Gravel-Spirit? Rest in Peace! Auf der Suche nach Sekunden haben wir die schnellsten Race-Gravel-Bikes 2025 in unserer eigenen Gravel-WM – die im Gegensatz zum UCI WC tatsächlich in Nizza stattfand – gegeneinander antreten lassen. Neben dem schnellsten Gravel-Bike des Jahres gibt es klare Empfehlungen für jeden Fahrertyp. Findet heraus, was euch schneller macht, welches Bike zu euch passt – und welches ihr meiden solltet. Drei, zwei, eins – GO!

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Vom Schotterrand ins Rampenlicht – Wie Gravel-Racing den Mainstream erobert

Was einst nach staubigen Abenteuern und Lagerfeuer-Romantik klang, hat sich still und leise in die Pole Position des modernen Radsports geschoben. Gravel-Racing ist raus aus der Nische, rein ins Rampenlicht – und wer glaubt, hier geht’s noch um entspannte Ausfahrten im Flanellhemd, hat die letzten drei Jahre verschlafen. Spätestens seit dem Start der UCI Gravel World Championships und den letzten Jahren bei Unbound und The Traka ist klar: Das hier ist Rennsport mit allem, was dazugehört. Aero-Einteiler, High-End-Material, Feedzones, die an Formel-1-Boxenstopps erinnern – und mittendrin die Weltspitze, die sich zwischen Frühjahrsklassikern und Grand Tours auch noch aufs Gravel-Bike schwingt.

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Scott Addict RC Gravel 2025 Test Review WEB 5640 600x400 Wilier Rave SLR 2025 Test Review WEB 0052 600x400

Und auch die Bikes ziehen bei diesem Trend mit. Fast jeder Hersteller teilt sein Gravel-Line-up inzwischen sauber auf: Adventure-Gravel für Bikepacking – optimiert für Langstrecke sowie Komfort – und Race-Gravel für alle, die nach Performance und schnellen Bikes suchen. Und selbst innerhalb der Race-Kategorie ist die Vielfalt größer denn je: Vom ultraleichten Kletterbike bis zum aero-optimierten Boliden, vom cross-inspirierten Klassiker bis zum Offroad-Monster mit Mountainbike-Genen ist alles dabei, was sich auf einem der vielen Gravel-Rennen als Vorteil erweisen kann.

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Denn auch die Rennen selbst könnten unterschiedlicher kaum sein – von flachen Highspeed-Kursen auf Hardpack bis zu ruppigen Steinfeldern mit Matsch und Tragepassagen. Von Ultra-Endurance bis drei Stunden All-Out. Das stellt enorme Anforderungen an Mensch und Material – und sorgt dafür, dass das Angebot an Race-Gravel-Bikes immer heterogener wird. Da kaum ein professioneller Gravel-Racer mit einem Rad von der Stange an den Start geht und wir das Maximum an Performance herauskitzeln wollen, haben wir einige Custom-Aufbauten im Testfeld. Diese Bikes wurden beispielsweise mit sportlicheren Cockpits oder schnelleren Reifen ausgestattet und für den Test so aufgebaut, wie wir sie in einem Gravel-Rennen fahren würden.

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Eins ist jedenfalls klar: Es geht um Sekunden, um Taktik, um Präzision. Und wer auf dem Podium landen will, braucht das perfekte Setup – keinen Kompromiss, sondern ein Werkzeug, das exakt auf das Terrain abgestimmt ist. Und gerade weil der Sport noch jung ist, erleben wir eine Phase, in der Innovation greifbar wird: Überall entstehen clevere technische Lösungen für sehr spezifische Probleme. Das Segment erfindet sich quasi mit jedem Rennen ein Stück weit neu – und genau das macht es so spannend zu beobachten. Gravel-Racing ist in Bewegung. Und wir sind live dabei.

Und weil Gravel-Racing eben so vielseitig ist, braucht es auch eine Teststrecke, die genau das fordert. Keine Theorie, kein Labor und kein Schotter-Romantik-Klischee, sondern ein für die Gravel-WM würdiges Terrain. Also haben wir unsere Bikes dorthin geschickt, wo Gravel und Grandezza aufeinandertreffen: nach Nizza, an die Côte d’Azur. Was uns dort erwartet hat, war nicht nur traumhaft schön, sondern auch gnadenlos ehrlich.

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Gravel-Paradies an der Cote d’Azur – Race-Gravel-Bike-Test auf der großen Bühne

Was vielen UCI-Gravel-Athleten und -Athletinnen in diesem Jahr verwehrt blieb, durften wir mit unseren Testbikes in vollen Zügen erleben: Gravel-Racing in seiner schönsten Form – rund um Nizza, zwischen Alpenausläufern und azurblauem Mittelmeer. Warum die UCI ihre ursprünglich angekündigte Gravel-WM an der Côte d’Azur doch wieder abgesagt hat, bleibt ein Rätsel. Denn an Vielfalt, Anspruch und atemberaubenden Bildern mangelt es dieser Region ganz sicher nicht.

Unsere Teststrecke war eine epische Bühne für moderne Race-Gravel-Bikes. Weiße Schotterpisten, serpentinenartige Anstiege mit Blick aufs Meer, technische Abfahrten durch Pinienwälder, lose Steinpassagen und flowige Highspeed-Abschnitte. Dazu ein Wetter, das alles auf die Probe stellte: von knallender Sonne und böigem Küstenwind bis hin zu dichtem Nebel und plötzlichem Starkregen.

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Die Bedingungen hätten also kaum besser sein können, um das Material an die Grenzen zu bringen. Auf Asphalt, Hardpack, feinem Gravel, grobem Geröll und matschigen Trails mussten die Bikes zeigen, was in ihnen steckt – bergauf wie bergab, bei trockener Hitze sowie bei nasser Rutschpartie. Steile Rampen forderten die Kletterqualitäten, enge Kurven das Handling und schnelle Abfahrten die Laufruhe. Flachstücke verlangten nach Aero-Effizienz, wellige Passagen nach Rhythmus. Kurz: Diese Teststrecke hat nichts ausgelassen – und war genau das, was ein moderner Gravel-Test verdient: fordernd, wild und wunderschön.

Hier musste jedes Bike zeigen, wie es mit wechselndem Terrain, Wetter und Tempo klarkommt – keine Gnade, keine Ausreden. Doch was macht ein echtes Race-Gravel-Bike eigentlich aus? Worauf kommt es an, wenn es richtig schnell wird? Zeit für unsere Gravel-Racing-Must-haves.

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Gravel-Racing-Must-haves – Unsere 5 Kriterien für das beste Race-Gravel-Bike 2025

Komfort, Gepäckbeförderung und Feelgood-Rides stehen bei euch ganz oben auf der Prio-Liste? Dann könnte es sein, dass ihr hier falsch seid. Aber No-Worries! In unserem großen Adventure-Gravel-Vergleichstest haben wir gleich 19 der besten Bikes für Bikepacking-Abenteuer im direkten Vergleich getestet. Ihr steht auf maximale Gravel-Performance und hetzt mit Sand zwischen den Zähnen und ausgeklappten Ellbogen dem Platz auf dem Podium hinterher? Dann seid ihr hier genau richtig 😉.

In diesem Vergleichstest haben wir die Anforderungen an die Testbikes speziell an den Einsatz bei modernen Gravel-Rennen angepasst und die Bikes entsprechend bewertet. Gut ist, was schnell ist und das Bike, das am Ende in den meisten Fahrsituationen die Nase vorne hat, gewinnt das Rennen um das beste Race-Gravel-Bike 2025. Wir suchen also den schnellsten Allrounder, ein Bike, mit dem man bei jeder Art von Gravel-Rennen an den Start gehen kann.

Aber klar: Nicht jede Strecke, nicht jeder Fahrstil verlangt dasselbe. Wer ausschließlich bei ruppigen Ultra-Rennen startet, wer alles auf Kletterleistung setzt oder Gravel-Rennen mit hohem Asphaltanteil bevorzugt, braucht möglicherweise etwas ganz anderes als den Testsieger. Darum haben wir bewusst auch Spezialisten im Feld – Bikes, die in bestimmten Disziplinen brillieren und für manche von euch die bessere Wahl sein könnten. Doch bevor wir zu den Einzelwertungen kommen, stellt sich die entscheidende Frage: Worauf kommt es beim Gravel-Racing 2025 wirklich an?

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1. Kurve, Kies, Kontrolle – Oder warum Handling das A und O ist

Erinnert ihr euch an diesen einen Moment: Ihr haltet viel zu schnell in die Linkskurve, das Vorderrad verliert die Traktion – und ihr rettet das Bike, als wärt ihr Mathieu van der Poel? Genau um dieses Gefühl geht’s. Handling ist beim Gravel-Race keine graue Theorie, sondern das, was zwischen Sieg und Staubfressen entscheidet. Hierbei kommt es nicht nur auf euer Können, sondern auch auf die Fahreigenschaften des Bikes an.

Wenn ihr im Pulk durch enge Kurven jagt, über lose Untergründe driftet und euer Puls schon im roten Bereich kreiselt, muss euer Bike reagieren – nicht morgen, sondern jetzt. Ein präzises, direktes Lenkverhalten ist wie ein guter Wingman: unaufgeregt, verlässlich, immer da, wenn’s brenzlig wird. Ob ihr auf schnellen Schottergeraden die Linie halten oder euch auf technischen Trails durch enge Passagen fädeln müsst – nur wer das Bike unter Kontrolle hat, bringt auch die Power auf den Boden.

Die besten Race-Gravel-Bikes schaffen es, ein lebendiges, agiles Lenkverhalten mit Laufruhe und einem intuitiven Handling zu kombinieren. Natürlich, direkt und präzise – aber ohne dabei zur Zitterpartie zu werden. Denn was in engen Kurven für Agilität sorgt, kann auf ruppigen Abfahrten schnell zum Nachteil werden. Zu viel Nervosität im Steuerbereich kostet nicht nur Sicherheit, sondern auch Tempo. Das perfekte Setup findet die Balance: flink im Handling, aber ruhig im Charakter. Es reagiert auf Lenkimpulse, ohne überzureagieren – und bleibt auch dann stabil, wenn der Untergrund alles andere als glatt ist.

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2. Antritt und Beschleunigung – Wenn der Sprint zum Showdown wird

Der entscheidende Moment ist da: Ihr setzt zum Sprint an. Und euer Bike? Fühlt sich an wie ein müder Esel am Ruhetag. So geht euch sowohl Spaß als auch Erfolg flöten.
Egal, ob beim Kampf um den besten Platz vor der Single-Track-Sektion, einer Attacke am Berg oder den letzten Metern vor der Ziellinie: Ein echtes Race-Gravel-Bike muss explosiv beschleunigen. Deshalb sind Zielsprints und Berg-Attacken ebenfalls Teil unseres Tests und genau hier zeigt sich, welches Bike die Power am effizientesten auf den Schotter bringt. Gewicht spielt hier genauso eine Rolle wie die Laufrad- und Reifenwahl, aber die Crux liegt in der Verwindungssteifigkeit des Rahmens, der Gabel und des Cockpits. Nur wenn diese als Einheit funktionieren, kommen die hart erarbeiteten Watt auch da an, wo sie hin sollen: auf die Rennstrecke.

3. Komfort ist kein Luxus – Sondern eine Geheimwaffe

Mit tauben Händen und verspanntem Rücken um Podiumsplätze kämpfen? Lieber nicht! Komfort auf Race-Gravel-Bikes bedeutet nicht nur weniger Ermüdung, sondern auch bessere Performance über längere und härtere Strecken. Je nach Physis und Fitnesslevel unterscheiden sich die Anforderungen recht deutlich im Gegensatz zum Adventure-Gravel-Bike: Der Komfort darf nicht zu Lasten der Effizienz und des Handlings gehen. Diese beiden Punkte haben am Race-Gravel-Bike klar Priorität. Was wir suchen? Komfort ohne Performance-Einbußen. Ein Setup, das Vibrationen killt, ohne die Agilität einzuschläfern.

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4. One Bike to Rule Them All? – Vielseitigkeit am Race-Gravel-Bike

Gravel-Rennen sind so unterschiedlich wie das Gelände, auf dem sie stattfinden: flach und schnell, steil und ruppig oder einfach lang und unberechenbar. Während Profis für jedes Terrain das passende Setup parat haben, sieht die Realität für viele anders aus: ein Bike – viele Rennen. Punkt.

Moderne Gravel-Rennen fordern aber auch bei Amateuren alles ab: Material, Fahrtechnik und mentale Härte. Mal zählt maximale Kontrolle, Grip und Dämpfung. Mal gewinnt, wer jenseits der 35 km/h noch effizient Meter macht. Und manchmal braucht ihr einfach nur möglichst viel Reifenfreiheit, weil ein Drittel der Strecke zur klebrigen Matsch-Hölle mutiert ist. In diesem Vergleichstest suchen wir nach einem Bike, das in möglichst vielen Situationen performt. Welches Bike ist das richtige für euch? Kommt auf euren Rennkalender und das Wetter an 😉.

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5. Heißes Design = schnelle Beine – Der Gravel-Racing-Style-Faktor

Ob für den Ego-Boost an der Startlinie oder den perfekten Look auf dem Siegerfoto.
Ein scharfes Design wirkt nicht nur bei Kontrahenten und im Publikum, sondern gibt auch euch das gute Gefühl, auf dem richtigen Bike zu sitzen – Mental-Doping sozusagen. Ob aggressiv und aero oder clean und klassisch ist am Ende eine persönliche Stilfrage. Trotzdem achten wir im Test auf stimmige Rahmenproportionen, eine cleane Integration und ein passendes Farbkonzept. Etwas Style-Polizei steckt schließlich in jedem von uns.

Die heißesten Race-Gravel-Bikes 2025 – Das Testfeld im Überblick

Was für ein Feld! Zwei Jahre ist unser letzter großer Race-Gravel-Vergleichstest her – und seither hat sich das Segment in einem Tempo weiterentwickelt, das selbst die schnellsten Bikes alt aussehen lässt. Damals war Race-Gravel noch ein bunter Mix aus Allroad-, Crosser- und Adventure-Bike. Heute ist es eine knallhart fokussierte Disziplin, in der alles auf Speed, Präzision und maximale Effizienz ausgelegt ist. Wer hier mitspielen will, muss liefern – und das merkt man an jedem Detail.

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Allein die Zahlen zeigen, wie gewaltig der Sprung seit 2023 war: Die Reifenfreiheit ist im Schnitt von 43 auf 46 mm gewachsen – ein Plus von rund 7 %. Die tatsächliche Reifenbreite stieg von durchschnittlich 38 auf 42 mm, also ganze 10,5 % mehr Breite für Grip, Komfort und Rollwiderstand. Gleichzeitig purzelten die Kilos: Das Durchschnittsgewicht sank von 8,74 auf 7,98 kg – eine Reduktion um gut 8,7 %. Der Preis? Wortwörtlich hoch: Mit einem Durchschnittspreis von 9.512 € liegt das neue Testfeld satte 47 % über den 6.454 € von 2023. Das liegt nicht nur an der Inflation und unserem neuen Ansatz, diesmal auch Custom-Lösungen an den Start gehen zu lassen, um das letzte bisschen Performance herauszukitzeln. Auch das Race-Gravel-Segment wird immer professioneller und das merkt man definitiv daran, dass immer mehr Hersteller hochpreisige Top-Modelle im Angebot haben.

Marke Modell Schaltgruppe (Gänge) Reifenbreite (in mm) Reifenfreiheit (v/h in mm) Laufräder Gewicht (getestete Größe) Preis
3T Extrema Italia SRAM RED XPLR AXS (1×13) 50 57/57 3T Discus 45 I 40 LTD Carbon Ti hubs 8,84 kg (56) 11.900 €
Cannondale SuperX 2 Shimano GRX RX825 Di2 (2×12) 40 51/48 Reserve 40|44 8,53 kg (56) 6.899 €
Canyon Grail CFR XPLR SRAM RED XPLR AXS (1×13) 40 46/42 Zipp 303 XPLR SW 60 7,70 kg (M) 8.499 €
Falkenjagd Aristos SL Campagnolo Super Record Wireless (2×12) 45 45/45 Fulcrum Sharq 42-48 8,37 kg (L) 13.327 €
MERIDA SILEX 8000 Shimano GRX825 Di2 (2×12) 45 45/45 Easton EC70 AX 28 8,96 kg (M) 5.699 €
Parapera Anemos² Campagnolo Super Record Wireless (2×12) 40 40/40 Lightweight Pfadfinder Evo 38 7,47 kg (L) 9.911 €
ROSE BACKROAD FF RED XPLR AXS SRAM RED XPLR AXS (1×13) 40 45/45 ROSE GC50 8,04 kg (M) 6.999 €
SCOTT Addict Gravel RC SRAM RED XPLR AXS (1×13) 45 45/45 Fulcrum Sharq 42–48 7,86 kg (L) 8.999 €
Superior XR 9.7 GF Shimano Ultegra R8100 Di2 (2×12) 40 45/45 DT Swiss ER 1600 23 8,00 kg (54) 4.899 €
Specialized S-Works Crux SRAM RED XPLR AXS (1×13) 42 47/47 Roval Rapide CLX II 50|62 7,22 kg (56) 13.210 €
Trek Checkmate SLR 9 AXS SRAM RED XPLR AXS (1×13) 38 45/45 Bontrager Aeolus RSL 37V 7,74 kg (M) 10.999 €
Wilier Rave SLR SRAM RED XPLR AXS (1×13) 40 42/42 Miche Graff Aero 42 7,62 kg (L) 10.200 €
Durchschnitt 42,27 46/46 7,98 kg 9.513 €

3T Extrema Italia

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Das 3T Extrema Italia ist kein Rad für halbe Sachen. Mit massiven Schwalbe G-One RX Pro-Reifen in 50 mm Breite, Aero-Rahmen im Carbon-Rohlook und kompromisslosem Setup bringt es echten Monstertruck-Vibe ins Race-Gravel-Game. Der Rahmen vereint Aerodynamik und Vielseitigkeit: schmales Steuerrohr, breites Unterrohr und dazu genug Montagepunkte für Selbstversorger-Rennen über die Langdistanz. Im Gelände zeigt das Extrema seine Stärken: unglaubliche Laufruhe, enormer Grip und Fahrstabilität auf jedem Untergrund. Der Antritt ist zwar eher gemächlich, doch wer Kontrolle und Komfort sucht, wird hier fündig. Ein Spezialisten-Bike für Ultra-Rennen, raues Terrain und Gravel-Abenteuer ohne Limit.

Cannondale SuperX 2

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Mit dem SuperX 2 bringt Cannondale ein topmodernes Race-Gravel-Bike an den Start – und bricht dabei radikal mit den wendigen Cyclocross-Genen des vorherigen SuperX. Wo das CX-Bike noch wendig und agil war, setzt das neue SuperX 2 voll auf Laufruhe, Stabilität und souveränes Handling. Besonders auf schnellen Abfahrten und rauem Terrain glänzt das Bike mit einer Gelassenheit, die Vertrauen schafft. Dank ausgewogener Geometrie, cleveren Flexzonen und viel Reifenfreiheit zieht das SuperX 2 auch im gröbsten Schotter ruhig seine Linie. Kombiniert mit dem aerodynamisch durchdachten Rahmenset inklusive Delta-Gabelschaft und integrierten Aero-Flaschen ist das SuperX 2 wie gemacht für lange, harte Gravel-Rennen. Ein modernes Race-Gravel-Bike mit beeindruckender Stabilität – für alle, die bei voller Fahrt nicht die Kontrolle verlieren wollen.

Falkenjagd Aristos SL

Falkenjagd Aristos SL 2025 Test Review WEB 175

Das Falkenjagd Aristos SL ist eine Ansage – und zwar eine aus Titan. Mit einem Preis von 13.327 € ist es das teuerste Bike im Race-Gravel-Test, doch hinter der Summe steckt weit mehr als bloßer Luxus. Der Rahmen aus leichtem Grade 5 Titan, kombiniert mit einer passenden Titan-Gabel und anodisierten goldgrünen Schriftzügen, verleiht dem Bike nicht nur eine außergewöhnliche Optik, sondern auch das Versprechen maximaler Haltbarkeit. Die Ausstattung ist ebenso exklusiv wie auffällig: Campagnolo Super Record Wireless, Fulcrum Sharq-Laufräder und ein sportliches Carbon-Cockpit der Schwestermarke Parapera bilden ein Paket, das kompromisslos auf Performance getrimmt ist. Auf der Rennstrecke überrascht das Aristos SL mit einem lebendigen, agilen Fahrverhalten, hohem Fahrspaß und viel Komfort. So entsteht ein vielseitiges Race-Gravel-Bike mit Charakter – kein Aero-Wunder, aber eine stilvolle, langlebige Spaßmaschine für anspruchsvolle Fahrer.

MERIDA SILEX 8000

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Das MERIDA SILEX 8000 bringt Adventure-DNA und Race-Ambitionen in einem Rahmen zusammen. Für unseren Test wurde es gezielt auf den Rennbetrieb getrimmt – mit schmalem Cockpit, schnellen MAXXIS Reaver-Reifen und sportlicher Sitzposition. Zwar bleibt es mit 8,96 kg das schwerste Bike im Vergleich, doch es punktet mit enormer Laufruhe und Stabilität, besonders auf groben Gravel-Passagen. Der lange Radstand, flache Lenkwinkel und die komfortable Geometrie machen das SILEX zum idealen Begleiter für lange Rennen, Ultra-Distanzen und Einsteiger, die ein gutmütiges, verzeihendes Handling suchen. In Sachen Kletter-Performance und Sprintstärke muss sich das 5.700 € günstige SILEX 8000 den im Schnitt fast doppelt so teuren, reinen Race-Gravel-Bikes geschlagen geben, kann aber vor allem auf ruppigen Strecken an so manchem Race-Boliden vorbeiziehen.

Parapera Anemos²

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Mit nur 7,47 kg gehört das Parapera Anemos² zu den leichtesten Gravel-Bikes im Test – kompromissloser Leichtbau zieht sich vom Vollcarbon-Sattel über Schmolke-Stütze bis zu den teuren Lightweight-Laufrädern. Optisch ist das Bike ein Kunstwerk, technisch setzt es auf eine Campagnolo Super Record Wireless und eine schnelle Reifen-Kombi aus Schwalbe G-One R und RS Pro. Die Geometrie mit kurzem Radstand, steilem Lenkwinkel und den kürzesten Kettenstreben im Test sorgt für messerscharfes Handling, das auf feinem Untergrund enormen Fahrspaß bringt. Doch der Fokus auf Speed fordert Kompromisse: Die maximale Reifenfreiheit von 40 mm begrenzt Dämpfung und Traktion, auf rauem Terrain fehlt es an Reserven und Komfort. Das Anemos² ist kein Bike für grobes Gelände, sondern ein pfeilschneller Climber mit Race-DNA – ideal für harte Anstiege, Asphalt und feinen Schotter. Wer ein ultraleichtes, agiles Bike für schnelle Rennen unter guten Bedingungen sucht, bekommt hier einen der direktesten Kletterer im Testfeld.

SCOTT Addict Gravel RC

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Das SCOTT Addict Gravel RC ist zwar schon seit 2021 auf dem Markt, doch es zeigt im Test eindrucksvoll, dass es noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Mit seinem modernen Look, der auffälligen Lackierung und einem ausgewogenen Verhältnis aus Agilität und Stabilität liefert es genau das, was man sich von einem Race-Gravel-Bike erhofft. Schon auf den ersten Metern begeistert das SCOTT mit einem direkten, verspielten Handling, das enge Kurven und schnelle Richtungswechsel zum Vergnügen macht. Trotz seiner Spritzigkeit bleibt es auch bei höherem Tempo stabil, was besonders auf schnellen Abfahrten für Vertrauen sorgt. Die sportliche Geometrie lädt zum Angreifen ein, ohne den Fahrer zu überfordern – ein idealer Kompromiss aus Race-DNA und Alltagstauglichkeit. Auch wenn das 42 cm breite Cockpit nicht ganz ins Aero-Zeitalter passt, funktioniert es im Gesamtpaket tadellos. Ob schnelles Rennen, Gravel-Marathon oder einfach nur Spaß am Wochenende – das Addict Gravel RC liefert ab! – Fettes Grinsen im Gesicht inklusive.

Superior XR 9.7 GF

Superior XR 9

Mit dem XR 9.7 GF bringt Superior ein echtes Allroad-Bike in den Race-Gravel-Vergleich – leicht, wendig und mit viel Fahrspaß. Für 4.899 € bietet es ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, doch im direkten Vergleich offenbaren sich klare Schwächen. Die Ausstattung mit Rennrad-Schaltgruppe, schmalen 35-mm-Reifen und Endurance-orientierten Laufrädern limitiert die Gravel-Race-Tauglichkeit deutlich. Zwar überzeugt das Bike auf Asphalt und leichtem Schotter mit agilem Handling, hoher Compliance und explosivem Antritt, doch auf ruppigem Untergrund fehlt es an Grip und Kontrolle. Die Geometrie ist sportlich und bringt ordentlich Druck aufs Pedal, dennoch leidet die Race-Performance unter dem zu breiten Cockpit und der fehlenden Spezialisierung. Das XR 9.7 GF macht Spaß, keine Frage, aber als Race-Gravel-Bike fehlt der letzte Schliff. Mit angepasster Gravel-Ausstattung hätte es das Potenzial, ganz vorne mitzufahren. So bleibt es vor allem eines: eine Allroad-Rakete.

Specialized S-Works Crux

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Das S-Works Crux bleibt auch 2025 das leichteste Bike im Test – 7,22 kg mit voller Race-Ausstattung, darunter SRAM Red XPLR, Aero-Cockpit und Roval Rapide CLX II-Aero-Laufräder. Diese sollen fehlende Aero-Rahmenformen kompensieren und dem etwas in die Jahre gekommenen Crux eine schnellere Optik verleihen, und das mit Erfolg: Das Crux sprintet explosiv, klettert mühelos und reagiert auf jeden Lenkimpuls mit chirurgischer Präzision. Auf Asphalt und Hardpack fühlt es sich pfeilschnell an, verliert aber auf grobem Terrain durch schmale Felgen und Reifen etwas an Kontrolle und Grip. Die auf Cyclocross ausgelegte Geometrie sorgt für ein ultradirektes, wendiges Fahrverhalten, das geübte Fahrer begeistert. Auf langen, schnellen Abfahrten fehlt im Vergleich etwas Laufruhe, doch wer Leichtigkeit, Präzision und maximale Agilität sucht, findet im Crux ein pures Rennwerkzeug für steile und technische Kurse.

Trek Checkmate SLR 9 AXS

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Mit dem Checkmate SLR bringt Trek ein konsequent auf Racing getrimmtes Gravel-Bike an den Start – ausgestattet mit Aero-Rahmenformen, integriertem Cockpit und dem bewährten IsoSpeed-Feature für mehr Komfort am Heck. Der Fokus liegt klar auf Effizienz und Speed: Mit 7,74 kg ist das Checkmate leicht, beschleunigt willig und hält auf Hardpack und Asphalt souverän das Tempo. Die Geometrie ist sportlich-kompakt, das Handling präzise, wenn auch nicht ganz so wendig wie bei den agilsten Bikes im Test. Serienmäßig rollt das Bike auf 38 mm breiten Bontrager Girona-Semi-Slick-Reifen, was in schnellen Rennen zwar für Top-Speed sorgt, die auf grobem Terrain und feuchten Untergründen jedoch spürbar an Grip und Dämpfung vermissen lassen. Dank 45 mm Reifenfreiheit lässt sich das aber leicht aufrüsten. Wer ein schnelles, aerodynamisches Race-Gravel-Bike für feste Untergründe sucht, findet hier ein starkes Gesamtpaket mit viel Komfort und klarer Race-DNA.

Wilier Rave SLR

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Das Wilier Rave SLR tanzt leichtfüßig zwischen Asphalt und Schotter. Mit 7,6 kg bringt es echtes Race-Feeling auf feste Untergründe und die sportliche Geometrie sorgt für ein agiles, aber nicht nervöses Handling. Auf kompaktem Schotter und Hardpack überzeugt das Rave mit direktem Antritt, präziser Lenkung und sportlicher Sitzposition. Doch sobald der Untergrund gröber wird, zeigen sich die Grenzen: Die maximale Reifenfreiheit von 42 mm limitiert den Spielraum, die verbauten Vittoria Terreno Dry-Reifen in 40 mm bieten wenig Grip und die straffe Front gibt Vibrationen ungefiltert weiter. Optisch überzeugt das Rave mit italienischem Feinsinn, das cleane Cockpit und die durchdachte Integration runden das edle Gesamtbild ab. Für den Offroad-Einsatz fehlen Grip und Komfort, doch auf schnellen Kursen spielt das Bike seine Stärken voll aus.

Kauftipp: Canyon Grail CFR XPLR

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Das Canyon Grail CFR XPLR vereint kompromisslose Renn-DNA mit überraschend hohem Komfort und präzisem Handling. Vom ersten Tritt an vermittelt das Bike ein direktes, aber nie nervöses Fahrgefühl – ideal für lange Gravel-Rennen, technische Abfahrten oder schnelle Positionskämpfe im Pulk. Die Geometrie sorgt für Stabilität bei Highspeed und Agilität und zwar dort, wo es drauf ankommt. Das Grail CFR XPLR ist ein echtes Multitalent – schnell, intuitiv und komfortabel. Abgerundet wird dieses Alleskönner-Race-Paket mit vielen cleveren Features von Rahmenfach, über magnetisch befestigte Aero-Rahmentasche bis zur einfach montierbaren Aero-Extension. Wer maximale Vielseitigkeit mit echter Race-Performance sucht, liegt hier goldrichtig. Gleichzeitig bleibt Canyon mit dem Preis des Top-Modells unter dem Testfeld-Durchschnitt. Ein verdienter Kauftipp!

Testsieger: ROSE BACKROAD FF RED XPLR AXS

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Das ROSE BACKROAD FF Red XPLR AXS ist ein kompromisslos auf Speed getrimmtes Race-Gravel-Bike. Für 6.999 € bietet es eine Ausstattung, die auch doppelt so teuren Rädern Konkurrenz macht: aero-optimierter Rahmen, SRAM Red XPLR AXS, eigens entwickelte Aero-Gravel-Laufräder und ein spezielles One-Piece-Cockpit. Mit 8,04 kg liegt es knapp über dem Durchschnitt, dafür sorgt das sehr steife Setup für den explosivsten Antritt im Test und eine hervorragende Effizienz auf jedem Terrain. Das messerscharfe Handling macht nicht nur extrem viel Spaß, sondern spielt auch in Sachen Präzision ganz oben mit, ohne dabei die Laufruhe oder Stabilität zu vernachlässigen. Der straffe Rahmen bringt klare Abzüge im Komfort mit, wer damit umgehen kann, bekommt jedoch pure Race-Performance. Kein Bike im Test war kompromissloser, schneller oder fokussierter. Ein verdienter Testsieger – Fast Forward ist hier mehr als nur ein Name.

Tops:

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Schmales Steuerrohr, abgeflachte Trinkflaschen: Das Aero-Konzept am Cannondale SuperX 2 geht die Extrameile.
Canyon Grail CFR 2025 Test Review WEB 5809
Die bündig mit dem Rahmen abschließende Aero-Tasche am Canyon Grail CFR XPLR sieht schick aus, lässt sich mit einem Handgriff entfernen und integriert sich nahtlos ins Design.
Canyon Grail CFR 2025 Test Review WEB 5847 1
Canyon verbaut als einziger Hersteller ein Rahmenfach am Race-Gravel-Bike. Die wichtigsten Tools sind somit immer mit dabei, vor Schmutz geschützt und ohne Aero-Nachteil verstaut.
Scott Addict RC Gravel 2025 Test Review WEB 6473
Die Schwalbe G-One RS Pro-Reifen in 45 mm konnten in unserem Fahrtest den besten Mix aus Speed, Grip und Komfort bieten.
Parapera Anemos 2025 Test Review WEB 0644
Das in Rahmenfarbe lackierte Cockpit am Parapera Anemos² sieht nicht nur verdammt schick aus, sondern misst 38 cm im Oberlenker für eine kompromisslose Aero-Position. Durch ordentlich Flare in den Drops ist es trotzdem gut zu kontrollieren.
Rose Backroad FF 2025 Test Review WEB 6595 1
Die SRAM RED AXS XPLR-Schaltgruppe bleibt in Sachen Brems- und Schaltperformance ungeschlagen. Einfach, schnell und verlässlich.
Trek Checkmate SLR 9 AXS 2025 Test Review WEB 6154 1
Das IsoSpeed-System am Trek Checkmate SLR 9 arbeitet unauffällig und bringt viel Komfort ans Bike.
Wilier Rave SLR 2025 Test Review WEB 6290
Die detailverliebte Lackierung am Wilier Rave SLR hat es uns angetan.

Flops:

3T Racemax Italia 2025 Test Review WEB 6368
Kein Kettenstrebenschutz bei einem so offroad-orientierten Bike wie dem 3T Extrema Italia? Ganz schön fahrlässig.
Cannondale SuperX 2025 Test Review WEB 6397
Chance verpasst! Der Lenker am sonst so modernen Cannondale wirkt mit minimalem Flare und 40 cm Breite etwas oldschool und wenig aero.
Canyon Grail CFR 2025 Test Review WEB 5213 1
Die Kombination aus sehr breiten Felgen und schmalen Reifen am Canyon Grail CFR XPLR birgt das Risiko für teure Defekte.
Parapera Anemos 2025 Test Review WEB 0641 1
Der glatte Carbonsattel auf dem Parapera Anemos² ist ziemlich rutschig. Da hilft nur Griptape.
Superior XR 9
Die 35 mm schmalen G-One Allround-Reifen am Superior XR 9.7 GF sind für den Gravel-Race-Einsatz nicht wirklich geeignet.
Wilier Rave SLR 2025 Test Review WEB 6318
Wilier verbaut am Rave SLR eine SRAM RED XPLR ohne Powermeter. Und das bei einem Preis von 10.200 €? Uncool!

Worauf es wirklich ankommt – 10 Erkenntnisse aus dem Race-Gravel-Bike-Test

Was macht ein Race-Gravel-Bike wirklich schnell? Diese Frage stand bei jedem Testkilometer im Raum – und nach unzähligen Kilometern auf zwölf grundverschiedenen Bikes haben wir zehn klare Antworten gefunden:

Race Gravel Bike Test 2025 Test Review WEB 4013 1 600x400 Scott Addict RC Gravel 2025 Test Review WEB 4494 600x400

1. Reifenbreite – Sweet Spot erreicht?

Breit, breiter, besser? Nicht immer. Der Trend geht seit Jahren zu mehr Volumen – und ja, bei einigen Rennen rollen mittlerweile sogar XC-MTB-Reifen durchs Ziel. Doch unser Test zeigt: Der Sweet Spot für den besten Allrounder liegt aktuell bei 45 mm. Reifen wie der Schwalbe G-One RS Pro am SCOTT Addict Gravel RC liefern hier das beste Gesamtpaket aus Komfort, Grip und Rollwiderstand – besonders auf gemischtem Terrain mit Asphalt, Schotter und schnellen Abfahrten. Klar ist aber auch: Die perfekte Reifenwahl hängt stark von Kurs, Untergrund und Wetter ab. Bei Matsch oder losem Geröll bringen breitere und gröbere Pneus mehr Sicherheit, kosten aber auf schnellen Abschnitten Tempo. Wer vorne mitfahren will, sollte also nicht nur die Breite, sondern vor allem den Einsatzzweck im Blick haben.

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2. Grip ist keine Nebensache – Das richtige Reifenprofil entscheidet

Vom groben Stollen bis zur glatten Lauffläche – die Reifenprofile im Testfeld decken die ganze Bandbreite ab. Was auf trockenem Hardpack deutlich schneller ist, kann bei Regen schnell zum Ritt auf der Rasierklinge werden. Semi-Slicks wie der Goodyear XPLR am Canyon Grail rollen schnell, verlieren bei Nässe aber spürbar an Grip. Besonders vorn sollte man auf ein Profil setzen, das in Kurven und Bremszonen zuverlässig hält – denn dort entscheidet sich, ob man die Linie fährt oder rutscht. Auch hier gilt: Strecke, Wetter und Fahrstil sind entscheidend. Der beste Reifen ist der, der zur Situation passt – nicht der, der am schnellsten aussieht.

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3. Must-have bei Matsch: Reifenfreiheit

Viele der getesteten Bikes stoßen bei unserer Sweetspot-Reifenbreite von 45 mm schon an ihre Grenzen. Zwar werben viele Hersteller mit dieser Freigabe, doch in der Praxis bleibt bei manchen Bikes wie dem Falkenjagd Aristos SL kaum Platz für Matsch, Steine oder Seitenflex. Wer hier nicht plötzlich mit verstopftem Hinterbau am Streckenrand steht oder gleich schultern muss, braucht mehr als nur theoretische Reifenfreiheit. Ein paar Millimeter extra entscheiden im Rennen zwischen freiem Rollen und totalem Stillstand.

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4. Aero ist im Gravel-Game angekommen

Gravel-Racing wird nicht nur härter, sondern auch schneller – und mit der Geschwindigkeit wächst die Bedeutung der Aerodynamik. Aero-Cockpits, integrierte Leitungen, tiefe Laufräder und windschnittige Sitzpositionen sind längst keine reinen Road-Trends mehr, sondern fester Bestandteil moderner Race-Gravel-Bikes. Was gestern noch der Straße vorbehalten war, findet heute immer schneller seinen Weg auf den Schotter – und bringt dort eine entscheidende Watt-Ersparnis. Wer vorne mitfahren will, kommt an Aero-Optimierungen längst nicht mehr vorbei – auch wenn’s staubt.

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5. Mehr als Komfort – Dämpfung macht schnell

Wer Dämpfung nur mit Bequemlichkeit gleichsetzt, denkt zu kurz. Denn gezielte Nachgiebigkeit im Rahmen, an Sattelstütze, Cockpit oder über die Reifen wirkt sich direkt auf Rollwiderstand, Kontrolle, Handling und Ermüdung aus. Ein Bike, das kleine Schläge filtert, hält die Spur besser, lässt sich präziser steuern und schont Kraftreserven auf langen, rauen Strecken. Am Ende bedeutet das: mehr Kontrolle, mehr Effizienz – und mehr Speed. Dämpfung ist kein Komfortbonus, sondern ein echtes Race-Feature.

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6. Die beste Schaltung am Race-Gravel-Bike

Die SRAM RED AXS XPLR hat sich im Gravel-Race-Segment klar an die Spitze gesetzt. Sieben von zwölf Bikes im Test setzen auf das 1x-System – und das aus gutem Grund. In Sachen Bremspower, Schaltlogik und Schaltperformance ist die Gruppe aktuell ungeschlagen. Gerade auf ruppigen Pisten spielt das Setup seine Stärken aus: Eine hohe Kettenspannung, smoothe Schaltvorgänge unter Last und weniger bewegliche Teile sorgen für eine reibungslose, verlässliche und intuitive Schaltperformance. Keine Sekunde zum Nachdenken, kein Umwerfer, kein Kettenschlagen – die High-End-Gruppe hat sich etabliert und setzt den neuen Standard für Tempo, Kontrolle und Fokus aufs Wesentliche.

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7. Mehr Mounts, mehr Möglichkeiten – Auch im Race-Einsatz

Selbst am kompromisslosesten Race-Gravel-Bike machen Anschraubpunkte Sinn. Bei langen Rennen reicht die Trikottasche oft nicht aus – eine kleine Rahmentasche für Tools, eine zusätzliche Flasche oder ein Top-Tube-Bag für Gels können den Unterschied machen. Das Mehrgewicht der Ösen? Verzichtbar gering. Der Nutzen hingegen? Enorm. Hersteller wie Canyon zeigen, wie es gemacht wird und integrieren ihre Taschen und Rahmenfächer so aerodynamisch, dass sie kaum auffallen, aber im Rennen echte Vorteile bringen.

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8. Mehr als Allroad-Bikes mit breiten Reifen

Hersteller wie Superior oder Parapera setzen bei ihren Race-Gravel-Bikes auf klassische Allroad-Plattformen mit etwas mehr Reifenfreiheit. Kurze Kettenstreben, steiler Lenkwinkel, hoher Tretlagerbereich – das alles sorgt für ein sehr wendiges, direktes Handling und viel Präzision auf Asphalt und Hardpack. Doch in ruppigen Abfahrten fehlt es spürbar an Laufruhe und Kontrolle, vor allem in Kombination mit den meist schmaleren Reifen. Speziell für den Gravel-Race-Einsatz entwickelte Bikes wie das ROSE BACKROAD FF schaffen hier den Spagat: Sie kombinieren Wendigkeit mit Stabilität – und geben auch in schnellen, technischen Passagen das nötige Vertrauen.

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9. Direktes Handling, hohe Laufruhe – Ein Balanceakt auf Schotter

Wie verspielt darf ein Bike sein, ohne nervös zu wirken? Wie laufruhig, ohne träge zu werden? Bikes wie das MERIDA SILEX oder Cannondale SuperX setzen klar auf Laufruhe: sicher bei Speed, souverän auf Abfahrten, aber auf engen Kursen etwas schwerfällig. Das ROSE BACKROAD FF und SCOTT Addict Gravel RC treffen dagegen genau den Sweet Spot – agil im Handling, ohne nervös zu werden, und dabei stabil genug für ruppige Highspeed-Passagen. Genau diese Balance bringt Fahrspaß, Kontrolle und am Ende auch Zeitgewinn.

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10. Das Gewicht spielt eine Nebenrolle

Bis jetzt kein Wort über das Gewicht? Absicht. Denn obwohl es für einige immer noch der heilige Gral ist, spielt es für eine sehr gute Allround-Performance nicht die wichtigste Rolle. Klar, ein leichtes Bike ist am Berg schneller und macht sich in knackigen Antritten bemerkbar. Aber auf rauem Untergrund, in Abfahrten, bei herausforderndem Terrain und langen Renntagen zählen auch andere Dinge: Gewichtsverteilung, Handling, Laufruhe, Rollwiderstand, Effizienz. Gravel-Race-Bikes haben einige Möglichkeiten, einen kleinen Gewichtsnachteil zu kompensieren. Unser Testsieger? Schwerer als der Durchschnitt – und trotzdem das schnellste Bike. Warum? Weil hier das Gesamtpaket stimmt und das am Ende mehr bringt als ein paar eingesparte Gramm auf der Waage. Wer beim Graveln nur aufs Gewicht schaut, übersieht oft das, was wirklich schnell macht.

Fazit

Der Gravel-Rennsport ist erwachsen geworden und dennoch weiterhin in einer Findungsphase – das spiegelt sich auch in den Bikes wider. Während 2023 noch viele Modelle irgendwo zwischen Abenteuerlust und Rennambition pendelten, geht es 2025 zur Sache: mehr Spezialisierung, mehr Performance, mehr Systemintegration. Klar ist: Das eine perfekte Race-Gravel-Bike für alle gibt es nicht. Je nach Kurs, Untergrund und Fahrstil braucht es unterschiedliche Stärken – sei es maximale Laufruhe, explosive Wendigkeit oder Aero-Vorteile. Wer die Strecke und die eigenen Prioritäten genau kennt, findet heute besser denn je das passende Werkzeug für’s Podium.


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Text & Fotos: Jan Richter