Ausgabe #014 Test

Oval und 2-fach – AbsoluteBLACK Premium Sub-Compact-Kettenblätter im Test

Der britische Kettenblatt-Spezialist AbsoluteBLACK hat vor zwei Jahren als erster Hersteller weltweit ovale Sub-Compact-Kettenblätter auf den Markt gebracht. Wir haben die CNC-gefrästen Kettenblätter drei Monate lang getestet und sagen euch, wie schwer der Umstieg und wie sinnvoll der Einsatz am Gravel-Bike ist.

AbsoluteBLACK Premium Sub-Compact | 28 und 101 g – 46/30T | 76,95 und 115,95 € | Hersteller-Website

Wer auf der Suche nach ovalen Sub-Compact-Kettenblättern für sein Gravel-Bike ist, kommt um die Produkte von AbsoluteBLACK nicht herum. Die bereits vor Jahrzehnten erfundenen Blätter verdanken ihr Comeback vor allem Chris Froomes Vorliebe für alles, was oval ist. Sie sollen die Tretkraft in dem Moment maximieren, wenn man mit voller Energie in die Pedale tritt, und umgekehrt auch den Widerstand in den oberen und unteren Totpunkten minimieren. Ein geschmeidigeres Treten, ein effizienteres Nutzen der Muskelgruppen und eine gefühlt geringere Anstrengung sollen die System-Vorteile sein. Die Kettenblätter von AbsoluteBLACK sind mit allen Shimano-4-Arm-Kurbeln mit einem Lochkreis von 110 mm kompatibel, egal ob 10-, 11- oder 12-fach. Die kleinen Kettenblätter sollen 27 und 30 g (30T bzw. 32T) wiegen und sind ausschließlich in Schwarz erhältlich, die großen sollen auf 99 und 110 g (46 bzw. 48T) kommen und können nicht nur in Schwarz, sondern auch in Grau oder Champagner bestellt werden.

AbsoluteBLACK-typischer CNC-Look

AbsoluteBLACK Premium Sub-Compact im Test

Wir haben die AbsoluteBLACK-Kettenblätter in der kleinsten 46/30T-Abstufung an eine DURA-ACE 9100-Kurbel (110 mm BCD/4-Arm-Standard) montiert. Die Montage gelingt im Handumdrehen und absolut ohne Probleme. Hier gilt es lediglich die ausführliche Gebrauchsanweisung bzgl. der Einstellung des Umwerfers zu beachten, damit das Schalten auch weiterhin perfekt funktioniert – weitere Änderungen sind nicht nötig. Der industrielle CNC-Look überzeugt optisch auf Anhieb, die Blätter wirken sehr hochwertig verarbeitet. AbsoluteBLACK hat laut eigener Aussage viel Erfahrung im Bereich ovaler Kettenblätter und Forschungen mit unabhängigen Unis betrieben, um eine für 90 % der Nutzer zufriedenstelle Lösung und Position des Qs zu finden. Manchen Fahrern ist diese Einstellmöglichkeit jedoch möglicherweise wichtig – eine gute Alternative sind dann die Kettenblätter von ROTOR, die mit verschiedenen Montagepositionen trumpfen. Gerade für den Gravel-Bereich sehen wir viel Potenzial im Sub-Compact-Bereich. Eine 50–34T-Abstufung ist gerade auf steilen Schotterpisten oder mit viel Gepäck am Bike zu schwer zu treten. Hier bietet sich mit 48–32T bzw. 46–30T eine tolle Möglichkeit, die feine Abstufung einer Road-Kassette mit einer großen Bandbreite zu kombinieren.

Die Montage der Blätter und das Einstellen des Umwerfers sind dank ausführlicher Montageanleitung schnell erledigt

Wir hatten nach dem Wechsel von runden auf die ovalen Kettenblätter weder Probleme noch Schmerzen, die Eingewöhnungsphase war überraschend kurz. Beim Pedalieren hat man sofort das Gefühl, dass der obere und der untere Totpunkt nicht mehr vorhanden sind, die Tritteffizienz scheint von Beginn an gesteigert. Es fühlt sich so an, als würde das Pedal in der Aufwärtsbewegung von Geisterhand eine winzige Unterstützung kriegen und leichter wieder in der 3-Uhr-Position ankommen. Nach der korrekten Einstellung des Umwerfers sind uns keine nennenswerten Unterschiede in Sachen Schaltperformance aufgefallen. Die Gänge rasten schnell und sauber ein. Grundsätzlich reagiert das System jedoch etwas empfindlicher auf kleine Verstellungen des Bowdenzugs. Hier solltet ihr also darauf achten, dass sich euer Umwerfer stets im vorgeschriebenen Bereich befindet. In Sachen Haltbarkeit zeigen die Kettenblätter nach 2.000 km im täglichen und winterlichen Pendlereinsatz keine außergewöhnlichen Abnutzungserscheinungen.

In der 3-Uhr-Stellung sind Hebel und Krafteinleitung maximal,…
…am Totpunkt ist die Übersetzung minimal

Fazit

Die neuen ovalen Kettenblätter haben uns auf Anhieb überzeugt! AbsoluteBLACK bietet hier eine tolle Option, einen Sub-Compact-Antrieb mit einer bestehenden Schaltgruppe zu realisieren. Auch die steilsten Anstiege sind nun fahrbar und trotzdem findet ihr im Flachstück noch den perfekten Gang. Dank der ovalen Form gelingt der runde Tritt leichter und die Schaltperformance ist en par mit den serienmäßigen Shimano-Pendants.

Tops

  • unterstützt runden Tritt
  • hübscher CNC-Look
  • flüssige Schaltperformance
  • kurze Eingewöhnungsphase

Flops

  • empfindlich gegenüber Bowdenzug-Verstellungen

Tester: Ben
Dauer: 3 Monate
Preis: 76,95 € (30 und 32T), 115,95 € (46 und 48T)

Gewicht 28 und 101 g (30 und 46T)
Mehr Info: absoluteblack.cc


Text & Fotos: Philipp Schwab