Das BMC Alpenchallenge AMP will die geballte E-Road-Power des Shimano STEPS E8000-Motors mit nahtloser Integration und Schweizer Design vereinen. Ob das Konzept aufgeht, haben wir bei einer ersten Testfahrt für euch herausgefunden.

BMC Alpenchallenge AMP ROAD LTD | 15,15 kg in Größe L | 7.999 €

Nach dem Launch des brandneuen BMC Roadmachine präsentiert das Schweizer Unternehmen jetzt ein E-Rennrad mit integriertem Antrieb. Mit dem kraftvollen Shimano STEPS E8000-Elektromotor und einem Carbon-Rahmenset ist das Alpenchallenge AMP Road laut BMC für Fahrer konzipiert, die eigenständiges Design, maximale Leistung und eine besondere Fahrqualität suchen. Mit einem Gesamtgewicht von 15,15 kg in Größe L basiert das E-Rennrad der Schweizer auf dem E-Hybrid-Bike Alpenchallenge AMP Sport bzw. Cross und City. Im Gegensatz zu diesen Modellen mit geraden Lenkern kommt beim AMP ROAD ein Rennlenker zum Einsatz. Eine Anpassung, die BMC nach zahlreichen Testläufen als logische Konsequenz sah, da der niedrige Schwerpunkt der bestehenden Rahmenplattform aus Sicht der Konstrukteure eine ideale Basis für ein E-Rennrad bietet. Für straßenorientierte E-Bikes, so glaubt BMC, suchen Fahrer ein hohes Leistungsgewicht und damit ein System, das wendiges Handling eines traditionellen Rennrads mit einem kraftvollen E-Antrieb kombiniert. Wenn ihr genau wissen wollt, was alles im BMC steckt, lest einfach weiter.

Das BMC Alpenchallenge AMP ROAD im Detail

Das Alpenchallenge AMP Road folgt dem BMC-Motto „Ride further and faster“ und ist mit Shimanos STEPS E8000-Elektromotor ausgestattet. Mit 70 Nm Drehmoment, einer Nenndauerleistung von 250 W und einer Akkukapazität von 504 Wh soll der Shimano-Motor über ausreichend Leistung verfügen, um auch auf steilsten Anstiegen für ausreichend Unterstützung zu sorgen. Außerdem sind Motor und Akku zentral im Tretlager- bzw. Sitzrohr-Bereich montiert, sodass der Schwerpunkt zentral und tief unter dem Fahrer liegen soll. Gleichzeitig kann der Fahrer die drei Support-Modi sowie die verschiedenen Informationsbildschirme bequem über die Shimano ULTEGRA Di2-Schaltgriffe bedienen. Das ausgesprochen kompakte Shimano E7000-Display findet am Lenker Platz und soll somit alle notwendigen Informationen intuitiv bereitstellen.

Shimano STEPS E8000-Elektromotor
504 Wh-Akku und …
… 70 Nm bei 250 W Nenndauerleistung

Der Carbon-Rahmen des Alpenchallenge bietet zahlreiche clevere Features, die für mehr Komfort sorgen sollen. So ist neben der Reifenfreiheit von bis zu 42 mm (38 mm mit Schutzblech) die BMC MTT-Technologie ein markantes Merkmal des E-Rennrads. MTT steht für Micro Travel Technology und beruht auf einem System mit einem speziellen Polymer-Bauteil, welches zwischen Sitzstreben und Sitzrohr verbaut ist. In Kombination mit der Compliance der Kettenstreben sollen so bis zu 10 mm „Federweg“ freigegeben werden, was dem Heck des Bikes ein deutliches Plus an Komfort verschaffen soll.

Das MTT-Komfortsystem liefert 10 mm „Federweg“

Bei den beiden Topmodellen ALpenchallenge AMP ROAD LTD und ROAD ONE kommt außerdem das aus dem BMC Roadmachine bekannte ICS-Cockpit zum Einsatz. In Kombination mit den intern verlegten Leitungen bleiben so sämtliche Kabel und Züge vor den Augen des Betrachters verborgen. Außerdem verfügt das Rahmenset über 12 mm Thru-Axles und die ebenfalls aus dem Roadmachine bekannte D-förmige Carbon-Sattelsütze. Mit 160-mm-Bremsscheiben hinten und 180-mm-Rotoren vorne sollen die Alpenchallenge AMP Road-Modelle über ausreichend Bremspower verfügen, um auch lange Abfahrten ohne Überhitzungsprobleme zu meistern. Zusätzlich bietet das Alpenchallenge AMP Road, wie auch die weiteren Modelle der Rahmenplattform, integrierte Anschraubpunkte für Schutzbleche an Front und Heck.

180-mm-Bremsscheibe vorn und …
160 mm hinten

Das neue Alpenchallenge AMP Road ist in den Größen S, M und L erhältlich. Um eine ergonomische Position für ein möglichst breites Spektrum an Fahrern zu ermöglichen, bedienen sich die Modelle mit ICS-Cockpit ebenfalls der erweiterten Vorbau-Auswahl: Hier stehen Modelle mit 0°-Neigungswinkel von 55 mm bis 100 mm und Optionen mit -12°-Neigungswinkel von 90 mm bis 130 mm zur Auswahl. Die Carbon-Sattelstütze hat dabei bei allen Modellen einen Versatz von 15 mm.

Integriertes BMC ICS-Cockpit an den Topmodell AMP ROAD LTD und ONE

BMC Alpenchallenge AMP ROAD LTD

BMC Alpenchallenge AMP ROAD LTD | 15,15 kg in Größe L | 7.999 €

E-Antrieb Shimano STEPS E8000, 250 W, 70 Nm, 504 Wh
Schaltgruppe Shimano DURA-ACE R9170 Di2, 1 × 11, 44 T
Kassette Shimano DURA-ACE 11–30 T
Bremsen Shimano DURA-ACE Hydraulic mit SM-RT81-Rotoren 180/160 mm
Laufräder DT Swiss HEC 1400 SPLINE DB 47 Carbon
Reifen Vittoria Corsa Control TLR G+, 700 x 30C
Sattelstütze Alpenchallenge AMP „D“ Premium, Carbon, 15 mm Versatz
Lenker BMC ICS Aero, aero top shape, compact bend
Vorbau BMC ICS Aero, Integrated Aero Cockpit Design, mit GPS-Mount
Gewicht 15,15 kg in Größe L
Preis 7.999 €
Größen S (51–54), M (56–58), L (6163)
Verfügbarkeit ab sofort
Besonderheiten vorbereitet für Schutzbleche, Heck-Gepäckträger, Seitenständer

BMC Alpenchallenge AMP ROAD ONE – unser Test-Bikes

BMC Alpenchallenge AMP ROAD ONE | 14,81 kg in Größe M | 6.499 €

E-Antrieb Shimano STEPS E8000, 250 W, 70 Nm, 504 Wh
Schaltgruppe Shimano ULTEGRA R8070 Di2, 1 × 11, 44 T
Kassette Shimano ULTEGRA 11–34 T
Bremsen Shimano ULTEGRA Hydraulic mit SM-RT81-Rotoren 180/160 mm
Laufräder DT Swiss HE 1800 SPLINE DB 32
Reifen Vittoria Corsa Control TLR G+, 700 x 30C
Sattelstütze Alpenchallenge AMP „D“ Premium, Carbon, 15 mm Versatz
Lenker BMC ICS Aero, aero top shape, compact bend
Vorbau BMC ICS Aero- Integrated Aero Cockpit Design, mit GPS-Mount
Gewicht 14,81 kg in Größe M
Preis 6.499 €
Größen S (51–54), M (56–58), L (61–63), Testgröße L
Verfügbarkeit ab sofort
Besonderheiten vorbereitet für Schutzbleche, Heck-Gepäckträger, Seitenständer

BMC Alpenchallenge AMP ROAD TWO

BMC Alpenchallenge AMP ROAD TWO | 15,59 kg in Größe M | 4.499 €

E-Antrieb Shimano STEPS E6100, 250 W, 60 Nm, 504 Wh
Schaltgruppe Shimano GRX RX812, 1 × 11, 44 T
Kassette Shimano 105 11–34 T
Bremsen Shimano GRX RX400 mit SM-RT66 -Rotoren 160/160 mm
Laufräder DT Swiss R 500 DB
Reifen WTB Exposure, 700 x 34C
Sattelstütze Alpenchallenge AMP „D“ Premium, Carbon, 15 mm Versatz
Lenker BMC RAB 02, ergo top shape, compact bend
Vorbau BMC RSM 01, mit GPS- und GoPro-Mount
Gewicht 15,59 kg in Größe M
Preis 4.499 €
Größen S (51–54), M (56–58), L (61–63)
Verfügbarkeit ab sofort
Besonderheiten vorbereitet für Schutzbleche, Heck-Gepäckträger, Seitenständer

BMC Alpenchallenge AMP ROAD Geometrie

Größe S (51-54) M (56-58) L (61-63)
Sattelrohr 443 mm 480 mm 538 mm
Oberrohr 548 mm 583 mm 608 mm
Steuerrohr 120 mm 157 mm 193 mm
Lenkwinkel 71,3° 72,0° 72,0°
Sitzwinkel 73,5° 73,5° 73,5°
Kettenstrebe 435 mm 435 mm 435 mm
BB Drop 70 mm 70 mm 70 mm
Radstand 1.024 mm 1.053 mm 1.085 mm
Reach 380 mm 405 mm 425 mm
Stack 565 mm 600 mm 635 mm

BMC Alpenchallenge AMP ROAD ONE E-Rennrad im Test

Die Optik des brandneuen AMP ROAD ONE ist so eigenständig wie konsequent. Hier haben die Schweizer ganze Arbeit geleistet die markentypischen Design-Elemente auf ihre E-Rennrad-Plattform zu übertragen. Unser Testbike in Größe L mit einem gewaltigen Reach von 425 mm sieht nicht nur lang aus, sondern ist es auch. Hierbei ist zu bedenken, dass die Rahmengeometrien des Alpenchallenge ursprünglich für Cockpits mit kurzen Vorbauten und Riser-Lenkern konstruiert wurden. Es ist also wichtig, sich beim BMC-Händler des Vertrauens über den korrekten Fit des E-Rennrads zu vergewissern. Das breite Spektrum an erhältlichen Vorbau-Optionen von 55 mm bis 130 mm sollte hier genügend Spielraum bieten, um die längeren Griffweiten eines Rennlenkers zu kompensieren. Fahrer unter 1,70 m werden jedoch ihre Mühe haben, eine passende Rahmengröße bzw. ein richtiges Set-up zu finden.

Bereits im Eco-Modus, der geringsten Unterstützungsstufe, hat der der Shimano STEPS E8000-Antrieb ordentlich Power und sorgt für Vorschub. Während der Boost-Modus das volle Leistungspotenzial des Motors entfaltet, sobald man in die Pedale tritt, ist der mittlere Modus „Trail“ der natürlichste. Die Sensorik im Shimano-Motor erkennt Lastspitzen präzise und sorgt somit auch im Wiegetritt für einen natürlichen Kraftverlauf mit all seinen Hochs und Tiefs. Der Boost-Modus ignoriert hingegen die verminderte Kraft des Fahrers im oberen bzw. unteren Totpunkt der Pedalumdrehung und schiebt mit unverminderter Power weiter. Das sorgt zwar für Superman-Feeling, aber eben auch für ein Fahrgefühl, welches sich weit von dem eines unmotorisierten Rennrads entfernt. Hier ist anzumerken, dass die Eco- und Trail-Modi der Serienbikes um 50 % schwächer sein werden, als die unserer Testbikes. Diese „Drosselung“ der Motorleistung erscheint absolut sinnvoll und sollte für ein natürlicheres Fahrgefühl sorgen. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir dieses Update jedoch leider noch nicht testen. Die Bedienung des Shimano-Motors über die im Di2-Schaltgriff bereits vorhandenen Taste ist intuitiv und wunderschön integriert. Auch das Shimano E7000-Display überzeugt mit seiner Datenaufbereitung und ansprechenden Optik auf ganzer Linie!

Bei 25 km/h erreicht man das maximal zulässige Unterstützungs-Tempo. Der Shimano STEPS-Motor verringert seine Leistung angenehm linear ohne digitales Leistungsloch. Jedoch benötigt man im reinen Muskelbetrieb etwas zusätzliche Power, denn der Motor weist einen – wenn auch sehr geringen – zusätzlichen Tretwiderstand auf. Lässt man sich wieder in den Unterstützungsbereich des Motors zurückfallen, spürt man das Wiedereinsetzen deutlich.

Durch den tiefen Schwerpunkt lässt sich das Rad angenehm handeln. Trotzdem ist es aufgrund seiner Geometrie laufruhig und wenig verspielt. Der Mangel an Leichtfüßigkeit und die hohe Front laden zum genüsslichen Cruisen im Sattel ein. Auf dem Rad in Größe L sitzen wir sportlich gestreckt – eine Größe M wäre hier die richtige Wahl gewesen (1,86 m Körpergröße und 89,5 cm Innenbeinlänge). Features wie die Reifenfreiheit für bis zu 42 mm breite Pneus und die Bremsscheiben in 180 bzw. 160 mm Durchmesser sind sinnvolle Charakteristiken, die gut mit dem Fahrverhalten des AMP ROAD harmonieren.

Der Gesamtkomfort des AMP ROAD ONE ist gut. Hier schluckt das MTT-System kleinere und mittelgroße Schläge spürbar und sorgt für eine gute Vibrationsdämpfung. Auch die Front kombiniert Compliance des Rahmensets und des Cockpits zu einem guten Level an Fahrkomfort. Insgesamt lassen die vielen Komfortelemente das Fahrgefühl jedoch in bestimmten Situationen indirekt wirken, da das nötige Feedback vom Untergrund fehlt.

Fazit

Mit dem Alpenchallenge AMP ROAD ONE präsentiert BMC ein ausgesprochen kraftvolles E-Rennrad mit cleverer Integration und hervorragender Bedienbarkeit. Die Laufruhe und der Komfort des AMP laden zum Cruisen mit Motorunterstützung ein, inspirieren auf der anderen Seite aber wenig dazu, den 25 km/h-Bereich zu verlassen. Hier kann das AMP ROAD seine E-Hybrid- bzw. E-Fitnessbike-Wurzeln nicht verheimlichen. Wer auf der Suche nach einem E-Rennrad mit viel Power ist und den Fokus auf das genießen legt, bekommt hier ein durchdachtes und stimmiges Gesamtpaket mit ansprechender Optik.

Weitere Informationen findet ihr auf bmc-switzerland.com

Text: Benjamin Topf Fotos: Jérémie Reuiller, BMC