und durchaus chic.
Beim genaueren Hinsehen fällt auf, mit welcher Ernsthaftigkeit BULLS die Vielseitigkeit zum zentralen Punkt des MACHETE EVO SX 2 macht. Zahlreiche Anschraubpunkte am Unterrohr, am Sitzrohr sowie auf der Unterseite des Oberrohrs eröffnen Spielraum für Taschen, Flaschen und zusätzliches Gepäck. Damit wirkt das Bike jederzeit bereit für längere Touren – egal, ob es Richtung Alpen geht oder durchs flache, holländische Hinterland. Das zulässige Gesamtgewicht von 135 kg sollte dabei stets im Blick behalten werden. Eine Aufnahme für einen Seitenständer ist ebenfalls vorhanden und unterstreicht wiederum den Alltagsanspruch.


Auch am Cockpit setzt BULLS auf zeitgemäße Lösungen. Die Kabel verlaufen durch den Steuersatz – mittlerweile Standard bei Gravel- und E-Gravel-Bikes – und sorgen für einen aufgeräumten Gesamteindruck. Direkt auf dem Vorbau sitzt die MonkeyLink-2.0-Schnittstelle in Form einer Topcap. In Kombination mit einer passenden SP-Connect-Hülle lässt sich ein Smartphone schnell und unkompliziert montieren.
Wer möchte, kann mit dem optionalen E-Cap-Charging-Modul für 69,99 € das Handy sogar direkt über den E-Bike-Akku laden. Praktisch, wenn man für seine Tour durch die Weinberge in Brixen sich nicht zwischen den Reben verlieren möchte und gezielt navigiert.
Falls man dabei auch noch die Zeit vergisst, leuchtet einem das Bike trotzdem zuverlässig den Weg. Das Supernova Starstream Mini ist vollständig im Lenker integriert, sichtbar bleibt lediglich ein kleines mittiges Fenster. Optisch ist das eine sehr elegante Lösung. Funktional bringt sie jedoch einen Kompromiss mit sich: Der Lichtkegel lässt sich nicht aktiv verstellen, sondern nur über den Lenkerwinkel beeinflussen. Was auf dem Papier nach einer Einschränkung klingt, spielte im Test keine Rolle. Einmal sauber eingestellt, passte die Ausleuchtung auch bei schnellen Abfahrten.
Hinten sitzt das MonkeyLink Twinlight an den Ausfallenden des Rahmens. Es leuchtet hell und ist gut sichtbar, dennoch empfiehlt es sich, zusätzlich ein Licht an Jacke oder Rucksack zu befestigen – gerade im Straßenverkehr erhöht das die Wahrnehmbarkeit spürbar.
Das BULLS MACHETE EVO SX 2 ist mehr als nur ein stylisches E-Gravel-Bike – es verbindet Alltagstauglichkeit mit echter Geländeperformance. Ob auf staubigen Trails oder dem Weg zur Arbeit: Dieses Rad macht Lust auf Abenteuer. Neugierig, wie es sich in der Praxis schlägt? Dann lest hier weiter bei unserem Schwestermagazin DOWNTOWN und entdeckt, warum das MACHETE EVO SX 2 ein echter Allrounder für jeden Einsatz ist!
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Text: Robin Ulbrich Fotos: Jan Fock
