New York, London, Tokio, Sydney – Kosmopoliten mögen von diesen Orten träumen, doch sie alle haben ein Problem: Weltstädte wie diese lernt man durch einen Besuch mit Touristen-Führer in der Hand und das Abhaken der Sehenswürdigkeiten noch lange nicht kennen! Wir waren vor Kurzem in New York City und entdeckten die Stadt auf völlig andere Art und Weise, Training inklusive!

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Wer kann schon von sich behaupten, 100 km mit dem Rennrad in einer Weltmetropole gefahren zu sein? Oder noch einfacher: Wer denkt bei Mega-Citys wie New York, London, Tokio oder Sydney überhaupt ans Radfahren? Wir natürlich, auch wenn wir es im Fall von NYC kaum für möglich halten. Dabei kann es ganz einfach sein, wie wir am Vortag der Campagnolo GFNY Championship herausfinden sollten.

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Ride with the Locals

Als Fremder in einer neuen Stadt braucht man etwas Zeit, um sich zu orientieren und die angesagtesten Bars, Locations und natürlich die besten Rennrad-Routen kennenzulernen. Das Internet mag hilfreiche Tipps geben, aber noch besser ist man mit dem Insider-Wissen der Locals bedient. Denn nicht nur die Architektur, sondern vor allem die Menschen definieren eine Stadt. Und um diese kennenzulernen, bietet der Rapha Cycle Club eine super Chance.

Der Cycle Club

Ausgangspunkt unseres Warm-Up-Rides für die 160 km der Campagnolo GFNY Championship war der Rapha Cycle Club in Soho, New York City. Die stilsichere Location in der hippen Prince Street, Ecke West Broadway bot mit Coffee-Bar, feinen Snacks und großzügiger Lounge-Atmosphäre den perfekten Startpunkt für die Tour.

Canyon bietet Highend-Leihbikes für RCC-Member around the world – die schönste Art, eine Metropole zu erkunden.
Canyon bietet Highend-Leihbikes für RCC-Member around the world – die schönste Art, eine Metropole zu erkunden.

Während sich Club Member aus den Niederlanden, dem UK, Kolumbien, den USA (und sicherlich einigen weiteren Ländern) im Cycle Club versammelten, konnten wir bei Espresso und Croissant Almond den Zeitzonen entfernten Giro auf den TV-Screens verfolgen. Einige der Member waren ohne eigenes Bike angereist, konnten sich aber beim Cycle Club ein High-End-Canyon zu einem sagenhaften Kurs ausleihen. Wir hatten unsere eigenen Bikes dabei – denn hat man das nicht, ist es oftmals gar nicht einfach, ein qualitativ hochwertiges Rad in einer Metropole organisiert zu bekommen. Alternativen wie Spinlister sind nur für die Generation „Uber“ interessant.

Sightseeing by bike – das One World Trade Center im Hintergrund.
Sightseeing by bike – das One World Trade Center im Hintergrund.

Pünktlich um 9.30 am starteten wir dann in Manhattan Downtown Richtung Hudson River, um an der Uferpromenade entlang hinauf zur George Washington Bridge und dann aus der Stadt zu fahren.

Leichter Pace, volle Aufmerksamkeit

Aufgrund des bevorstehenden Rennens am Sonntag, bei dem einige der Fahrer teilnehmen wollten (auch ich!), wählten wir ein entspanntes Tempo. Doch die Straßen mit ihrem teilweise desolaten Zustand und knöcheltiefen Schlaglöchern forderten die volle Aufmerksamkeit.

Die Straßen fordern ihren Tribut – Plattfuß reparieren.
Die Straßen fordern ihren Tribut – Plattfuß reparieren.

Ride Leader Joe machte dabei auch klare Ansagen über die Regeln des Rides, den respektablen Umgang mit Fußgängern und das Halten an roten Ampeln – in New York City leider keine Selbstverständlichkeit.

Stop for the police!
Stop for the police!
Subway: Unter der Straßenbahn durch Yonkers.
Subway: Unter der Straßenbahn durch Yonkers.
Motivierende Sprüche, wohin man schaut! Dass es sich um eine Supermarkt-Werbung handelte, war uns egal!
Motivierende Sprüche, wohin man schaut! Dass es sich um eine Supermarkt-Werbung handelte, war uns egal!

Nachdem wir Manhattan verlassen hatten, ging es weiter Richtung Norden über Yonkers bis nach Tarrytown, wo wir nach einem wohlverdienten Coffee-Stop wieder die Rückreise antraten.

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Entlang des Tarrytown Reservoirs schnupperten wir nicht nur frische Land-Luft, sondern fanden uns auf einmal auch auf überraschend ruhigen und grünen Straßen wieder. Den krönenden Abschluss machte eine kleine Singletrail-Passage mit Wurzeln, Schotter und weicher Erde bevor wir wieder nach Manhattan kamen.

Paris-Roubaix? Nein, dagegen fühlte sich diese Pflasterstein-Passage im Herzen von Manhattan Downtown wie feinster Asphalt an.
Paris-Roubaix? Nein, dagegen fühlte sich diese Pflasterstein-Passage im Herzen von Manhattan Downtown wie feinster Asphalt an.
Piano – das galt nicht nur für unsere Fahrweise im Straßenverkehr, sondern es sorgte auch eines für gute Unterhaltung auf der Straße in Soho.
Piano – das galt nicht nur für unsere Fahrweise im Straßenverkehr, sondern es sorgte auch eines für gute Unterhaltung auf der Straße in Soho.
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Zurück im RCC mussten wir uns aufgrund der noch nicht vorhandenen Schanklizenz des neu eröffneten Cycle Clubs mit Cola und Sandwiches begnügen – Bier dann beim nächsten Mal! Dafür gab es kostenlose Massagen für die Club Member. Das Leben könnte schlimmer sein. Zu Hause fühlen in einer fremden Stadt – das funktioniert nur abseits der Touristenströme. Und ein Club, gute Gespräche mit Locals und prägnante Erlebnisse abseits des Sightseeing-Wahnsinns bleiben viel eher in Erinnerung als die meisten Sehenswürdigkeiten, die der Reiseführer empfiehlt. Chapeau Rapha!

Mehr Infos zum Rapha Cycle Club findet ihr auf der Rapha Website.

Die gesamte Route findet ihr auf Strava.

Text: Robin Schmitt Fotos: Robin Schmitt, Noah Haxel