Stell dir vor, du willst eine aufregende Story schreiben und nichts passiert? Oder du verlässt dich auf dein Navi und es baut nur Mist? Oder du reist extra aus Los Angeles zu uns nach Stuttgart für einen exklusiven 5 Stunden langen Testride und musst unter Krämpfen aufhören. Schlimm? Im Gegenteil, denn an dieser Stelle fängt das Leben erst richtig an.
Keine Frage – wenn man sich kompromisslos auf die Tour de France vorbereitet hat und alles geht schief, dann ist das frustrierend. Man hatte ein großes Ziel vor Augen, sich extrem fokussiert und dann die Erkenntnis: alles gegeben, aber umsonst! Ist das so?
Klar – die wenigsten von uns fahren die Tour de France. Aber Ziele? Die haben wir doch fast alle. Große, kleine, verrückte, geheime. Und das ist gut so. Denn Ziele geben Richtung. Sie bringen uns in Bewegung. Und sie zeigen uns, was uns wichtig ist – selbst wenn wir unterwegs die Route ändern, das Tempo rausnehmen oder am Ende ganz woanders rauskommen als geplant.
Aber Ziele sind auch hinderlich. Zumindest dann, wenn sie so stark in den Vordergrund treten, dass wir das Leben vergessen – ganz egal ob Job, Sport, Beziehung oder dieses eine geile Bike, für das wir alles geben würden. Warum sie hinderlich sind? Viele wollen die Ergebnisse, hassen den Weg aber dorthin. Doch wenn wir unser Glück und unsere Zufriedenheit immer auf die Zukunft, immer auf das nächste Ziel verschieben, dann sind wir selbst die Karotte, die man dem Esel (=uns) vor die Nase hält. Lernen wir es jedoch, den Prozess und den Weg zu genießen, dann ist es auch ziemlich egal, ob wir am Ende woanders herauskommen. Und genau so war es mit dieser Ausgabe!
Eines unserer großen Highlights war der krönende Abschluss von einer Saison Rari Racing Team: 10 ausgewählte Leser reisten aus aller Welt – USA, Spanien, Island, Niederlande und Deutschland an, um das Testsieger-Bike unseres großen Race Bike Vergleichstests zu testen: die BMC Teammachine R01. Doch damit nicht genug: Gemeinsam mit den Machern des Bikes – BMC aus der Schweiz – schlüpften unsere Leser in gleich zwei Rollen. Erst wurden sie zu Produktmanagern, die ein Bike konzipieren sollten. Dann zu Journalisten, die sich überlegen mussten, welche Story sie aus diesem Event schreiben würden. Denn jede Story ist eine Perspektive. Was wir wahrnehmen, wem wir Raum geben und wie wir das Geschehen einordnen – all das entscheidet darüber, welche Wirkung eine Geschichte entfaltet. Ob sie berührt, bewegt, inspiriert. Oder eben nicht.
Egal, ob Effizienz, Antritt, Handling, Komfort, Grip, Pannenschutz oder sogar Aero-Vorteile – ein Verschleißteil am Bike beeinflusst all diese Faktoren. Mehr Speed pro Euro gibt’s sonst selten. Wir haben 13 der spannendsten High-End-Rennrad-Reifen auf der Straße und im Labor getestet. Was ist der beste und schnellste Rennradreifen? Und was sind die 7 zentralen Erkenntnisse? Findet’s in unserem Vergleichstest heraus!
Wenn wir schon beim Thema sind: Zu jedem Reifen gehört auch ein gutes Laufrad. Deshalb sind wir direkt zur Tour de France gefahren und haben das Team Lotto und den baskischen Laufradhersteller OQUO beim Grand Depart begleitet. Das Problem: Gute Laufräder sind schlecht für die Story. Aber keine Sorge: Die Story ist sehr lesenswert!
Wann hast du dich das letzte Mal verfahren? Oder deinen Bike-Computer verflucht? Wir haben die aktuell drei heißesten Top-Modelle von Garmin, Wahoo und Hammerhead im direkten Vergleich getestet. Und ehrlich, das war mit der nervenraubendste Vergleichstest, den wir seit langer Zeit gemacht haben. Manche Geräte kamen im Beta-Status zu uns und durch regelmäßige Software Updates verändern sich Funktionalität und Performance kontinuierlich. Der Charakter bleibt dennoch – also: welches Gerät kann was und passt zu euren Bedürfnissen? Welche Features sind wirklich nützlich und was nur teure Augenwischerei?
Wenn wir das Beste immer verfügbar haben, ist es manchmal wichtig, sich auch in Verzicht zu üben. Oder sich zu limitieren. So wie Ultra Cyclist Jack Thompson – der sich kurzerhand mit 2 Gängen ins Jahr 1903 zurückversetzt hat. Und seine eigene Tour de France gefahren ist.
Vielleicht geht’s am Ende gar nicht um das perfekte Ergebnis. Nicht um die meisten Kilometer, den längsten Atem oder das schnellste Bike. Sondern darum, wie wir die Reise erleben. Was wir fühlen, wenn’s hart wird. Was wir lernen, wenn was schiefläuft. Und wie wir wachsen, wenn wir loslassen. Und unser neuer Freund Dan aus L.A.? Hatte trotz Krämpfen eine mega gute Zeit – denn wenn nicht die Ziellinie das Maß aller Dinge ist, sondern die Experience, dann hat man von allem etwas!
In diesem Sinne: Viel Spaß mit dieser Ausgabe und euren nächsten Zielen. Wo auch immer sie euch hinführen.

Genießt den spannenden Themenmix dieser Ausgabe und lasst euch inspirieren! Hol dir die aktuelle Ausgabe direkt auf dein Gerät, wenn du unsere App bereits hast. Ansonsten einfach im App Store (iPhone/iPad) bzw. dem Play Store (Android Smartphones & Tablets) installieren.
Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann würde es uns sehr freuen, wenn auch du uns als Supporter mit einem monatlichen Beitrag unterstützt. Als GRAN FONDO-Supporter sicherst du dem hochwertigen Bike-Journalismus eine nachhaltige Zukunft und sorgst dafür, das die New-Road-Welt auch weiter ein kostenloses und unabhängiges Leitmedium hat. Jetzt Supporter werden!
Text: Robin Schmitt Fotos: diverse




