Mit dem BMC Alpenchallenge AMP ROAD stellt das schweizer Unternehmen sein erstes E-Rennrad vor. Auf Basis des Alpenchallenge-Fitnessbikes kommt es mit viel Shimano-Power und im edlen Mattschwarz. Geht das Rahmenkonzept auch mit Rennlenker auf?
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste E-Rennrad 2019! – Die 13 spannendsten Modelle im Test
Power-Alarm: Der im BMC verbaute Shimano STEPS E8000 ist mit 70 Nm Drehmoment der kraftvollste E-Antrieb des gesamten Tests. Nähert man sich dem Bike von der Nichtantriebsseite, scheint es auf dem ersten Blick jedoch, als wäre hier etwas angeschraubt, was da eigentlich nicht hingehört. Die optische Integration von Motor und Batterie ist zwar bei anderen Bikes im Testfeld ungleich eleganter gelöst, doch sorgt die Positionierung für einen zentralen und tiefen Schwerpunkt des BMC. Das hochwertige Finish in mattem Schwarz harmoniert ausgesprochen gut mit der Linienführung des Rahmensets und den simplen BMC-Decals. Das hintere Rahmendreieck ist durch das MTT-System (Micro Travel Technology) am Übergang zwischen Sitzstreben und Sitzrohr geöffnet. Hier sollen die bis zu 10 mm „Federweg“ für zusätzlichen Grip am Hinterrad und mehr Fahrkomfort sorgen. Unser Test-Bike kommt in Shimano ULTEGRA Di2-Schaltgruppe und DT Swiss HE 1800 SPLINE DB 32-Laufrädern. So stehen mit dem 44 T-Kettenblatt und der 11-34 T-Kassette elf Gänge zur Auswahl während die Bremsscheiben mit 180 mm Durchmesser vorne und 160 mm hinten für die nötige Bremspower sorgen sollen. Dank des integrierten BMC ICS-Cockpits verschwinden sämtliche Kabel und Leitungen im Inneren des Rades. Unser Testbike in Größe L bringt 15,15 kg auf die Waage und kostet 6.499 €.
Das BMC Alpenchallenge AMP ROAD ONE im Detail
Motor/Akku Shimano STEPS E8000 504 Wh
Schaltung Shimano ULTEGRA R8070 Di2, 1×11
Übersetzung 44 T und 11–34 T
Bremsen Shimano ULTEGRA Hydraulic mit SM-RT81-Rotoren 180/160 mm
Vorbau BMC ICS Aero- Integrated Aero Cockpit Design 100 mm
Lenker BMC RAB 02 440 mm
Sattelstütze Alpenchallenge AMP “D” Premium Carbon
Laufräder DT Swiss HE 1800 SPLINE DB 32
Reifen Vittoria Corsa Control TLR G+ 30C
Größe | S (51-54) | M (56-58) | L (61-63) |
---|---|---|---|
Sattelrohr | 443 mm | 480 mm | 538 mm |
Oberrohr | 548 mm | 583 mm | 608 mm |
Steuerrohr | 120 mm | 157 mm | 193 mm |
Lenkwinkel | 71,3° | 72,0° | 72,0° |
Sitzwinkel | 73,5° | 73,5° | 73,5° |
Kettenstrebe | 435 mm | 435 mm | 435 mm |
Radstand | 1.024 mm | 1.053 mm | 1.085 mm |
Reach | 380 mm | 405 mm | 425 mm |
Stack | 565 mm | 600 mm | 635 mm |
Das BMC Alpenchallenge AMP ROAD ONE im Test
Das als E-Fitness- bzw. E-Urban-Bike konstruierte Rahmenset verfügt über einen sehr langen Reach, da ursprünglich ausschließlich gerade Lenker und kurze Vorbauten dafür angedacht waren. BMC hat aktuell bis zu 55 mm kurze ICS-Vorbauten eingeführt, die für dieses Setup ausgesprochen empfehlenswert sind. Mit dem 110 mm langen Vorbau unseres Test-Bikes sitzen wir sportlich gestreckt und aufgrund des hohen Stacks mehr auf dem Alpenchallenge. Die große Entfernung zum Rad verursacht ein indirektes Fahrgefühl. Mit einer riesigen Portion Laufruhe lässt es sich so entspannt touren. Der kraftvolle Shimano-Antrieb lässt den Puls des Fahrers auch in steilen Rampen nicht weit aus der Komfortzone steigen.
Wenn die optische Integration auf dem gleichen Level wäre wie der Bedienkomfort, könnte das System des BMC ganz vorne mitspielen.
Die sehr gute Vibrationsdämpfung am Heck harmoniert perfekt mit der Front. Bei gemäßigten Geschwindigkeiten steht so der Genuss im Vordergrund. Im Grenzbereich hingegen, führt die mangelnde Rückmeldung des Untergrundes dazu, dass man oft nicht genau weiß, wie weit man das BMC noch pushen kann. Glücklicherweise ist auf das hohe Grip-Level des Vittoria Corsa Control TLR G+ in 30 mm Breite in jeder Situation Verlass. Gleichermaßen verlässlich und intuitiv ist die Bedienung des Shimano E-Antriebs. Dank cleverer Komponentenwahl für Antriebssystem und Schaltgruppe kann der Motor über die bereits in den Di2-Schaltgriffen vorhandenen Bedienelemente angesteuert werden. Das Display aus der Shimano 7000er Serie überzeugt im Test mit seiner kompakten Abmessung und der Kompatibilität mit der E-Tube-Ride-App auf ganzer Linie.
Fazit
Das Alpenchallenge AMP ROAD setzt dank Shimano-Komplettausstattung einen neuen Maßstab in Sachen Bedienkomfort. BMC präsentiert hier ein stimmiges Gesamtkonzept bei dem Komfort und kraftvoller Motor-Support im Fokus sind. Leisure-Fahrer, die auf dem Weg zur Arbeit oder der entspannten Ausfahrt nicht ins Schwitzen kommen möchten und den sportiven Look schätzen, finden hier das richtige Bike.
Tops
- maximaler Bedienkomfort dank Di2-Schaltgriffen
- hohe Laufruhe
- sehr kraftvoller E-Antrieb
Flops
- abstammungsbedingtes Limit hinsichtlich Sportlichkeit
- breiter Q-Faktor
- schwerfällig über 25 km/h
Fahreigenschaften
4Agilität
- träge
- verspielt
Laufruhe
- nervös
- laufruhig
Handling
- fordernd
- ausgewogen
Fahrspass
- langweilig
- lebendig
Motor-Feeling
- digital
- natürlich
Motor-Power
- schwach
- stark
Preis-Leistung
- schlecht
- sehr gut
Mehr Infos unter: bmc-switzerland.com
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste E-Rennrad 2019! – Die 13 spannendsten Modelle im Test
Alle Bikes im Test: Bianchi Aria e-Road | Cannondale Synapse Neo SE | CENTURION Overdrive Carbon Road Z4000 | Coboc TEN Torino | Focus Paralane² 9.9 | LOOK E-765 Optimum Disc | Moustache Dimanche 28.7 | ORBEA GAIN M10 | Pinarello Nytro | Specialized S-Works Turbo Creo SL | Thömus Sliker E1 | Wilier Triestina Cento1 Hybrid Custom
Dieser Artikel ist aus GRAN FONDO Ausgabe #012
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Nein, es geht nicht um perfekte Rennstrecken – vielmehr steht der Vortrieb im Fokus. Schnell, leichtfüßig und effizient – wer die letzten Sekunden herausfahren möchte, braucht ein leichtfüßiges Bike, das stark im Antritt, effizient und definiert ist. Für den uneingeschränkten Fahrspaß sind zuverlässige Komponenten dennoch wichtig. Wir interpretieren diesen Einsatzbereich so: Kilometersammeln bei hohen Geschwindigkeiten mit einem maximal Leistungsfähigen Bike auf durchgehend gut asphaltierten Straßen. Sportlichkeits-Genuss-Verhältnis: 80 : 30 ( nicht immer muss alles 100 % ergeben!)↩
… oder kurz: Fahrradfahren. Aufgebrochene Straßen im Hinterland, festgefahrene Schotterpisten, lose Untergründe – manchmal schlammig, manchmal staubtrocken. Hierfür braucht es Bikes mit super Allround-Eigenschaften und Nehmerqualitäten bergauf wie bergab. Sportlichkeits-Genuss-Verhältnis: 50 : 50↩
Wer sein Bike nahezu täglich nutzen möchte, braucht meistens keine hochgezüchtete Rennmaschine. Solide Komponenten, die bei Wind und Wetter den Strapazen des des Dauerbetriebes gewachsen sind gehören hier zur Grundausstattung. Dabei sollte das Rad über praktikable Detaillösungen verfügen: integrierte Schutzbleche / Schutzbechmontagemöglichkeiten, Gepäckträger / Anschraubpunkte für Gepäck und eine Lichtanlage bzw. die Möglichkeit Lampen zu verbauen. Die Sitzposition und sollte entspannt, der Gesamtkomfort hoch sein, sodass der Afterwork-Ride zum Genuss und nicht zur Qual wird. Sportlichkeits-Genuss-Verhältnis: 30 : 70↩
In diesem Artikel stellen wir unser Bewertungssystem ausführlich vor: Hier klicken! ↩
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Text: Fotos: Valentin Rühl, Benjamin Topf, Robin Schmitt