Das Focus Mares gilt als eines DER CX-Bikes schlechthin und tatsächlich, nach mehreren Renneinsätzen können wir das ruhigen Gewissens bestätigen. Für 4.499 € bekommt man einen Carbon-Renner, mit dem es keine Ausreden mehr gibt – außer eurer Form natürlich! Doch was genau macht ein gutes CX-Bike überhaupt aus?

Damit das von vornherein klar ist: Das EINE perfekte Bike gibt es nicht. Viele Hersteller bieten mittlerweile gute bis sehr gute Cyclocross-Bikes auf einem sehr hohen Niveau an. Ab ca. 2.500 € findet ihr schon gute Räder mit Shimano Ultegra- oder SRAM Force-Ausstattung, hydraulischen Scheibenbremsen und soliden Laufradsätzen von z. B. Mavic oder DT Swiss. Wer dem (Cyclocross-)Himmel ein gutes Stück näher sein will, der ist mit dem Focus Mares für jede Tortour gerüstet. Dank SRAM Force 1-fach-Schaltung, DT Swiss R23-Laufrädern, R.A.T.-Steckachsen-System und feinem Carbonrahmen mit integrierten Schalt- und Bremszügen stellt der Crosser aus Cloppenburg das Nonplusultra moderner Ingenieurskunst dar. Anhand unserer Checkliste erfahrt ihr, auf was ihr bei der Wahl eures Crossers achten müsst.

1. Gewicht

Das Gewicht spielt bei einem kurzen Crossrennen natürlich nicht die gleiche Rolle wie bei einem Bergzeitfahren. Man darf jedoch nicht vergessen, dass ein waschechtes Crossrennen technisch anspruchsvolle Kurven enthält, aus denen ihr schnellstmöglich herausbeschleunigen wollt. Ein leichteres Rad bringt hier wertvolle Sekunden. Denkt auch daran, dass Trage- und Laufpassagen zu jedem klassischen Crossrennen dazugehören. Wer sein Rad liebt, der schiebt! Hier werdet ihr schnell den Unterschied merken, ob ihr eure alte, umgerüstete Retromühle auf der Schulter schleppt oder eben einen reinrassigen Carboncrosser. Das Focus Mares Force 1 legt die Messlatte hoch: 7,7 kg Gesamtgewicht bei Rahmengröße 56 (ohne Pedale) – viel leichter geht es nicht mehr.

2. Antrieb

Ein Trend bei Gravelbikes schwappt auch in die Gefilde der klassischen Querfeldeinräder über. Die Rede ist vom 1-fach-Antrieb (im Fall des Focus über 42 Zähne). Zusammen mit einer 11–32-Kassette ist man bestens gerüstet für die beim Cyclocross typischen Wechsel von steilen Anstiegen, Flachpassagen und engen Kurven. Beim Focus Mares 1 muss man sich somit keine Gedanken um abrutschende Ketten und die Montage eines zusätzlichen Chainguides machen. Insbesondere in Anbetracht der häufigen und schnellen Schaltwechsel bei einem Querfeldein-Rennen bietet das 1-fach-Setup einen bedeutenden Vorteil gegenüber klassischen 2-fach-Schaltungen, zumal 1-fach auch unter schlammigen Bedingungen besser funktioniert.

3. Geometrie und Handling

Das Einsatzgebiet eines Crossers erfordert eine kürzere und aggressive Rahmengeometrie, die es ermöglicht, mit Topspeed um enge Kurven zu manövrieren. Je kürzer der Vorbau, desto direkter das Handling – gerade auf verwinkelten und technisch anspruchsvollen Kursen ist das von Vorteil. Das Mares weist eine aggressive Rahmengeometrie mit einem im Vergleich zu anderen Herstellern kurzen Oberrohr auf. Das bringt das Extraprozent an Agilität und Geschwindigkeit in technischen Passagen. Das Focus Mares Force 1 ist flink, präzise, agil, leicht, komfortabel und verdammt schnell.

4. Reifen

Die richtige Reifenwahl beeinflusst euer Setup enorm. Generell gilt: Bei schlammigen Verhältnissen bringt ein Reifen mit weniger Luftdruck (je nach Fahrergewicht und Strecke unter 2 bar) höheren Grip und Spurtreue in Kurven. Doch Vorsicht bei fiesen Stein- oder Bordsteinkanten auf dem Rennkurs – wer bei solch niedrigen Luftdrücken keine saubere Fahrtechnik hat, riskiert Felgenschäden. Je schlechter die Verhältnisse, desto grober sollte das Profil sein. Ganz wichtig: Bedenkt die Reifenfreiheit bei eurem Modell. Ansonsten sammelt sich im Laufe eines Rennens allerhand Dreck zwischen Reifen und Rahmen und das kann euch im schlimmsten Fall ausbremsen. Profis haben dafür mehrere Bikes, die sie in der Materialzone wechseln. Plus einen Mechaniker, der das verdreckte Bike wieder fit macht für den nächsten Wechsel.

5. Discs

Auch wenn nicht alle CX-Profis überzeugt sind, so ist es zumindest CX-Gott Mathieu van der Poel und zwar zu Recht: „Fahr länger schnell, bremse kontrollierter und beständiger.“ In Sachen Dosierbarkeit und Modulation sind SRAM und Shimano grundverschieden – so ist Shimano deutlich gutmütiger, SRAM deutlich bissiger von der Bremskraftentfaltung, doch im Resultat sind sie gleich: deutlich bessere und konstantere Bremsperformance. Ach ja, kleiner Nebeneffekt: Mit Discs schmirgelt ihr eure Carbon-Laufräder nicht mehr zu Grunde. Beim Focus Mares kommen SRAM Force Disc-Stopper zum Einsatz – top!

6. Steckachsen

Das Gerücht kursiert, dass ein Laufradwechsel mit Steckachsen deutlich länger dauert als mit klassischen Schnellspannern (von den Steifigkeitsvorteilen von Discs wollen wir gar nicht anfangen). Das mag normalerweise stimmen, doch wer sich das Focus Mares Force 1 leisten kann, hat zwei Vorteile: Erstens kann er sich ein zweites Focus Mares für die technische Wechselzone leisten (siehe Punkt 4). Oder, wenn „erstens“ nicht zutrifft, hat er zweitens das R.A.T.-Steckachs-System, das deutlich schnellere Laufradwechsel zulässt als ein klassischer Schnellspanner. Hebel auf, um 90° drehen und Achse rausziehen, Laufrad raus, neues rein, fertig – vorausgesetzt, ein Ersatzlaufrad ist zur Hand. Falls nicht, wird es bitter: Bitterkalt an den Händen beim Schlauchwechsel und einfach nur bitter, wenn der Schlamm beim Schlauchwechsel behindert und die Zeit vergeht. Schließlich bedeutet eine Überrundung oft das Ausscheiden aus dem Rennen.

7. Accessoires

Beim Cyclocross kann es schon mal vorkommen, dass man unfreiwillig Bodenproben nimmt. Dabei ist es dann schnell passiert – die nette Garmin-Halterung hat sich in den Dreck gebohrt und die Aufnahme am Gerät selbst ist rausgebrochen. Das ist natürlich unschön und lässt sich durch die Montage auf dem Vorbau vermeiden. Hier heißt es: „Einfach ist manchmal besser.“ Die kleinen Kunststoff-Aufnahmen mit Gummiringen sind hier genau das Richtige.

Doch das beste Bike hilft nichts, wenn man keine Ahnung hat – deshalb haben wir die 10 wichtigsten Tipps für Beginner (sowie Überambitionierte) hier zusammengefasst!

Mehr Informationen findet ihr unter focus-bikes.com

Text: Jonas Kaesler Fotos: Valentin Rühl