Acros stellt eine ganze Serie an neuen Road-Laufradsätzen vor, die mit bewährter Nabentechnik und modernen Carbon- und Aluminiumfelgen trumpfen. Steif und robust zum fairen Preis, das schreibt sich Acros auf die Fahnen und wo könnte man genau das besser testen als auf den Pflastersteinen in Belgien und Paris-Roubaix? Hier erfahrt ihr, wie sich der Acros RD-Disc Carbon in der „Hölle des Nordens“ geschlagen hat.

Seit 1999 entwickelt und produziert Acros Komponenten für den Radsport und legt dabei großen Wert auf „Made in Germany“. Damit ist die schwäbische Firma nicht nur über 15 Jahre im Geschäft, sondern kann als Tochterfirma eines Wälzlagerherstellers auf zusätzliche Erfahrungen im Bereich Lagertechnologien zurückgreifen. Und dass Acros eine Marke „zum Anfassen“ ist und sich nah am Kunden orientiert, spürt man selbst beim Besuch auf der Homepage – hinter jeder Position ein Name und ein Bild. Das macht Lust auf mehr.

Acros ist schon lange im Geschäft und hat viel Erfahrung aus dem Offroad-Bereich.

Acros kommt vor allem aus dem Offroad-Bereich, bietet aber schon länger auch Naben und Komponenten an, wie z. B. Steuersätze für den Rennradbereich. Nachdem mit Gravel- und Allroad-Bikes die Grenzen aber sowieso verschwimmen, bietet die Erfahrung gute Voraussetzungen für gelungene Laufradsätze mit dem Motto „Steif und robust“ zum fairen Preis.

Auf dem Pavé macht der Laufradsatz eine richtig gute Figur.

Wir haben den Acros RD Disc-Laufradsatz dem ultimativen Härtetest unterzogen und ihn durch die belgischen Hügel der Flandernrundfahrt und bei der Paris-Roubaix-Challenge übers französische Pflaster geprügelt. Die 45 mm tiefe Felge kommt in moderner U-Shape in Mattschwarz daher und macht schon beim ersten Anblick einen guten Eindruck. Die superbreite Felge mit 19,1 mm Innenweite bietet satten Sitz für die 28 mm breiten Vittoria Corsa, was man auch direkt auf den ersten Metern spürt. Die breiten Reifen sitzen im Vergleich zu einer schmaleren Innenweite weniger bauchig auf der Felge, wodurch man in den Kurven mehr Support hat. Dadurch wird auch das Handling im Vergleich zu einer schmaleren Felge mit gleichen Pneus deutlich direkter. Da macht das Carven durch das wellige Hügelland Belgiens richtig Spaß!

Auch einen Crash bei der Paris-Roubaix-Challenge hat der Acros locker weggesteckt.
Die 45 mm tiefe, mattschwarze Felge macht schon auf den ersten Metern Eindruck.

Sowohl auf als auch abseits des Pavé kann der Laufradsatz voll punkten, da er super beschleunigt und direkt anspricht, ohne die nötige Dämpfung für die Schläge der Pflastersteine missen zu lassen. Die asymmetrische Anordnung der bewährten Sapim CX Ray-Speichen bietet ideale Voraussetzungen für einen steifen, robusten aber immer noch komfortablen Laufradsatz. Hier bleibt zu erwähnen, dass der Laufradsatz sogar den Crash auf den Pflastersteinen deutlich besser weggesteckt hat als der Fahrer.

Steif und mit guter Beschleunigung macht der Laufradsatz Lust auf die finale Attacke im Velodrom in Roubaix.

Ein dickes Plus der Acros-Nabe ist ihr Sound. Hier kommen Freunde eines satten und lauten Freilaufs voll auf ihre Kosten. Da muss man auf dem Pavé auch nicht mehr „Attention“ brüllen. Und wem es dann doch etwas zu laut hergeht, kann per cleverer Einstellmöglichkeit die Lautstärke des Freilaufs in drei Stufen anpassen.

Beim Thema Seitenwind waren wir dann doch sehr positiv überrascht. Dass einen in Belgien ab und an mal ein laues Lüftchen vom Rad zerren will, ist durchaus bekannt. Und trotz der stattlichen 45 mm Felgentiefe steckt der Laufradsatz das locker weg und bleibt ruhig.

Der Acros macht einfach richtig Laune und vermittelt immer ein sicheres Gefühl.
Zwischen den Pavé-Sektionen heißt es durchschnaufen, denn nicht jeder steckt das Pavé so locker weg wie der Acros RD-Disc.

Zur Zeit liefert Acros nur die etwas aus der Mode gekommenen 6-Bolt-Scheibenbremsaufnahmen, was wir ein wenig schade finden. Sie bieten zwar Vorteile in Bezug auf Scheibenwechsel ohne Spezialwerkzeug, aber die Vorteile der neuen Centerlock-Technologien überwiegen doch stark. Zudem fanden wir die aufgeklebten, erhabenen Decals nicht ganz so schön, was der top Performance aber keinen Abbruch tut.

Der Acros Road Wheelset im Detail

Naben: Acros Nineteen RD-Disc
Felgen: Duke Baccara
Felgenhöhe: 45 mm
Felgeninnenweite: 19.1 mm
Achssystem Vorderrad: wahlweise Quickrelease (QR9) oder Thru-Axle (TA15)
Achssystem Hinterrad: wahlweise QR10, TA10, TA12 oder X12
Freilauf: Shimano 10-/11-speed
Lochzahl: 24/24
Speichen: Sapim XC ray
Gewicht: 1.451 g
Preis: 1.350 € inc VAT.

Derzeit bietet Acros nur die etwas aus der Mode gekommene 6-Bolt Scheibenbremsaufnahme an.
Auch die aufgeklebten, erhabenen Decals passen nicht ganz ins Bild des modernen Laufradsatzes.
Der Freilauf der Acros Nineteen RD macht ordentlich Radau und die Lautstärke lässt sich sogar in drei Stufen individuell anpassen.
Alle Acros-Laufradsätze kommen tubeless-ready.

Preise & Gewichte

Bei der Road-Linie setzt Acros auf die bewährte Technik der hauseigenen Naben Acros Nineteen RD sowie auf Sapim CX-Ray-Speichen. Bei den Felgen hat man die Wahl zwischen Aluminium oder Carbon und jeweils Felgen- oder Scheibenbremsen. Preislich und auch gewichtstechnisch bietet Acros hier auf jeden Fall ein sehr ansprechendes Paket.

RD Aluminium 1.355 g, 749 €
RD Disc Aluminium 1.405 g, 749 €
RD-SP Carbon 1.434 g, 1.350 €
RD Disc Carbon 1.451 g, 1.350 €

Fazit

Das Team von Acros hält, was es verspricht, und bringt mit dem Acros Nineteen RD-Disc einen superrobusten Laufradsatz zum fairen Preis. Die breite Felge macht in Kombination mit dem 28-mm-Reifen richtig Laune, die Pflastersteine von Roubaix schon zum Frühstück zu vespern. Und vor allem für Fans lauter Freilauf-Musik ist der Acros genau das Richtige.

Mehr Informationen findet ihr unter acros.com

Text: Manuel Buck Fotos: Jochen Hoops, Valentin Rühl